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Genug Geld sparen und mit 30 in Rente? – Ein Paar hat es mit dieser simplen Strategie geschafft

Mit 30 Jahren in Rente gehen - das war das Ziel eines jungen Paares aus Kanada. Und sie haben es geschafft - mit diesem simplen Tipp zum Sparen. (Symbolbild)
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Mit 30 Jahren in Rente gehen - das war das Ziel eines jungen Paares aus Kanada. Und sie haben es geschafft - mit diesem simplen Tipp zum Sparen. (Symbolbild)

Mit Anfang 30 in Rente? Klingt zu schön, um wahr zu sein. Doch ein Paar aus Kanada hat es geschafft - und gibt nun Tipps zum Sparen.

Kassel - In Kanada gibt es ein finanziell freies Paar, das mit Anfang 30 in den Frühruhestand ging - Kristy Shen und Bryce Leung. Ihre Botschaft ist klar: Spare Geld wie ein Irrer. Investiere in ETFs (Exchange Traded Fund).

Anstatt ein Haus auf Pump zu kaufen, sollte man sich lieber für ein Depot entscheiden. Das schaffe passive Einkommensströme. Ein Haus koste nur Geld. Vor allem eine Hypothek könne ein Klotz am Bein sein, erklärt das Paar.

Ihr Vermögensaufbau begann ziemlich typisch wie für viele andere Familien. Sie sparten für eine Anzahlung, um ein Haus zu kaufen und wollten mit einem üppigen Eigenkapital das Investment wagen. Aber in Kanada gingen die Immobilienpreise durch die Decke. Je mehr Geld sie sparten, desto mehr stiegen die Preise. Ein Einfamilienhaus kostete 1 Million Dollar. Das machte das Paar nachdenklich, erklären die beiden in ihrem Buch Quit Like a Millionaire – zu Deutsch Kündige wie ein Millionär.

Paar geht durch Sparen mit Anfang 30 in den Ruhestand: 4-Prozent-Regel verhalf ihnen zum großen Geld

Nach sieben Jahren des Geldsparens hatten sie 2012 eine halbe Million Kanadische Dollar zusammen. Leung wurde skeptisch, ob der Hauskauf das Richtige für sie war. Für die nächsten 25 Jahre wollte er keine Schulden abtragen, wenn er stattdessen in ungefähr drei Jahren dauerhaft in den Ruhestand gehen konnte.

Er rechnete sich auf Basis der „4%-Regel“ aus, dass für beide 1 Million Kanadische Dollar reichen würden, erklärt er in seinem Buch. Diese Regel besagt, dass ein Ruheständler jährlich 4 Prozent ihres Geldes fürs Leben nutzen kann, ohne hierdurch langfristig in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Möglich wird dies durch einen stetigen Zufluss durch Zinsen und Dividenden, welche die jährliche Geldentnahme weitestgehend abdecken können.

So kamen Kristy Shen und Bryce Leung bei ihren jährlichen Ausgaben von rund 40.000 kanadischen Dollar (rund 27.000 Euro) auf eine Summe von einer Million kanadische Dollar (circa 678.000 Euro). Daraufhin beschloss das Paar, sich von nun an darauf zu konzentrieren, die restliche Summe anzusparen – und zu lernen, wie sie ihr Geld richtig investieren.

Ein Paar ging mit Anfang 30 in den Ruhestand: Nun reisen sie mit ihrem gesparten Geld um die Welt

Gesagt, getan. Sie sparten ihr Geld in drei Kernbereichen: Transport, Wohnen und Essen. Sie mieden es, auswärts zu essen, nutzten nur den ÖPNV und Mitfahrgelegenheiten und lebten außerhalb der Innenstadt, um Miete zu sparen. Durch ein Haushaltsbuch erkannten sie schnell, wo sie noch sparen konnten: die Getränke.

Leung gab 400 Dollar monatlich für Bier aus. Die Barbesuche kamen nicht mehr in Frage. Ihre Ersparnisse haben sie aggressiv in einen günstigen Indexfonds (ETF, Exchange Traded Fund) eingezahlt.

Rente mit Anfang 30: ETF-Portfolio von Kristy Shen und Bryce Leung

  • Einen Anteil von 40 Prozent stellt ein ETF, der in kanadische Staatsanleihen investiert.
  • 20 Prozent entfallen auf einen ETF, die großen und mittelgroßen kanadischen Unternehmen abbildet.
  • Ein ebenso großer Anteil ihres investierten Geldes (20 Prozent) steckt in einem ETF, der den gesamten US-amerikanischen Aktienmarkt abdeckt.
  • 16 Prozent sind in einen ETF investiert, der 1500 Unternehmen in Europa, Asien und Australien umfasst.
  • Mit den restlichen vier Prozent setzt das Paar auf einen ETF für Aktien aus Schwellenländern (Emerging Markets).

Quelle: Blog von Kristy Shen und Bryce Leung Millennial-Revolution.com

Die Zahlen stimmten. Drei Jahre später zogen sich die damals 31-jährige Shen und der damals 32-jährige Leung in die Freiheit zurück. Mit ihrer ETF-Strategie hatte das Paar im Jahr 2014 eine Million kanadische Dollar (circa 678.000 Euro) zusammen, die es als Sparziel anvisiert hatte.

Die beiden Computeringenieure reisen seither mit dem Geld um die Welt. Reisen kostete sie weniger als ein Jahr zu Hause in Toronto zu sein. Ihr Depot wuchs sogar weiter. Sie haben heute mehr Geld als damals, als ihr Privatier-Dasein begann.

Kaum ist das Gehalt auf dem Konto, ist es auch schon wieder weg und in jeder Ecke der Wohnung stapeln sich Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht. Genau gegen dieses Phänomen soll der 100-Euro-Trick helfen können. (Luisa Weckesser)

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