Gesundheit

Lebensgefahr für Kinder und Tiere: Diese giftigen Pflanzen im Garten nicht unterschätzen

Die Frucht gibt den Namen - kleine, stachelige Kugeln entwickeln sich aus den Blütentrompeten des Stechapfels
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Die Frucht gibt den Namen - kleine, stachelige Kugeln entwickeln sich aus den Blütentrompeten des Stechapfels.

So sehr der Anblick von bunten Blumen im Garten genossen wird: Auch hierzulande gibt es giftige Pflanzen – mit teils lebensbedrohlicher Wirkung.

Kassel – Sobald die Temperaturen steigen, beginnen die Blumen und Sträucher im heimischen Garten wieder zu blühen. Dann werden auch die sonnigen Tage im Frühling und Sommer dafür genutzt, neue Pflanzen zu setzen. Auch der Balkon kann mit den richtigen Pflanzen verschönert werden.

Doch nicht nur in fernen Ländern gibt es giftige Pflanzen. Auch hierzulande sollte man Acht geben. Denn: Selbst die schönsten und bunten Gewächse können giftig sein – teils sogar lebensgefährlich.

Diese giftigen Pflanzen sollten Sie aus dem Garten verbannen

Vor allem Kinder können die Gefahren noch nicht einschätzen und neigen dazu die bunten Blumen zu ertasten oder sich gar in den Mund zu stecken. Auch Haustiere wie Hunde und Katzen knabbern gerne an der ein oder anderen Pflanze. Das gilt auch für bestimmte Sträucher und Bäume, die oft im Garten gesetzt werden.

Diese Pflanzen sind besonders giftig:

  • Eisenhut (Aconitum): Die giftige Schönheit umfasst rund 300 Arten, von denen viele aus Asien stammen. Dabei sind sämtliche Pflanzenteile gefährlich. Bereits Kontakt über die Haut kann Vergiftungserscheinungen wie Taubheit und Übelkeit auslösen. Auch für Haustiere ist die Pflanze giftig.
  • Rizinus (Ricinus communis): Die auch als Wunderbaum bekannte Pflanze hat mit ihren breiten, violett-grünen glänzenden Blätter eine beeindruckende Erscheinung. Bis zu zwölf Meter kann sie groß werden. Die Samen werden auch zur Herstellung von Rizinusöl ausgepresst. Doch die Samenschalen enthalten das hochgiftige Rizin. Das kann bereits in einer Dosis von 0,25 Milligramm für Menschen tödlich sein.
  • Stechapfel (Datura stramonium): Diese Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Mit den großen weißen Trichterblüten und den stacheligen Früchten fällt sie auf. Allerdings ist sie stark giftig und gehört nicht in den Garten. Der Giftgehalt ist in den Früchten und Samen besonders hoch. Noch heute werden die Blätter des Stechapfels verwendet, um einen berauschenden Zustand hervorzurufen. Davon ist allerdings dringend abzuraten. Zu den Vergiftungssymptomen zählen stark erweiterte Pupillen, Schluck- und Sprachstörungen sowie Halluzinationen.
  • Tollkirsche (Atropa belladonna): Um die Tollkirsche ranken sich viele Mythen. Doch auch sie gilt als sehr giftig und sollte nicht im Garten gepflanzt werden. Die giftigen Alkaloide der Pflanze wie das L-Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin wirken sich auf das Nervensystem des Menschen aus. Vor allem für Kinder ist diese Pflanze gefährlich. Schon drei bis fünf Beeren können eine tödliche Dosis ausmachen. Eine Vergiftung erkennt man etwa an heißer und geröteter Haut sowie Schluck- und Sprachstörungen.

Im Video: Giftige Tiere und Pflanzen in Deutschland

Tipps für den Garten: Im Fall einer Vergiftung den Giftnotruf wählen

Neben diesen Pflanzen gelten aber auch noch weitere Blumen und Sträucher als besonders giftig – darunter Seidelbast, Herbstzeitlose, Goldregen und Pfaffenhütchen. Aber auch Eibe und die schönen Maiglöckchen haben eine toxische Wirkung.

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Vor allem im Juni und Juli sollten Sie aufpassen. In dieser Zeit hat der Riesen-Bärenklau seine Hauptblütezeit. Das imposante Gewächs mit den gezahnten Blättern und dem auffällig rot gesprenkelten Stängel kann schwere Verbrennungen und Hautreizungen verursachen. Derartige Pflanzen sollten aus dem eigenen Garten verbannt werden.

Im Jahr 2020 wurden über 35.000 Beratungsfälle zu Vergiftungen verzeichnet, so das Giftinformationszentrum Mainz. Darunter sogar über 1700 Fälle bei Tieren. Beim Verdacht auf eine Vergiftung ist die Giftinformationszentrale der Universitätsmedizin Mainz zum Beispiel unter der Telefonnummer 06131/19240 rund um die Uhr erreichbar. Im Notfall, etwa bei Bewusstlosigkeit, sollte in jedem Fall die Rettungsstelle über 112 informiert werden. (kas)

In Deutschland breitet sich das „tödlichste Tier der Welt“ immer mehr aus - so können sie es sich vom Leib halten.

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