Threema, Telegram und Co.

Facebook-Medien stundenlang down: Die besten Alternativen zum WhatsApp-Messenger

Whatsapp war am Montag-Abend stundenlang nicht erreichbar.
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Whatsapp war am Montag-Abend stundenlang nicht erreichbar.

Auch WhatsApp-Nutzer litten unter dem stundenlangen Facebook-Crash am Montag. Wer sich nun nach Alternativen umsehen will, hat genug Möglichkeiten.

Menlo Park - Haben sie am Montag-Abend auch vergeblich versucht, ihre Liebsten über WhatsApp*, Instagram und Facebook zu erreichen und kamen nicht durch? Der Social-Media-Konzern war ab ungefähr 17:15 Uhr weltweit down* und ging erst ab Mitternacht langsam wieder online. Dabei brauchte WhatsApp noch am längsten, um sich wieder zu fangen. Viele Nutzer mussten in der Zwischenzeit also umsteigen.

So haben viele Menschen erstmals seit langer Zeit wieder eine SMS geschrieben, um zu kommunizieren. Andere haben sich einen Twitter-Account zugelegt, um zu erfahren, was genau los ist und wo sich die Internet-Gemeinde aktuell rumtreibt. Facebook, Instagram und Whatsapp wurden dabei zum Gespött und werden viel Vertrauen ihrer Geschäfts- und Privatkunden eingebüßt haben. Wer sich nun eine Messenger-Alternative zu Whatsapp* und dem Facebook-Messenger zulegen möchte, hat jedenfalls genug Möglichkeiten. Vor allem was die Datensicherheit betrifft.

WhatsApp-Alternative: Threema wurde durch Facebook-Übernahme groß

Gerade seit der Übernahme von Facebook wird WhatsApp* in diesem Punkt viel kritisiert. Es wird vor der Möglichkeit des Daten-Austausches mit dem großen Bruder gewarnt. Nutzer sind immer wieder gezwungen, aktualisierte Datenschutzrichtlinien zu genehmigen, um den Dienst nutzen zu können.

Der größte Gewinner der Facebook-Übernahme im Jahr 2014 war wohl Threema. Die App kostet zwar rund vier Euro, verspricht aber Sicherheit und Datenschutz. Die Entwickler sitzen in der Schweiz und sind somit nicht an EU-Richtlinien gebunden. Die Kommunikation ist außerdem, wie bei WhatsApp, „Ende-zu-Ende-verschlüsselt“, die gesendeten Nachrichten können also nur vom Sender und Empfänger entschlüsselt werden. Während dem Senden dürfen die Mitteilungen also keinesfalls von der Plattform eingesehen werden - egal, um welche Art von Nachricht es sich dabei handelt.

Threema vergibt zufällig generierte IDs, auf Wunsch können Namen angegeben werden und Telefonnummern sowie E-Mail-Adressen werden nur unter Zustimmung gespeichert. Der Dienst ist also ohne personenbezogene Angaben einsetzbar. Außerdem kann das Adressbuch des Handys abgeglichen werden, um Freunde auf der Plattform zu finden. Ob das jedoch passiert, hängt von ihren Freunden ab, denn die Zahlen stagnieren nach dem großen Hoch von 2014.

Whatsapp-Alternative: Telegram mit teilweise fragwürdiger Nutzerschaft

Anders als bei Telegram: Die Alternative erfreut sich aktuell immer größerer Beliebtheit und generiert teilweise große Öffentlichkeit. Ob diese Art von Öffentlichkeit dem Unternehmen jedoch genehm ist, ist nicht bekannt. Schließlich zieht die Plattform dank ihrer Technik immer mehr Verschwörungstheoretiker* und extremistische Gruppen an. Michael Wendler und Attila Hildmann sind nur die bekanntesten Beispiele in Deutschland.

Die Nachrichten sind bei den sogenannten „Secret Chats“ ebenfalls Ende-zu-Ende-verschlüsselt, private Chats sind vollverschlüsselt und werden nur auf lokalen Geräten gespeichert. Das trifft jedoch nicht auf Gruppenchats zu, die es teilweise mit tausenden Nutzern gibt. Der cloud-basierte Dienst verschlüsselt Chats auf dem Server neu, Bertreiber hätten also theoretischen Zugriff auf Daten. Nutzer müssen ihre Telefonnummer angeben, die gegebenenfalls von anderen Usern gesehen werden kann.

WhatsApp-Alternative: Signal von Edward Snowden empfohlen

Als sicherster Messaging-Dienst gilt aktuell Signal. Selbst der Whistleblower Edward Snowden empfiehlt die App, die Verschlüsselung wurde oft getestet und hat bestanden. Dabei fallen wenig Metadaten an und Nachrichten können sich auf Wunsch des Users selbst zerstören. Großer Vorteil des Dienstes ist außerdem, dass die App auf einer „Open-Souce-Software“ basiert. Das bedeutet, dass der Quelltext öffentlich eingesehen, geprüft und geändert werden kann.

Bei der Nutzung von Signal muss die Handynummer angegeben werden, der Name kann jedoch beliebig gewählt werden. WhatsApp nutzt zwar die gleiche Verschlüsselung der Nachrichten wie Signal, ist aber eben nicht „Open Source“ und kann somit nicht komplett auf Sicherheit gecheckt werden. Besonders was den Einfluss von Facebook angeht.

WhatsApp-Alternativen: Am Ende entscheiden Ihre Kontakte

Eher unbekannt, dafür aber ein kleiner Geheimtipp ist Element. Die App bietet „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ für Telefonate, Video-Calls und reguläre Chats mit Texten und Bildern. Bei der Nutzung muss eine bestätigte E-Mail-Adresse angegeben werden. Vorteilhaft ist auch, dass man sich über sogenannte „Bridges“ auch mit Nutzern von Telegram und weiteren Diensten austauschen kann. Damit wird zumindest teilweise die vergleichsweise geringe Nutzung von Element in Deutschland ausgeglichen.

Messaging-Dienste gibt es immer mehr, auch Ginlo, Wire, Skype und der Facebook-Messenger wollen erwähnt werden und haben ihre Vor- und Nachteile. Im Endeffekt kommt es aber wohl weniger darauf an, welche technischen Feinheiten die Anbieter versprechen, sondern viel mehr, welche Plattformen von Ihren Kontakten genutzt werden. Ohne entsprechende Empfänger ist das Versenden von Nachrichten, so verschlüsselt sie auch sein mögen, logischerweise nutzlos. In Sachen Verbreitung wären wir dann allerdings wieder beim Thema WhatsApp, das wohl unbestritten die größte Reichweite hat. Wenn es denn läuft. (ta) *Merkur.de und tz.de sind Teil von IPPEN.MEDIA

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