Daten von Milliarden Nutzern löschen

Wegen Datenschutz-Bedenken: Facebook schafft umstrittene Funktion ab

Der Facebook-Konzern will künftig eine umstrittene Funktion abschaffen. Vor allem Datenschützer hatten diese in der Vergangenheit immer wieder kritisiert.

Kassel – Wird ein Bild bei Facebook hochgeladen, erkennt eine Software das Gesicht der abgebildeten Personen. Diese Funktion sorgte seit Jahren für Kritik von Datenschützern. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Der Konzern will die Gesichtserkennung abschalten.

Damit würden auch gleichzeitig gespeicherte Gesichtsdaten von mehr als einer Milliarde Menschen gelöscht werden. Das erklärte Jerome Pesenti, Vizepräsident für künstliche Intelligenz bei Meta. Seit Kurzem nennt sich die Dachgesellschaft über Diensten wie Facebook, Instagram und Whatsapp Meta. Bereits vor Monaten kündigte Facebook damit die Entstehung von 10.000 Jobs an.

Meta Platforms Inc.
Gründung2004
LeitungMark Zuckerberg
TochtergesellschaftenFacebook, Instagram, Whatsapp und Oculus VR

Facebook: Mehr als ein Drittel aller Nutzer fordert Abschaffung der Funktion

„Diese Änderung wird eine der größten Veränderungen in der Nutzung der Gesichtserkennung in der Geschichte der Technologie darstellen“, erklärte der Facebook-Manager. Ein genaues Datum steht aber noch nicht fest.

Die umstrittene Gesichtserkennung bei Facebook soll abgeschafft werden. Datenschützer übten in der Vergangenheit immer wieder Kritik.

Vollständig will der Konzern aber nicht auf die Software verzichten. Stattdessen versuche man laut Pesenti nun, positive Fälle bei der Nutzung des Systems „gegen wachsende gesellschaftliche Bedenken“ abzuwägen. Außerdem gebe es seitens der Gesetzgeber noch immer keine klaren Regeln zur Regulierung solcher Software. Künftig könnte die Gesichtserkennung aber weiterhin bei der Anmeldung eines Accounts oder dem Entsperren des Handys genutzt werden.

Facebook reduziert Gesichtserkennungssoftware bereits seit 2019

Bereits seit 2019 wurde die Gesichtserkennung bei Facebook zurückgefahren. Seitdem werden Freunde nicht mehr automatisch auf den Fotos identifiziert und zum Markieren vorgeschlagen. Nutzer müssen erst ausdrücklich zustimmen, damit das Konto mit dem Gesicht verknüpft werden darf. Wie Pesenti in einem Blogbeitrag schrieb, haben mehr als 640 Millionen Menschen in diese Nutzungsbedingung eingewilligt. (kas)

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Rubriklistenbild: © Debarchan Chatterjee/imago

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