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Ebay übermittelt Daten jetzt an das Finanzamt – was Verkäufer beachten müssen

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Von: Romina Kunze

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Seit dem 1. Januar 2023 müssen Betreiber von Online-Marktplätzen ihre Verkäufer dem Finanzamt melden. Fällt Ebay und Co. nun den Nutzern auf die Füße?

Kassel – Ob gebrauchte Möbel, Autos oder Handys: Auf den Online-Marktplätzen Ebay und Ebay Kleinanzeigen gehen gerne Besitztümer von der einen in die andere Hand über. Vor allem in der Corona-Pandemie, als Geschäfte geschlossen blieben mussten, boomte das private Geschäft nach Secondhand-Prinzip.

Und auf den ersten Blick spricht auch nichts dagegen: Eine Person braucht etwas aus seinem Hausstand nicht mehr und verkauft es weiter. Ein Gewinn für beide Seiten. Und ein nettes Zubrot für alle, die ihre Keller- oder Dachboden-Fünde noch zu etwas Geld machen wollen. In seltenen Fällen kann man dabei sogar verloren geglaubte Schätze wiederfinden, wie es kürzlich einem Mann aus dem Kreis Kassel mit seinem „verlegten“ Mercedes-Benz passiert ist. Doch nun warten auf die Nutzerinnen und Nutzer einige Änderungen.

Neues Gesetz: Finanzamt fehlt bislang die Transparenz der Geschäfte auf Ebay und Co.

Bislang war bei den mitunter lukrativen Geschäften das Finanzamt größtenteils außen vor. Ein Dorn im Auge der Behörde, zumal sie befürchte, dass die erzielten Einkünfte von Privatpersonen und Unternehmen oftmals gar nicht oder nur unvollständig erklärt würden. Und die Plattform damit auch schon häufiger Ziel von Betrugsmaschen wurde. Das ist nun anders, wie der Bundestag meldete.

Mit der Begründung der fehlenden Transparenz billigte der Bundestag im November 2022 einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der zum 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist. Demnach müssen die Online-Portale, wie Ebay, Etsy oder Vinted, künftig ihre Verkäufer dem Finanzamt melden. Doch was bedeutet das neue „Plattformen-Steuertransparenzgesetz“ für die Nutzerinnen und Nutzer?

Ebay
Die Nutzerzahlen von Ebay gingen zuletzt deutlich zurück. © Ben Margot/AP/dpa

Neues Gesetz für Ebay & Co.: Erst Secondhand-Verkäufe im großen Stil werden übermittelt

Wer gelegentlich gebrauchte Gegenstände auf Ebay oder Ebay Kleinanzeigen verkauft, muss sich nicht beim Finanzamt vorstellig machen; und wird auch von den Betreibern nicht an die Behörde übermittelt. Erst Secondhand-Verkäufe im großen Stil werden übermittelt. Ab mindestens 30 Verkäufen einer Person pro Jahr wird das Finanzamt informiert. Doch: Übersteigt der Umsatz die 2000-Euro-Marke, muss das Portal die Transaktion melden; selbst wenn es sich dabei um den einzigen Verkauf im Jahr des Nutzers oder der Nutzerin handelt.

Einen Grund, die ausgemisteten Sachen in die Tonne zu werfen oder vom Sperrmüll abzuholen, ist das neue Gesetz aber nicht. Denn selbst wer im Zuge des gründlichen Frühjahrsputzes so einige Dinge entdeckt, die er gerne über Ebay noch zu barer Münze machen möchte, muss keine Konsequenzen auf die Steuer fürchten. Eine Nachzahlung wird für die Privat-Verkäufe über Ebay und Co. nicht fällig.

Wird aber in einem Jahr gleich mehrfach das alte Auto, das ersetzte Handy oder die ausgediente Küche verkauft, könnte das Finanzamt sicherlich doch einmal hellhörig werden. (Romina Kunze)

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