„Werden Verantwortung nicht gerecht“

Brennende E-Autos sorgen für viel Arbeit: Feuerwehrverband greift Autohersteller an

Brennende E-Autos erfordern aufwendigere Löscharbeiten. Die Feuerwehr erwartet von den Autoherstellern daher mehr Hilfe. (Symbolfoto)
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Brennende E-Autos erfordern aufwendigere Löscharbeiten. Die Feuerwehr erwartet von den Autoherstellern daher mehr Hilfe. (Symbolfoto)

Der deutsche Feuerwehrverband macht auf Löschkomplikationen bei brennenden E-Autos aufmerksam – und nimmt die Auto-Konzerne in die Pflicht.

Berlin – Aufgrund der stetigen Zunahme von Elektroautos auf den Straßen hat der deutsche Feuerwehrverband eine Warnung an die Öffentlichkeit geäußert. Dabei nahmen die Rettungskräfte insbesondere die Autohersteller in einem Interview ins Visier und forderten, dass diese künftig mehr Verantwortung übernehmen sollten.

Wie der Vorsitzende des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz betonte, würden „Hersteller ihrer Verantwortung für Elektroautos und den damit verbundenen Risiken nach einem Brandereignis bislang nicht ausreichend gerecht“. Das erklärte Peter Bachmeier dem Spiegel.

Spezielle Autohersteller wurden dabei nicht genannt, es handele sich eher um ein allgemeines Problem, da sich Berichte von brennenden E-Autos zunehmenden häuften: Demnach brennen in Deutschland pro Tag insgesamt rund 40 Autos.

Feuerwehrverband
SitzBerlin
Gründung10. Juli 1853
Rechtsformgemeinnütziger eingetragener Verein

Brand von E-Auto: Feuerwehr erklärt - Bekämpfung aufwendiger als bei Verbrennern

Der Feuerwehr ginge es aber nicht darum, E-Autos zu kritisieren. Bei den Elektrofahrzeugen sei keineswegs ein höheres Brandrisiko festzustellen. Vielmehr ginge es um die Löschvorgänge. Wie Bachmeier erklärte, sei die Brandbekämpfung bei E-Autos wesentlich aufwändiger als bei Verbrennern.

Es sei komplexer, arbeits- und auch ressourcenintensiver: „Ein normales Auto löscht man in einer Viertelstunde ab und braucht dafür 500 Liter Wasser. Beim E-Auto ist die Feuerwehr hingegen oft zwei bis drei Stunden beschäftigt* und braucht 10.000 Liter Wasser.“

E-Autos müssen nach Brand beobachtet werden – Feuerwehr nimmt Konzerne in die Pflicht

Darüber hinaus berichtete der deutsche Feuerwehrverband von einem weiteren Problem, dem sich die Autohersteller entziehen würden. E-Autos müssten nach einem Brand 72 Stunden beobachtet werden, sodass eine erneute Brandentwicklung der Batterie ausgeschlossen werden kann. Dies könne aber nicht Aufgabe der Feuerwehr sein, sagte Bachmeier.

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Stattdessen sollten die Konzerne Spezialisten beauftragen, welche die ausgebrannten Fahrzeuge abtransportieren und analysieren sollen. In der Chemieindustrie sei ein solches Vorgehen bereits gängig. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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