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Energieverbrauch senken: Wird die Heiz-Temperatur bald vorgeschrieben?

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Von: Tanja Koch

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Um auch die Bevölkerung dazu zu motivieren, das Thermostat nicht höher aufzudrehen, als nötig, will die Bundesregierung als Nächstes ein Energiespar-Modell prüfen. (Symbolfoto)
Um auch die Bevölkerung dazu zu motivieren, das Thermostat nicht höher aufzudrehen, als nötig, will die Bundesregierung als Nächstes ein Energiespar-Modell prüfen. (Symbolfoto) © photothek/Imago

Unabhängig von Russland werden, die Klimakrise mildern: Der Koalitionsvertrag sieht die Prüfung der „Teilwarmmiete“ vor, die den Energieverbrauch senken soll.

Berlin – Der Ausbau im Bereich erneuerbare Energien galt in Deutschland bislang als wichtige Methode, um Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu erzielen. Hintergrund sind die Sanktionen gegen Russland infolge des Ukraine-Kriegs, auf die hin Wladimir Putin zum Teil Gaslieferungen in andere Länder eingestellt sowie eine Bezahlung in Rubel gefordert hatte. Infolgedessen waren zudem die Preise für Gas und Öl drastisch gestiegen.

Doch bis Windräder und Co. errichtet sind und grüne Energie für die Versorgung in Deutschland ausreicht, wird es noch dauern. Unmittelbare Effekte lassen sich jedoch auch durch Maßnahmen aufseiten der Bevölkerung erzielen. Im „Arbeitsplan Energieeffizienz“ schreibt Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne): „Der günstigste und effizienteste Beitrag zu mehr Unabhängigkeit ist weniger Energieverbrauch.“ Energiesparen sei ein „gemeinsames, nationales Projekt.“

Energieverbrauch senken: Höchsttemperatur führte in Schweden zu Einsparung um 95 Prozent

Das Wirtschaftsministerium beteiligt sich auch selbst mit Energiesparmaßnahmen bei Heizung, Kühlung und Beleuchtung an der Aktion. In allen Büros würden die Klimaanlagen auf 26 Grad hochgestellt, im Winter solle die Heiztemperatur gesenkt werden, hieß es.

Um auch die Bevölkerung dazu zu motivieren, das Thermostat nicht höher aufzudrehen, als nötig, will die Bundesregierung als Nächstes ein Energiespar-Modell prüfen, das auch in Schweden bereits zur Anwendung kommt: die Teilwarmmiete. Es schreibt Bürgerinnen und Bürgern indirekt vor, wie sie beispielsweise zu heizen haben. Im Koalitionsvertrag heißt es:

„Um das Mieter-Vermieter-Dilemma zu überwinden, prüfen wir einen schnellen Umstieg auf die Teilwarmmiete.

Koalitionsvertrag des Ampel-Bündnisses

In Schweden nutzen öffentliche Wohnungsunternehmen das Prinzip schon seit dem Jahr 2000. Dies hat zu einer Emmissionseinsparung um 95 Prozent geführt. Heizkosten sind bei der Teilwarmmiete schon im Mietpreis enthalten – jedoch nur bis zu einer bestimmten Heiztemperatur, etwa 21 Grad. Mieter, die diese überschreiten wollen, müssen draufzahlen. Neben dem Anreiz, Energie zu sparen, werden auch Vermieter dazu motiviert, Immobilien besser zu isolieren und Heizungen zu erneuern.

Energiesparen durch festgelegte Höchsttemperatur: Bewohner steigen auf Heizlüfter um

„Bisher tragen Mieterinnen und Mieter diese Kosten alleine. Künftig soll gelten: Je schlechter die Energiebilanz eines Gebäudes, desto mehr zahlen die Vermieter“, erklärte Habeck hierzu.

Doch das Modell aus Schweden hat auch Schattenseiten: So hätten sich viele Menschen in Schweden elektrische Heizlüfter angeschafft, die sehr ineffizient heizen und deshalb sehr schädlich für das Klima sind. Anstatt des Energieverbrauchs gilt bei dem Prinzip zudem die mittlere Raumtemperatur als ausschlaggebend. Der Wert könne in vielerlei Hinsicht beeinflusst werden, etwa Sonneneinstrahlung oder häufiges Lüften. (tk)

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