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Real-Kunde sammelt ein Jahr Pfand für eine PS5 – als er am Ziel ist, wird er bitter enttäuscht

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Von: Kai Hartwig

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Lange sammelte ein Real-Kunde Leergut, um sich die PlayStation 5 kaufen zu können. Eine große Geldsumme kam zusammen – doch der PS5-Traum platzte.

Uelzen/München – Immer wieder kommt es in Supermärkten und Discountern zu beträchtlichen Pfand-Abgaben. Der ein oder andere Kunde gibt bei Rewe, Edeka, Lidl, Aldi, Kaufland oder der Konkurrenz große Mengen Leergut ab. Mit einem Pfandbon von über 400 Euro beeindruckte ein Kaufland-Kunde jüngst. Doch da geht noch deutlich mehr, wie ein Fall bei Real zeigte, berichtet tz.de.

Real-Kunde sammelt „ein Jahr lang“ Leergut für PlayStation 5 – und kommt auf fast 800 Euro Pfandsumme

Ein Kunde aus Niedersachsen hatte offenbar die Berichte auf tz.de über Pfandbons mit großer Summe gelesen und konnte dies mühelos toppen. Er schickte unserer Redaktion im Juli 2022 zum Beweis einen Kassenzettel, den er in einer Real-Filiale in Uelzen im Dezember 2021 bekommen hatte. Der ausgezahlte Gesamtbetrag für seine Pfandbons hatte es in sich: ganze 765,50 Euro bekam der Leergut-Sammler ausbezahlt. Und wollte sich damit einen großen Wunsch erfüllen.

Pfandautomat im Supermarkt
Ein Jahr lang hat ein Real-Kunde Pfandbons gesammelt, um sich den Traum einer eigenen PS5 zu erfüllen - doch dann wird er bitter enttäuscht. (Symbolbild) © Lukas Schulze/dpa

Dabei bewies der Real-Kunde Sascha einen langen Atem. „Ich habe ein Jahr lang das Pfand gesammelt, weil ich mir davon eine PlayStation 5 kaufen wollte“, sagte er im Gespräch mit tz.de. „Ich dachte immer aus Spaß: ‚Mal schauen, wie weit ich damit komme‘“, ergänzte Sascha. Neben dem Privatverbrauch sammelte er liegengebliebenes Leergut auf der Straße ein. Dazu stellte der Niedersachse auch am Arbeitsplatz eine Pfandbox auf, wo seine Kollegen ihr Leergut spenden konnten.

So kam einiges zusammen. Die Leergut-Abgabe dieser Größenordnung war eine tagfüllende Aufgabe. „Ich habe morgens um zehn das erste Mal das Auto vollgepackt“, schilderte Real-Kunde Sascha. Insgesamt fünf Touren mit seinem Wagen waren nötig, ehe er gegen 18 Uhr alle Flaschen und Dosen im Pfandautomaten der Filiale untergebracht hatte. Wie viele es waren, wusste der Niedersachse indes nicht mehr. „Da hört man irgendwann auf zu zählen“, gestand er.

Der Kassenzettel einer Real-Filiale liegt auf einem Aktenordner
Diesen Kassenzettel bekam ein Real-Kunde nach der Leergut-Abgabe ausgehändigt. © tz.de

Pfandbon von fast 800 Euro: Real-Kunde muss Traum von PS5 trotzdem begraben

Bei der Leergut-Abgabe lief offenbar alles glatt. Verärgerung gab es bei den Anwesenden in der Real-Filiale wohl nicht. XXL-Pfandsammler Sascha entschärfte die Situation wohl auch selbst. Er unterbrach seine Abgabe am Automaten eigenen Angaben zufolge auch immer wieder, um andere Kunden vorzulassen. Einige spendeten demnach auch ihr Leergut und erhöhten so den Betrag weiter. Die fast 800 Euro waren schließlich genug, um den Kaufbetrag für eine PlayStation 5 aufzubringen.

Doch der fleißige Pfandsammler erlebte eine Enttäuschung. Wie so viele Konsolen-Fans weltweit konnte auch er sich den Traum von der PS5 wegen Lieferschwierigkeiten des Herstellers Sony nicht erfüllen. Dafür investierte er das gesammelte Geld in den Kauf eines Computers, wie Sascha tz.de erzählte.

Real: Kunde hatte bei großer Pfandbon-Abgabe Probleme - „Haben gedacht, ich habe die selbst gedruckt“

Dass die etappenweise Abgabe des Leerguts so rund lief, war übrigens keine Selbstverständlichkeit. Der Niedersachse hatte schon im Jahr zuvor bei Real einige Bons gleichzeitig abgegeben, dabei gab es aber offensichtlich Probleme. „Die haben gedacht, ich habe die selbst gedruckt, weil die alle die gleiche Endsumme hatten“, erinnerte Sascha sich.

Ein Mann hält zahlreiche Pfandbons von Real in seiner Hand
In einer Real-Filiale gab ein Kunde viel Leergut ab. Die Summe seiner Pfandbons erreichte fast 800 Euro. © tz.de

Er habe sein Geld erst nach über einer halben Stunde ausgezahlt bekommen. Zuvor hatten der Real-Filialleiter sowie der Leiter der Getränkeabteilung die Bons unter die Lupe genommen und deren Echtheit schließlich bestätigt. Die Problematik der gleichen Summe mehrerer Bons ensteht wohl durch eine automatische Einstellung an den Pfandautomaten. Die spucken dem Real-Kunden zufolge ab einer bestimmten immer einen Bon aus.

Den Traum von der PlayStation 5 hat er indes noch nicht aufgegeben. Und sich ein ehrgeiziges Ziel in Sachen Pfand gesteckt. „Dieses Jahr hol ich mir wieder welches, da versuche ich mal die tausend Euro zu knacken“, sagte Sascha mit einem Lachen. Laut Experten darf ein Supermarkt oder Discounter die Annahme solch großer Pfand-Mengen meist nicht verweigern. (kh)

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