Darum jubelt der Nachbar früher

Übertragung der Fußball-EM – Warum der Nachbar früher jubelt

Die Fußball-EM hat begonnen - Spannung ist da vorprogrammiert. Doch wie kann es sein, dass der Nachbar schon früher jubelt?

Kassel – Der Fußball lebt bekanntermaßen von Spannung. Entsprechend ärgerlich ist es, wenn der Nachbar die Tore bereits einige Sekunden vor einem selbst mitbekommt. Man stelle sich nur vor, Jubel oder lautes Fluchen würde einem sämtliche Spannung rauben, etwa wenn die Deutsche Nationalmannschaft in einem Elfmeterschießen steht oder das Finale der EM 2021* stattfindet.

Dass der Empfangsweg bis zur Wiedergabe am heimischen Fernseher unterschiedlich ausfallen kann, ist natürlich nichts Neues, kann bei einem Fußballturnier aber doch immer wieder ärgerlich sein. Einem Bericht von heise.de zufolge, empfingen schon bei der WM 2018 Millionen von Menschen die Bilder um einige Sekunden verzögert – je nachdem, ob man die Spiele über Satellit- oder Kabelfernsehen schaue. Noch drastischer wären die Unterschiede beim Streamen über Apps oder Streaming-Geräte.

Wie schnell man bei der Fußball-EM 2021 jubelt, kommt auf das Signal an. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen Satelliten- und Kabelempfang sowie Streaming-Angeboten.

Aus aktuellem Anlass hat heise.de erneut überprüft, wie sich die Empfangswege zueinander verhalten – und dabei sogar Unterschiede zur letzten Fußball-WM festgestellt.

Fußball-EM: Das stärkste Signal empfängt man per Satellit – Kabel hinkt hinterher

Spitzenreiter bleibe weiterhin das TV-Signal per Satellit in SD-Auflösung. Hier gerieten bei der von heise.de durchgeführten Überprüfung die geringsten Verzögerungen auf. Die hochauflösende HD-Variante per Satellit brauche allerdings nur wenige Millisekunden länger als das niedrigauflösende Pendant und bietet dabei das deutlich schärfere Bild.

Die schnellste Variante, also der Satellitenempfang, hinke der Realität auf dem Fußballfeld um sechs Sekunden hinterher. Da eine gewisse Grundlatenz für alle Übertragungswege gelte, würde man davon aber nichts merken, so heise.de. Wer eine gute Mischung aus guter Bildqualität und schneller Übertragung möchte, sollte die Fußball-EM also am besten auf diese Art verfolgen.

Ein deutlicher Unterschied sei beim Kabelfernsehen zu beobachten. Zwar werde das Bild sowohl bei SD- als auch bei HD-Übertragung etwa gleich schnell übertragen, allerdings auch satte 4,5 Sekunden später als beim Satelliten-Empfang. Per Stabantenne sei das Signal vom ARD hingegen bereits nach 0,5 Sekunden angekommen, das ZDF-Signal sei dagegen nach 1,5 Sekunden auf dem Bildschirm gelandet.

EM 2021: Fußball-Streams von ARD und ZDF sind echte Alternativen

Zudem überträgt Magenta-TV erstmals sämtliche Spiele der Fußball-EM – als einziger Sender in Deutschland. Beim Test von heise.de soll sich der vom Telekom-Anschluss unabhängige Magenta-TV-Stick jedoch als vergleichsweise lahm erwiesen haben: Mit ihm verzögere sich der Fernsehempfang um rund 21 Sekunden.

Von „richtig krassen Veränderungen“ berichtet heise.de im Streaming-Bereich: Ruft man die Apps von ARD und ZDF auf verschiedenen Streaming-Geräten auf, soll das Signal mit einer Verzögerung von nur 3 bis 5 Sekunden auf dem Bildschirm landen. Wer die Streams lieber am PC schaut, soll hingegen mit einer noch geringen Verzögerung, und zwar von 3 bis 4 Sekunden, rechnen. Damit liege der Streaming-Empfang noch vor dem Kabelfernsehen und Magenta-TV. Streaming-Apps wie WaipuTV und Zattoo liegen ebenfalls weit dahinter.

Wer in privater Runde mit Freunden und Bekannten die Fußball-EM schauen möchte, sollte am besten also entweder klassisch über den Satellitenempfang schauen, oder einen offiziellen Stream von ARD oder ZDF nutzen. Wer zu Alternativen greifen möchte oder muss, sollte sich, zumindest bei Spielen der Deutschen Nationalmannschaft, besser von der jubelnden Nachbarschaft abschirmen. Welcher Fernseher sich am besten dafür eignet, die Fußball-EM zu genießen, wurde in einem Test* unter die Lupe genommen. (Nail Akkoyun) *fr.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © U. J. Alexander/Imago

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