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Nach massiver Facebook-Datenpanne: Bis zu 1000 Euro Schmerzensgeld für Betroffene

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Von: Clara Veiga Pinto

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11.000 Mitarbeiter müssen den Facebook-Konzern Meta verlassen. © Tony Avelar/AP/dpa

Wegen eines Facebook-Datenlecks sind riesige Mengen an persönlichen Datensätzen ins Netz gelangt. So können Betroffene nun Schmerzensgeld bekommen.

Kassel – Am Osterwochenende 2021 ging eine Meldung durch die Medien, die viele Facebook-Nutzer aufschrecken ließ. Persönliche Daten, also Handynummern und Mailadressen, von mehr als 530 Millionen Verwendern wurden im Internet veröffentlicht. Darunter auch Daten von rund 6 Millionen Menschen aus Deutschland. Schuld daran war eine Facebook-Sicherheitslücke.

Schon damals sei im Gespräch gewesen, dass den Betroffenen nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Schadenersatz in Höhe von 1000 Euro zustehen könnte. Jetzt gebe es erste Gerichtsurteile, die das bestätigen, berichtet die Stiftung Warentest. Mit einigen Tools und Facebook-Einstellungen können Sie Ihr Konto sicherer machen.

Datenleck bei Facebook 2021
530 Millionen Nutzer weltweit betroffen6 Millionen Nutzer in Deutschland betroffen

Datenpanne bei Facebook: So finden Sie heraus, ob Sie betroffen sind

Aber wie finden Sie heraus, ob Sie von der Datenpanne betroffen sind? Im Facebook-Hilfebereich können Nutzer prüfen, ob sie Apps in dem sozialen Netzwerk verwendet haben, die unerlaubt Daten sammelten.

Aber auch wenn Facebook anzeigt, dass keine blockierte App genutzt hätten, können Daten von Ihnen im Internet missbraucht werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, beim sogenannten HPI Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts der Universität Potsdam die E-Mail-Adresse einzugeben. Anschließend erhalten Sie eine Mail, ob Ihre Adresse und weitere Daten in bekannten dubiosen Datenbanken vorhanden sind.

Private Daten von Facebook im Internet: Tool hilft bei der Suche

Die Stiftung Warentest empfiehlt ein weiteres Tool, mit dem Sie prüfen können, ob ihre Daten veröffentlicht wurden. Bei der Web-App „Have I Been Pwned“ müssen Sie Ihre Handynummer im internationalen Format eingeben, also für deutsche Nummern erst „+49“.

Erscheint anschließend eine rote Meldung, ist Ihre Nummer Teil eines geklauten Datensatzes. Scrollen Sie ein wenig nach unten, wird auch angezeigt, in welchem Zusammenhang die Nummer auftaucht.

Auch bei Whatsapp, das zu Facebook gehört, gibt es vermehrt Daten- und Sicherheitsprobleme. Zum Beispiel kursieren trügerische Gewinnspiele auf dem Messenger.

Klagen gegen Facebook: Nutzer können Schmerzensgeld bekommen

Aktuell laufen tausende Klagen über deutsche Rechtsanwaltskanzleien, berichtet die Stiftung Warentest. Sie empfiehlt Betroffenen, zunächst selbst Schaden­sersatz von Facebook-Mutter­konzern Meta zu fordern.

Nahaufnahme von Mark Zuckerberg
Aktuell laufen zahlreiche Klagen gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta. Hier zu sehen: Gründer und Chef Mark Zuckerberg. © IMAGO / Starface

Im ersten Schritt können Sie die Forderung per Mail an impressum-support@support.facebook.com schicken. Die Stiftung Warentest rät hier, drei Tage auf Feedback zu warten, danach müsse ein Einschreiben nach Irland zum europäischen Meta-Sitz geschickt werden.

Bislang hat Meta nicht auf unsere Presseanfrage nach einem Statement reagiert. (Clara Pinto)

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