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Neue Engpässe im Supermarkt vor Weihnachten – Eierbranche alarmiert

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Von: Vivian Werg

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Zu Weihnachten drohen in Deutschland erneut leere Supermarkt-Regale. Versorgungsengpässe stehen abermals bevor. Legehennen-Halter fordern Soforthilfeprogramm.

Kassel – Verbraucherinnen und Verbraucher scheinen bald wieder vor leeren Regalen zu stehen. Vor allem die Eier könnten demnächst in den Supermärkten knapp werden. Packstellen und die Eiprodukte-Industrie haben erhebliche Schwierigkeiten, den deutschen Markt mit Ware zu versorgen. Verschärft wird die Versorgungssituation durch die Vogelgrippe. Eine Verbesserung der Lage sei laut Bundesverband Ei (BVei) nicht in Sicht.

Die Eier aus deutscher Produktion werden knapp. Der BVei warnte bereits vor einem Jahr und im März vor Versorgungsengpässen – nun scheinen sie tatsächlich einzutreten. Gemeinsam mit dem Zentralverbrand der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) richteten sie bereits an Ostern einen Weckruf an die Politik und den Handel. Die Warenbeschaffungskosten seien drastisch gestiegen, massive Kurzarbeit in der Eierproduktion und Engpässe im Lebensmitteleinzelhandel seien die Folgen. Jetzt ein erneuter Alarmruf des Bundesverbandes. „Die Eier sind alle“, so der BVei-Vorsitzende und Eierproduzent Henner Schönecke gegenüber der Lebensmittel Zeitung.

Engpässe im Supermarkt: Eierbranche warnt vor Knappheit

Die Zahl der eingestallten Junghennen habe sich deutlich reduziert, berichtet die Lebensmittel Zeitung. Höhere Futter- und Energiekosten seien Gründe für die leeren Ställe. Hinzu kommen die Zusatzkosten für Geschlechtsbestimmungsverfahren im Ei oder die Co-Finanzierung der Bruderhahnaufzucht – denn seit 1. Januar 2022 ist das Töten männlicher Eintagsküken hierzulande verboten. Marktteilnehmer zufolge, haben sich die Kosten für die Einstallung von 20.000 Legehennen auf 200.00 Euro verdoppelt.

Zu Weihnachten drohen in Deutschland erneut leere Supermarkt-Regale. Versorgungsengpässe stehen abermals bevor. Legehennen-Halter fordern Soforthilfeprogramm
Deutsche Eier werden knapp. Eierbranche schlägt Alarm © Jan Woitas/ dpa

Versorgung deutscher Eier für Supermärkte nicht mehr gewährleistet

Laut BVei gab es 2021 rund 1900 Legehennen-Betriebe mit mehr als 3000 Tieren, die etwa 14,4 Milliarden Eier im Wert von Einer Milliarde Euro erzeugten. Doch die Zahl der in Deutschland geschlüpften Küken sei 2021 auf 29,4 Millionen Tiere gesunken, nach 40,5 Millionen im Jahr zuvor. Ein Teil wird durch Schlupf im Ausland ersetzt.

Allerdings ließen sich diese Hennen nicht im deutschen Lebensmitteleinzelhandel vermarkten, da diese auf einer Produktion ohne Kükentöten bestehe. Bei verarbeiteten Produkten wie Keksen und Nudeln sei es anders, so der BVei. Daher verlangt der Bundesverband ein EU-weites Ende des Kükentötens und eine Kennzeichnung verarbeiteter Produkte, damit die deutschen Legehennen-Halter durch diesen massiven Wettbewerbsnachteil nicht noch stärker in Existenznot geraten.

Eier im Supermarkt bald Mangelware: Bundesverband appelliert an den Markt

Die zugespitzte Lage wird zu horrenden Preisen an den Spotmärkten für Eier und Eierprodukte führen. Daher fordert Schönecke ein Entgegenkommen bei der Vertragsgestaltung und richtet einen erneuten Weckruf an Politik und Handel. In dieser besonderen Situation müsse dem Handel klar sein, dass die Einhaltung vertraglich vereinbarter Mengen nicht mehr leistbar seien.

Der BVei-Vorsitzende schlägt kürze Vertragslaufzeiten und Gleitkauseln vor, um flexibler auf Preisschwankungen reagieren zu können. Ob das für die im Herbst neu geschlossenen Kontrakte für 2023 gelungen ist, war laut Lebensmittel Zeitung nicht zu erfahren. (Vivian Werg)

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