Tausende verlieren Arbeitsplatz

Douglas-Filialen in Not: Corona zwingt Parfümerie zu drastischen Maßnahmen

Der Parfümerie-Riese Douglas ist von dem Corona-Lockdown gezeichnet: Wegen starker Umsatzeinbußen plant der Konzern mehrere Filialen zu schließen. 

  • Die Parfümerie-Kette Douglas bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren.
  • Der Konzern plant die Schließung mehrerer Filialen und die Entlassung tausender Mitarbeiter.
  • Die Hoffnungen liegen künftig auf dem Online-Shop, der ausgebaut werden soll.

Kassel - Auch die Parfümerie-Kette Douglas bleibt von dem Corona-Lockdown nicht verschont: Das Unternehmen führt derzeit ein massives Sparprogramm und plant bis zum Herbst 2021 mehrere hundert bis tausend Filialen in ganz Europa komplett zu schließen. Die beabsichtigten Schließungen werden sich zudem negativ auf die Arbeitsplätze auswirken.

Wie Douglas-Geschäftsführerin Tina Müller gegenüber dem Spiegel berichtet, setze sie ihre vollsten Hoffnungen während der anhaltenden Corona-Pandemie auf das Digitalgeschäft. Dafür wird ein radikaler Plan verfolgt: Die Rede ist von 500 bis 2400 europaweiten Filialschließungen und mehr als tausend Mitarbeiterentlassungen.

Douglas in der Corona-Krise: Parfümerie-Kette fährt drastisches Sparprogramm

Allein in Deutschland verlieren wohl demnach rund 600 Angestellte aufgrund der Corona-Krise ihren Job - circa 60 der insgesamt 430 Douglas-Shops sind hierzulande vom dem Kehraus betroffen. Das Sparprogramm sei laut Müller eine „logische Konsequenz aus dem Trend zum Onlinehandel“. „Wir passen das Filialnetz jetzt genau so an, wie es aus heutiger Sicht richtig ist“, so die Douglas-Chefin.

Laut Geschäftsführerin Müller gilt die volle Aufmerksamkeit nun also dem Onlinegeschäft. Da die Parfümerie-Kette im vergangenen Jahr 2020 dort erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz erzielte, soll der Internetshop weiter ausgebaut werden. Wo die Online-Reise des Douglas-Unternehmens hingeht, könne Müller allerdings noch nicht konkret beantworten.

Tausende Mitarbeiter werden wegen Corona-Pandemie entlassen - Douglas bietet Hilfe an

Fest steht aber, dass Mitarbeiter Hilfe bekommen sollen: Gekündigte Angestellte in Deutschland sollen von einer Transferagentur während der Corona-Krise unterstützt werden. „Wir wissen, wie schwierig es derzeit im Einzelhandel ist, einen neuen Job zu finden“, erklärt Müller. „Den Mitarbeitern, von denen wir uns hier trennen müssen, möchten wir bei der beruflichen Neuorientierung helfen“.

Derzeit verhandle das Management von Douglas wohl schon mit den Betriebsräten über potenzielle Abfindungen. Wegen der aktuellen Situation und der Umstände sei das Abfindungsangebot des Düsseldorfer Konzerns deutlich höher als es in der Branche üblich ist.

Name:Parfümerie Douglas GmbH
CEO:Tina Müller
Gründung:1821
Sitz: Düsseldorf

Douglas mit Umsatzeinbußen während des Corona-Lockdowns - Ausbau des Online-Shops geplant

Der Parfümerie-Riese hat bereits seit einigen Jahren, vor allem in südeuropäischen Ländern, mit Überkapazitäten im Einzelhandel zu kämpfen. Besonders durch die Corona-Pandemie gehen die Einnahmen aufgrund fehlender Kaufkraft in den Innenstädten deutlich zurück: Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete Douglas lediglich einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro - insgesamt 6,4 Prozent weniger als in den vorherigen Jahren. Erst im vergangenen Dezember gab es eine hitzige Debatte, weil Douglas seine Filialen während des Lockdowns geöffnet lassen wollte.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Parfümerie-Kette Douglas mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Deshalb sollen bald zahlreiche Filialen geschlossen werden. (Symbolbild)

Doch es besteht Hoffnung für die größte Parfümerie-Kette Europas: Laut Douglas-Geschäftsführerin Müller könnten die massiven Umsatzeinbußen während des Corona-Lockdowns mit einem Ausbau des Online-Shops zunächst zumindest ein wenig aufgefangen werden. (Alina Schröder)

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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