Pestizide können krank machen

Obst- und Gemüsesorten voller Pestizide: Diese Sorten sind besonders belastet

Viele beliebte Obst- und Gemüsesorten enthalten Pestizid-Rückstände. Vor dem Essen sollten sie in jedem Fall gründlich gewaschen werden.
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Viele beliebte Obst- und Gemüsesorten enthalten Pestizid-Rückstände. Vor dem Essen sollten sie in jedem Fall gründlich gewaschen werden.

Zu einer gesunden Lebensweise gehören Obst und Gemüse dazu. Doch viele Sorten sind mit Pestiziden belastet. Wir erklären, was man vor dem Essen beachten sollte.

Kassel – Sie sind gesund und werden gern gegessen: Obst- und Gemüse enthalten Vitamine, sowie Mineral- und Ballaststoffe – viele von ihnen haben sogar nur wenig Kalorien. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt pro Tag drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst. Doch viele Sorten sind mit Pestiziden belastet.

Erst Mitte Mai hat die Umweltorganisation Greenpeace ihre Untersuchungen zu Pestiziden in Früchten veröffentlicht. Dafür wurden 70 verschiedene Obstsorten aus Brasilien getestet. Laut Greenpeace seien 59 Sorten mit Pestizid-Rückstände belastet. Die Mehrzahl der Wirkstoffe seien hochgefährlich. Besonders schockierend: Elf Mittel sind EU-weit sogar verboten, so die Organisation. Dabei gelten in der EU strenge Richtlinien und Höchstwerte für Pestizid-Rückstände, die nicht überschritten werden dürfen.

Obst und Gemüse mit Pestiziden belastet: Aktivistengruppe untersucht Rückstände

Auch die Aktivistengruppe Environmental Working Group (EWG) untersucht regelmäßig Obst- und Gemüse auf mögliche, gefährliche Wirkstoffe. In diesem Jahr 2021 entdeckten die Aktivisten zahlreiche Rückstände in verschiedenen Sorten, die auch in Deutschland besonders beliebt sind.

Environmental Working Group (EWG)
Gründung1992
BrancheUmweltschutz (Agrarsubventionen, giftige Chemikalien, Trinkwasserschadstoffe, Unternehmensverantwortung)
SitzWashington, DC (USA)

Diese zwölf Obst- und Gemüsesorten gehören laut EWG zu den sogenannten „Dirty Dozen“ (zu Deutsch: „Dreckiges Dutzend“ und gelten als besonders belastet:

  • Erdbeeren
  • Spinat
  • Grünkohl und Kohl
  • Nektarinen
  • Äpfel
  • Weintrauben
  • Kirschen
  • Pfirsiche
  • Birnen
  • Paprika und Peperoni
  • Sellerie
  • Tomaten

Im Video: Nicht mehr ganz frisch – Was tun mit altem Obst und Gemüse?

Pestizide in Obst und Gemüse: Wirkstoffe sind gefährlich für den Körper

Pestizide machen krank – davor warnt Greenpeace. Weltweit finden die Wirkstoffe in etwa 5000 unterschiedlichen Spritzmitteln Verwendung. Besonders gefährlich seien der Organisation zufolge die langsamen und zeitversetzten Wirkungen der Pestizide.

Unter anderem sollen sie die Zellteilung stören, Krebserkrankungen begünstigen, das Erbgut verändern, das Immunsystem schwächen oder Allergien auslösen. Vor allem die Wechselwirkungen der Gifte untereinander und deren Abbauprodukte bereiten Sorgen, denn diese sind bislang kaum untersucht.

Obst und Gemüse pestizidfrei essen: Diese Tipps sollten Sie beachten

Um dennoch bedenkenlos die belasteten Obst- und Gemüsesorten essen zu können, sollten einige Tipps beachtet werden. Lebensmittel aus der eigenen Region sind nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch weniger mit Pestiziden behandelt. Durch weite Transportwege müssen sie eher mit Zusatzstoffen haltbarer gemacht werden. Der Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten kann auch eine gute Alternative sein.

Auch saisonales Obst und Gemüse ist weniger belastet. Kurze Transportwege garantieren Frische und Haltbarkeit sowie weniger Konservierungsstoffe. Zudem sind Saisonprodukte oft preiswerter als Importware. Wie rtl.de berichtete, sind Gewächshaus-Erdbeeren aus der Türkei oder Spanien oft mit hohen Pestiziden belastet.

Saisonales Obst und Gemüse im Juni

Zum regionalen Saisonkalender im Juni zählen unter anderem Champignons, Brokkoli, Erdbeeren, Johannisbeeren, Gurken, Kartoffeln, Rhabarber, Kirschen, Spargel, Mais und Eisbergsalat.

Obst und Gemüse: Bio-Ware ist oft weniger belastet

Obst und Gemüse sollte nur mit Schale verzehrt werden, wenn es tatsächlich unbehandelt ist. In jedem Fall sollte man die Lebensmittel gründlich waschen. Laut verbraucherzentrale.de sollten auch vorgeschnittene, gewaschene Salate aufgrund möglicher Keimbelastung gewaschen werden.

Wer sicher gehen will, kann auf Bio-Obst und -Gemüse zurückgreifen. In der Regel sind diese Lebensmittel weniger belastet, da im biologischen Anbau keine chemisch-synthetischen Pestizide zugelassen sind. Eine Untersuchung von Pestizid-Experte Lars Neumeister zeigt Genaueres. Zwischen 2011 und 2013 wurden 58.000 Proben von der Lebensmittelaufsicht geprüft. Das Ergebnis: Die Bio-Ware war bei jeder Probe weniger belastet als konventionelles Obst und Gemüse.

Was wir essen, kann die Entstehung von Krankheiten wie Krebs beeinflussen. Stiftung Warentest warnt vor diesen Lebensmitteln. (kas)

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