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Gemüsechips als gesunde Alternative? Was Fachleute zum Lebensmittel-Trend sagen

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Von: Kilian Bäuml

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Gemüsechips sind seit Jahren ein echter Trend und gelten als gesunde Snack-Alternative. Aber stimmt das überhaupt? Wie gesund sind Gemüsechips wirklich?

Kassel – Sie sind der Klassiker unter den Snacks in deutschen Wohnzimmern: die Kartoffelchips. Laut dem Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie BDSI isst jeder Deutsche mehr als ein Kilogramm von ihnen im Jahr. Doch ihr Image ist schlecht, sie sind sehr fett- und kalorienhaltig, das macht sie ungesund.

Wer auf seine Ernährung achtet, greift deshalb vielleicht eher zu Gemüsechips. Viele halten sie für gesünder als die herkömmliche Variante, aber stimmt das wirklich oder sind gesunde Chips Wunschdenken?

Gemüsechips: Gemüse als Zutat ist nicht automatisch gesund

Inzwischen gibt es Gemüsechips aus fast jeder Sorte: Süßkartoffeln, Karotten, Rote Beete und sogar Linsen und Kichererbsen werden zu Chips verarbeitet. Die Grundzutat der Chips ist dementsprechend gesund – doch die Grundzutat ist nicht alles, auch die Verarbeitung ist wichtig.

Wird das Gemüse schonend zubereitet, können die meisten Nährstoffe erhalten werden „Dann habe ich eine Gemüseportion mit Wasser, vielen Ballaststoffen, Vitamin C und vielen sekundären Pflanzenstoffen“ sagt Ernährungswissenschaftlerin Heike Lemberger dem NDR. Bei den Gemüsechips ist das jedoch nicht der Fall.

Eine Hand greift nach Gemüsechips
Sind Gemüsechips wirklich gesünder? (Symbolbild) © Imago

Gesunde Gemüsechips: Beim Frittieren gehen Nährstoffe verloren

Gemüsechips werden meistens frittiert, was ihren Fettgehalt erhöht, viele andere Nährstoffe gehen dafür durch die hohe Temperatur beim Frittieren verloren. Die Expertin sagt dazu: „Entziehe ich dem Gemüse das Wasser und gebe noch Fett und Salz hinzu, verändere ich das Lebensmittel. Das bedeutet, ich habe wenig zu essen und nehme sehr viele Kalorien auf eine kleine Menge auf. Das füllt den Magen nicht.“

Problematisch ist außerdem, dass bei der Zubereitung in der Fritteuse Acrylamid entstehen kann – ein Stoff, der krebserregend ist und für den keine Grenzwerte festgelegt wurden.

Kartoffelchips pro 100 GrammGemüsechips pro 100 Gramm
536 Kalorien473 Kalorien
35 Gramm Fett23 Gramm Fett
53 Gramm Kohlenhydrate60 Gramm Kohlenhydrate
(Quelle: USDA)

Alternative zu Kartoffelchips: Sind Gemüsechips gesünder?

Doch nicht alle Gemüsechips kommen aus der Fritteuse, trotzdem sind auch die nicht frittierten Chips nicht unbedingt gesund. Die Ersparnis von Fett beim Frittieren sorgt nicht automatisch für eine Kalorienersparnis, schreibt die Verbraucherzentrale. Weiter heißt es, dass die Gemüsechips nicht durch gesunde Nährstoffe, sondern vor allem durch ihren hohen Salzgehalt auffallen und nicht per se gesünder sind als herkömmliche Chips. Kartoffeln an sich sind nicht ungesund, richtig zubereitet können Kartoffeln sogar beim Abnehmen helfen. (kiba)

Tipp: Chips im Backofen selbst machen

Eine gesunde Alternative zu den herkömmlichen Kartoffelchips ist es, Chips selbst herzustellen. Hierzu schneidet man das gewünschte Gemüse in dünne Streifen und mariniert es mit etwas Öl, Salz und Pfeffer (oder Gewürzen nach Wahl), schreibt der NDR. Anschließend wird das Gemüse bei 120 Grad Celsius für circa 45 Minuten gebacken.

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