Pilotprojekt gestartet

Elektronisches Rezept bald verpflichtend: Was sich für Patienten jetzt ändert

Das elektronische Rezept soll in Deutschland bald überall verfügbar sein. Auch Menschen ohne Smartphone sollen nur noch einen Code für die Apotheke bekommen.
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Das elektronische Rezept soll in Deutschland bald überall verfügbar sein. Auch Menschen ohne Smartphone sollen nur noch einen Code für die Apotheke bekommen.

In Deutschland sollen elektronische Rezepte bald überall verfügbar sein. Auch Menschen ohne Smartphone sollen nur noch einen Code für die Apotheke bekommen.

Kassel - Der rosa Zettel könnte bald der Vergangenheit angehören. Ob Antibiotikum, Schmerztabletten oder Blutdrucksenker: Künftig soll ein digitaler Code ausreichen, um Rezepte in der Apotheke einzulösen. Die Einführung des elektronischen Rezeptes startet mit einem Feldversuch.

Zum kommenden Jahr soll das elektronische Rezept mittels QR-Code dann flächendeckend in Deutschland erfolgen. Eine offizielle App für das E-Rezept wird bereits zum kostenlosen Download in den App-Stores von Apple und Google angeboten. Doch was ist, wenn man kein Smartphone hat?

Elektronisches E-Rezept in Deutschland: Pilotprojekt bereits gestartet

Ein Pilotversuch mit rund 50 Arztpraxen und 120 Apotheken in Berlin und Brandenburg läuft derzeit bereits an. Die teilnehmenden Praxen und Apotheken sollen das neue E-Rezept testen und bewerten. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums und der Gematik GmbH, welche für den Aufbau eines sicheren Gesundheitsdatennetzes verantwortlich ist und die App für das E-Rezept entwickelt hat, soll das elektronische System für eine höhere Arzneimittelsicherheit sorgen. Denn: Alle eingenommenen Arzneimittel mit Blick auf Neben- und Wechselwirkungen sollen kontinuierlich geprüft werden.

Das E-Rezept solle zudem den gesamten Ablauf von der Verschreibung in den Arztpraxen über die Abholung durch den Patienten bis hin zur Abrechnung bei den Krankenkassen effizienter gestalten. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der mehrheitlich dem Bund gehörenden Gematik GmbH, bezeichnet das E-Rezept als eine Zeitersparnis in den Arztpraxen. Da bislang Arzneimittel, die von den Krankenkassen bezahlt werden, ausschließlich in Papierform ausgestellt werden, solle das neue System des E-Rezeptes vor allem für mehr Wirtschaftlichkeit sorgen.

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Elektronisches Rezept ab 2022 verpflichtend: Code auch ohne Smartphone verfügbar

Ein weiterer Vorteil des E-Rezeptes: Patienten können sich im Idealfall einen unnötigen Weg zur Apotheke ersparen. Hat man ein seltenes Medikament verschrieben bekommen, das eventuell nicht überall sofort verfügbar ist, soll man in der App eine unverbindliche Anfrage an die Apotheken in der Umgebung stellen können, ob das Arzneimittel verfügbar ist.

Geplanter Start für das E-Rezept in ganz Deutschland ist zu Beginn des Jahres 2022. Dann soll das E-Rezept für alle gesetzlich Versicherten und alle Vertragsärzte in Deutschland verpflichtend werden. Das Rezept auf Papier wird dann jedoch noch nicht ganz verschwinden. Denn auch für Menschen ohne Smartphone soll es eine Lösung geben. Personen, die kein Smartphone besitzen, können sich den Code in der Praxis auf Papier ausdrucken lassen. Der ausgedruckte Code kann dann in der Apotheke genauso eingelesen werden wie der digitale.

Da auf Bundesebene die Vorbereitungen zur Einführung des elektronischen Rezepts laufen, wollen Apotheken in Kassel im Kampf gegen große Versandriesen ihren Lieferservice ausbauen. (Helena Gries)

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