Juckender und schmerzhafter Biss

Was Sie gegen Grasmilben und ihre juckenden Bisse tun können

Die Bisse von Grasmilben sind nicht nur schmerzhaft, das Jucken kann zudem mehrere Wochen anhalten. Das können Sie gegen die unsichtbare Plage im Garten tun.

Kassel – Sie können in Massen auftreten und zur einer echten Plage werden. Vor allem Garten-Besitzer haben es mit ihr zu tun. Die Rede ist von der Grasmilbe. Ihre Bisse sind nicht nur unangenehm, sondern auch langanhaltend. Bis zu 14 Tage kann sich die negative Wirkung der Milbe auf den Körper auswirken.

Warum die Grasmilbe eine wirkliche Plage – nicht nur im Garten – darstellt und wie Sie Bisse erkennen können und wie sie gegen die Milben vorgehen können.

Grasmilbe: Gartenplage mit schmerzhaften Biss

Eigentlich ist der Begriff „Grasmilbe“ nur die gängige Bezeichnung der Milbe. Genaugenommen handelt es sich bei der Art um die Herbstmilbe oder auch Erntemilbe. Sie gehört, wie auch andere Arten zur Klasse der Spinnentiere. Zu dieser gehören übrigens noch ganz andere Garten-Plagen, beispielsweise die Zecke. Die Grasmilbe ist besonders in der Zeit von Juli bis Oktober aktiv.

  • Aussehen der Bisse: Mehrere Rote Quaddeln. Sowohl einzelne größere als auch mehrere kleinere möglich.
  • Bevorzugte Stellen: Leiste, Intimbereich, Innenbeugen, unter den Achseln, an den Gelenken und an Stellen mit eng anliegender Kleidung
  • Dauer: Bis zu 14 Tage andauernder starker Juckreiz

Doch was macht die Grasmilbe genau zum Problem? Es sind ihre Ernährungsgewohnheiten.* Denn der Name führt in die Irre, die Herbstmilben ernähren sich keineswegs von Gras und Pflanzen. Stattdessen erklimmen sie Grashalme und lauern in bis zu 20 Zentimetern Höhe auf ihre Beute. Das können Tiere wie Hunde oder Katzen, aber auch Menschen sein. Gerade Kinder werden durch das Spielen im Garten häufig Opfer der Milbe.

Auch im Garten und gerade auf höher wachsenden Wiesen können Grasmilben lauern. Kinder sind häufig besonders betroffen.

Mit ihren Mundwerkzeugen ritzen sie dann die Haut ihres Opfers an und sondern Speichelsekret ab. Dadurch wird das Gewebe aufgelöst und die Milbe kommt an Zellsekret und Lymphe – ihre Leibspeise. Da sie besonders weiche und warme Stellen am Körper bevorzugt, sind die Grasmilbenstiche oft besonders unangenehm.

Garten: Wie sollte man den Biss der Grasmilbe behandeln?

Problematisch ist bei den Bissen der Milbe vor allem die Dauer des Leidens. Denn ein Biss der Herbstmilbe kann bis zu 14 Tage lang jucken. Auch werden sie häufig nicht sofort als solche erkannt, denn das Jucken tritt verzögert auf. Teilweise dauert es einige Tage, bis sich die Bisse der Grasmilbe bemerkbar macht. Dann sind die Larven bereits abgefallen und der Auslöser somit nicht mehr sichtbar.

Wurde der Auslöser der Bisse im Garten jedoch erkannt, dann hilft vor allem ein Mittel gegen den Juckreiz, erklärt das Gesundheitsamt Baden-Württemberg: „Der Juckreiz wird lokal mit Antihistaminika oder Corticosteroiden behandelt, falls es durch Kratzen zu Sekundärinfektionen gekommen ist, auch antiseptisch. Gegen den Juckreiz hat sich das Einreiben der Stichstellen mit 70 % Alkohol bewährt, in der Literatur wird auch Franzbranntwein mit Menthol empfohlen. Gegen den permanenten, heftigen Juckreiz, der in der nächtlichen Bettwärme kaum erträglich sein kann, werden auch Antihistaminika oral empfohlen.“

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Plage im Garten und auf Wiesen: Wie kann ich die Grasmilbe loswerden?

Ein weiterer Faktor: Die Milben treten keineswegs nur im Gras auf. Sie können auch ins Haus kommen. Wie das Gesundheitsamt weiter mitteilt, können die Grasmilben auch in Häuser und Wohnungen eindringen. Es gibt einen Trick, mit dem Milbenbefall auf einer Grasfläche erkannt werden kann. Laut Gartenjournal.net genügt es, ein weißes Blatt Papier bei warmem Wetter in das Gras oder auf die Wiese zu legen. Denn die Milben bevorzugen helle und vor allem warme Oberflächen. Schon nach 15 Minuten könnten dann die ersten Larven auf das Blatt gekrabbelt sein.

Grasmilben heißen genau genommen Erntemilben oder Herbstmilben (Neotrombicula autumnalis) und gehören zur Klasse der Spinnentiere.

Leider ist laut dem Gesundheitsamt noch kein verlässliches Mittel bekannt, mit dem man die Milben komplett bekämpfen kann. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, mit denen man die Plage reduzieren und einer weiteren Ausdehnung zuvor kommen kann. Dazu gehören laut dem Gesundheitsamt:

Im gesamten GebietIndividueller Schutz
Gras häufig mähenBodenkontakt reduzieren
Grasschnitt schnell entsorgenLange und möglichst undurchlässige Bekleidung
Mäuse bekämpfen (häufiger Wirt der Milbe)Insektenschutz auftragen
Gummihandschuhe bei der Gartenarbeit
Schnelles Duschen nach Aufenthalt befallener Flächen

Grasmilbe: Befall in der eigenen Wohnung – das sollten Sie tun

Vor einem langanhaltenden Befall in der Wohnung oder im Haus müssen sich Verbraucher übrigens nicht fürchten. Sobald die Larven abfallen, finden sie keine Nahrung mehr und verenden. Doch auch gegen das Eindringen in die Wohnung gibt es Tricks zur Vorbeugung.

Dazu gehören eine heiße Dusche, nachdem man Draußen unterwegs war und das heiße Waschen der Kleidung. Auch die Schuhe müssen gesäubert werden. Helfen können außerdem Seifen und Shampoos – auch bei ihren Haustieren. Achten Sie jedoch darauf, dass sie ein geeignetes Pflegeprodukt für Hund oder Katze auswählen. Auch das Waschen des Körbchens, oder der Decke kann helfen. (Sophia Lother) *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © quintanilla/Imago

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