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Galeria Karstadt Kaufhof, C&A, Görtz, Primark: Zahlreiche Filialen schließen

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Von: Stella Henrich

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Immer mehr bekannte Einzelhändler schließen ihre Filialen. Was bedeutet das für deutsche Innenstädte?

München ‒ Ob die Verbraucher sparen, lässt sich so allgemeingültig nicht sagen. Aber im Einzelhandel scheint eine sinkende Nachfrage der Konsumenten der Fall zu sein und macht sich jetzt deutlich bemerkbar. Gleich mehrere große Ketten wie C&A, Galeria Karstadt Kaufhof, Primark oder Görtz haben Filialschließungen angekündigt. Das berichtet 24Rhein.de von IPPEN.MEDIA. Offenbar haben der Trend zum Online-Shopping, die Folgen der Corona-Pandemie sowie die Energiekrise vielen Händlern etablierter Marken einen heftigen Schlag versetzt.

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Am 11. Januar gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt, dass immer mehr Unternehmen Insolvenz anmelden. So sei die Zahl der Pleiten vom Oktober 2022 um 17,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Die meisten Insolvenzen gab es im Baugewerbe (+30,1 Prozent). Danach folgt der Handel mit +28,8 Prozent. Die Folgen der Filialschließungen im Handel dürften somit auch für viele Städte bzw. Innenstädte spürbar werden. Bestes Beispiel: Galeria Karstadt Kaufhof will 90 von derzeit 131 Filialen schließen, 40 sind bereits laut Unternehmenschef Miguel Müllenbach sehr wahrscheinlich, so 24Rhein.de. 47 Galeria-Filialen sollen auch nicht mehr von Buero.de übernommen werden. Der Online-Händler hat inzwischen sein Angebot zurückgezogen. Welche Standorte von den Schließlungen konkret betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Eine Entscheidung soll noch in diesem Monat getroffen werden.

Galeria Kaufhof in Halle schließt zum Jahresende.
Immer mehr Einzelhändler schließen ihre Filialen. Auch Galeria Karstadt Kaufhof ist betroffen. (Symbolbild) © dpa/(Symbolbild)

Pleitewelle im Handel - Platzhirsche wie C&A und Primark bleiben nicht verschont und schließen Filialen

Ähnliche schlechte Nachrichten gibt es auch vom Modehändler C&A. Das Unternehmen hat über 400 Standorte in Deutschland, 100 davon in NRW. Schließungen in Kiel, Rendsburg und Elmshorn sollen konkret sein. Ob weitere dazukommen, ist noch unklar, berichtet merkur.de. Bereits im vergangenen Jahr ging bei 13 C&A-Filialen das Licht aus. Nun kommt auch noch der Discount-Modehändler Primark mit düsteren Aussichten um die Ecke. Zwei Geschäfte der insgesamt 32 Filialen schließen sicher. Darunter Primark in Weiterstadt und in Berlin. Die Filiale in Weiterstadt bei Darmstadt in Hessen machte bereits Ende Oktober 2022 zu. Auch weitere Schließungen sind möglich. Der Modehändler soll den Online-Handel komplett verschlafen haben und kämpft mit dramatischen Umsatzeinbußen.

Die angekündigten Filialschließungen großer Handelsketten haben nicht nur Auswirkungen auf das vielfältige Warenangebot für Kunden, sondern auch auf das Gesicht von Innenstädten, wenn es zu Leerständen von großen Immobilien in Innenstadtlage kommt. Weiterer Insolvenzfall: Der Hamburger Schuhhändler Görtz mit seinen über 160 Filialen in Top-Lagen in Deutschland und Österreich. Auch er pleite. Als wesentlichen Grund nennt der Händler auf seiner Internetseite die Kaufzurückhaltung der Kunden. In Köln bleibt laut t-online nur eine Filiale von insgesamt fünf übrig. In Bremen machen alle drei Geschäfte dicht und in Hamburg, Flensburg, Ahrensburg, Braunschweig, Dortmund, Lüdenscheid und Regensburg soll jeweils eine Filiale vor dem Aus stehen. An einem Sozialplan für die Mitarbeiter wird gearbeitet. Weitere Schließungen werden nicht ausgeschlossen.

Mehr als 30.000 Made.com-Kunden erhalten keine Rückerstattung für bestellte und nicht gelieferte Ware.
Immer mehr Einzelhändler schließen ihre Filialen. (Symbolbild) © Peter Kneffel/ dpa

Pleitewelle im Handel - Adler, Esprit, Hallhuber, H&M, Orsay und Pimkie dünnen Filialnetz aus oder verschwinden ganz

Doch offenbar geht die Pleitewelle auch nicht spurlos an Online-Händlern vorbei. So wird ein Münchner Online-Sportartikelhersteller aktuell zum Sanierungsfall. Bei Adler, Esprit, Hallhuber und H&M kam es bereits in den Vorjahren zu Insolvenzen und Schließungen, die teils unter den Rettungsschirm der Regierung geflüchtet waren. 2021 hat Media Markt/Saturn 13 Filialen geschlossen, der Elektronikhändler Conrad verabschiedete sich weitgehend von seinen Filialen und setzt jetzt verstärkt auf seinen Online-Shop. Orsay hat laut 24rhein.de inzwischen alle 197 Filialen hierzulande dichtgemacht. H&M verkleinert derweil die Verkaufsfläche von Filialen oder schließt unrentable Filialen ganz. Und auch die Modekette Pimkie ist mittlerweile in vielen Innenstädte Geschichte.

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