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Viele Stadtwerke verdoppeln Preise: Diese Stromanbieter sind betroffen

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Von: Julia Volkenand

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Strommasten
Die Energiekosten werden für viele Kunden im Januar gehoben. © Federico Gambarini/dpa/Symbolbild

Lebensmittel, Strom und Gas: Die Verbraucher-Preise steigen aktuell. Nun gehen etliche Stadtwerke einen drastischen Schritt und verdoppeln die Strompreise.  

München - Fast 100 Prozent Preissteigerung - das kündigten viele Stadtwerke für den 1. Januar 2023 an. Ein ganz schöner Hammer für viele Haushalte und Unternehmen, die von den steigenden Kosten schon genug gebeutelt sind. Haushalte müssten dann die Abschlagszahlungen deutlich erhöhen oder im Herbst mit heftigen Nachzahlungen rechnen. Keine schöne Aussicht.

Allerdings: Es gibt auch gute Nachrichten. Nicht alle Verbraucher sind von den Erhöhungen betroffen und die, die es sind, müssen den Aufschlag nicht zwingend einfach hinnehmen, berichtet tz.de.

Energiekrise: Viele Stadtwerke verdoppeln Strompreise

Schon seit mehreren Wochen benachrichtigen demnach die Stadtwerke München ihre Abnehmer von einer Preiserhöhung. Wie die Stadtwerke mitteilen, müssen die Strompreise „leider erneut und deutlich“ angehoben werden. Eine Preissteigerung war schon 2022 durchgesetzt worden. Ein Durchschnittshaushalt muss dann 148,23 Euro pro Monat mehr (307,41 Euro statt 159,17 Euro) blechen. Das ist deutlich teurer als bisher, immerhin 93,1 Prozent mehr, um genauer zu sein.

Als Grund für die Preissteigerungen werden die immer höheren Handelspreise und steigende gesetzliche Umlagen im Rahmen der Energiekrise angegeben. Auch die Entgelte für Netzbetreiber seien gestiegen. „Die hohen Strombörsenpreise sind auch Folge der gestiegenen Gaspreise. Gaskraftwerke sind essenziell im deutschen Strommix, um schwankende erneuerbare Energien auszugleichen und bestimmen so maßgeblich den Strombörsenpreis mit“, erklärt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24.

Energiekrise: Diese Anbieter heben die Preise im Januar an

Doch die Stadtwerke München sind nicht allein, auch E.ON schraubt die Preise in die Höhe. In einem Schreiben kündigte der Anbieter zum 1. Januar 2023 eine Erhöhung von 39 Cent auf sage und schreibe 57 Cent pro Kilowattstunde. Ähnlich sieht es bei den Stadtwerken Konstanz aus, die den Preis verdoppeln. Die Stadtwerke Elmsdorf erhöhen die Preise immerhin um 80 Prozent.

Mehr als 100 Stadt- und Gemeindewerke wollen zum Jahresbeginn die Kosten für ihre Kunden und Kundinnen drastisch anziehen. Laut check24.de betrifft das immerhin 600 Tarife und sechs Millionen Haushalte. Betroffen werden lauf focus.de zum aktuellen Stand unter anderem folgende Stadtwerke sein:

Auch die Gemeindewerke Holzkirchen kündigten eine Erhöhung an. Im Schnitt werden die Tarife um 62,4 Prozent angehoben, wenn man sie mit dem Stand Ende September 2022 vergleicht. Das ist immerhin ein Mehrkostenpunkt von 985 Euro für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden.

Auch im September und Oktober drehten Anbieter schon gehörig an den Stellschrauben. 153 Fälle, die immerhin 2,2 Millionen Menschen betreffen, sind bekannt. Noch teurer als für Bestandskunden dürfte es für Neukunden werden.

Strompreisbremse als Lichtblick: Wem sie nicht hilft

Für Kunden dieser Anbieter könnte die Strompreisbremse sich als echte Rettung herausstellen. Denn ab Januar des kommenden Jahres greift die von der Regierung beschlossene Maßnahme, die die Kosten auf 40 Cent pro Kilowattstunde deckelt. Sie gilt für 80 Prozent des Verbrauchs des Vorjahres. Doch vielen Menschen bringt das wenig, beispielsweise dann, wenn die Kosten bislang unter 40 Cent lagen.

Steigende Strompreise: So können Sie sich wehren

Generell gilt: Bei Unsicherheiten oder Zahlungsunfähigkeit sollten Verbraucher sich rasch an ihren Anbieter wenden. In vielen Fällen gibt es beispielsweise Ratenpläne.

Wichtig ist jetzt, genau darauf zu achten, wie viel man tatsächlich mehr bezahlen soll. Außerdem sollten Verbraucher ein Auge darauf behalten, ob der Stromanbieter die Abschläge womöglich schon erhöht hat. Denn der Abschlag steigt natürlich auch mit der Erhöhung des Kilowattstundenpreises. Eine zusätzliche Erhöhung könnte aber ungültig sein. Dann sollten Kunden sich schnell um eine Klärung der Situation bemühen. Dasselbe gilt für alle, deren Vertrag eine Preisgarantie enthält. Wie die Verbraucherzentrale Bundesverband berichtet, dürfen dabei keine Anpassungen vorgenommen werden.

Sollte der Anbieter sich uneinsichtig zeigen, sollten Verbraucher sich schnellstmöglich an die Verbraucherzentrale oder einen Anwalt wenden, um Hilfe zu erbitten.

Tarifvergleiche lohnen sich immer, sind aber aktuell das A und O. Denn die Unterschiede können eklatant sein.

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