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Punk-Gitarrist bringt Pfand aus dem Proberaum zu Edeka: „Passte nicht ins Auto“

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Von: Armin T. Linder

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Eine Punkrock-Band aus Baden-Württemberg sorgt mit drei Edeka-Pfandbons für Staunen - was sich in ihrem Proberaum angesammelt hatte, passte nicht in ein Auto.

Lahr/Mahlberg - Mit stattlichen Pfand-Zetteln kann man immer wieder Eindruck machen im Netz. Denn es braucht schon eine Menge Mehrweg-Flaschen zu 8 Cent oder Einweg-Gebinde zu 25 Cent, um auf einen zwei- oder gar dreistelligen Euro-Betrag zu kommen. „Stolz mein Monatsgehalt abgeholt“, schrieb kürzlich ein Kaufland-Kunde zu seinem Bon. Auf 272,12 Euro kam einst ein Münchner. Und ein Kunde, der Pfand für 294,51 Euro abgab, machte einen Rewe-Mitarbeiter wütend.

Edeka-Trip bringt 60 Euro - „Kurz ma den Pfand ausm Proberaum weggebracht“

Wie enorme Flaschen- und Dosensammlungen zustande kommen, ist unterschiedlich. Bei der Drinking Squad ist die Erklärung offensichtlich, denn sie trägt eine ihrer Leidenschaften bereits im Namen (und in dem ihrer aktuellen Platte „You‘ll Never Drink Alone!“), berichtet tz.de.

Drinking Squad
Die Punkrock-Band Drinking Squad aus dem Schwarzwald, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2017. © Facebook

Es handelt sich dabei um eine vierköpfige Punkrock-Band aus Lahr (Baden-Württemberg) im Schwarzwald. Selbstbeschreibung: „Antifascist Punk Rock Lahr since 2013“. Vom alkoholfreien Straight-Edge-Lebensstil hält die Combo wenig. Stattdessen scheinen bei den Proben reichlich promillige Getränke zu fließen.

Das untermauern drei Pfandzettel, den die Band jetzt bei Facebook gepostet hat, wie tz.de berichtet. „Kurz ma den Pfand ausm Proberaum weggebracht“, ist da zu lesen. Die Zettel von einem Edeka-Markt in Mahlberg zeigen die Beträge 19,59 Euro, 16,25 Euro und 24,80 Euro. In Summe: ziemlich genau 60 Euro. „Edeka-Richkid-Punx“, spottet ein Fan. „Und schon ist die neue Pladde finanziert“ ein anderer.

Punkrock-Gitarrist bringt Pfand zu Edeka - „So viel passte einfach nicht ins Auto“

Da hatte sich eine Menge angesammelt im Band-Proberaum. Und es war viel Arbeit, alles zu Edeka zu bringen, berichtet Gitarrist Kostja (bei Punkrock-Bands sind Nachnamen mitunter eher unüblich) gegenüber tz.de: „Ich hab den Pfand tatsächlich alleine nach der Arbeit weggebracht, da so viel einfach nicht ins Auto passt und ich nen VW Crafter auf der Arbeit borgen musste.“

Seine Bilanz: „Es waren gut 13 Kästen, drei Säcke Dosen und ein Karton voller loser Flaschen. Das Ganze sollte alle 3-4 Monate gemacht werden, da sonst kein Platz zum Proben ist, und Sitzsäcke aus Pfanddosen weder bequem sind, noch Spaß beim Abgeben machen.“

Edeka-Zettel mit 60 Euro - Fast alle Gebinde enthielten davor Alkohol

Eine Frage drängt sich natürlich noch auf, beim Bandnamen Drinking Squad. Und den alten Vorurteilen, wonach in Band-Proberäumen eine Menge Promille zusammenkommen. Nämlich jene, was drin war in den Gebinden. „Alle leeren Flaschen enthielten zuvor Alkohol“, klärt Kostja auf. „Bis auf sechs Sprudelflaschen, die jedoch, wie es sich für ne Punkband gehört, zum Mischen von Weißweinschorlen (Schorli wiss sürr) benutzt wurden.“

Von dem Leergut-Berg auf dem Weg zu Edeka hat der Punkrocker übrigens kein Foto gemacht - aber ein anderes aus dem April (siehe oben) gibt einen ungefähren Eindruck. Gesund ist das mutmaßlich nicht, schließlich titelte unser Netzwerk kürzlich: „Menschen unter 40 sollten laut neuer Studie überhaupt keinen Alkohol trinken“. Aber wenigstens wären mal wieder ein paar Klischees erfüllt. Was sind eigentlich die Regeln bei der Pfand-Abgabe? Hier ein Überblick. (lin)

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