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Geschirrspüler richtig nutzen: Klarspüler kann zur Gefahr werden

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Von: Romina Kunze

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Geschirrspüler mit Klobürste
Geschirrspüler können im schlimmsten Fall Darmerkrankungen verursachen. © Steinach/imago

Gefahr aus der Spülmaschine – was absurd klingt, hat nun eine neue Studie ergeben. Ursache für das Gesundheitsrisiko sollen Inhaltsstoffe im Klarspüler sein.

Zürich – Wohl dem, der einen Geschirrspüler zu Hause hat und sich nach dem Essen das aufwendige Abspülen sparen kann. Damit Teller, Tassen und Co. auch wieder vor Sauberkeit glänzen, brauchen die Maschinen Klarspüler. Das Reinigungsmittel soll neuen Erkenntnissen zufolge aber Folgen für die Gesundheit haben. Das will ein internationales Forschungsteam der Universität Zürich herausgefunden haben.

So können laut der Studie, die im Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht wurde, die Inhaltsstoffe von Klarspülern den Darmtrakt schädigen und im schlimmsten Fall Auslöser für chronische Krankheiten sein. Anlass für die Untersuchung sei dem Forschungsteam zufolge die „zunehmende Zahl chronisch entzündlicher Erkrankungen“ gewesen, die mit einer undichten Epithelbarriere (Grenzgewebe) des Darms zusammenhängen, wie es in der englischsprachigen Studie heißt.

Vorsicht bei Geschirrspülern: Zellschicht des Darms kann beschädigt werden

Kritisch für die Gesundheit können demnach Rückstände eines giftigen Klarspüler-Inhaltsstoffs werden, sogenannten Alkoholethoxylate. Dabei handelt es sich um ein nicht-ionisches Tensid. Bleibt diese Substanz auf dem Geschirr, mischt sie sich bei der nächsten Nutzung in die Lebensmittel und wird beim Essen oder Trinken vom Menschen aufgenommen. So gelangt der Schadstoff schließlich in den Magen-Darm-Trakt.

Was gut gegen heftige Schmutzablagerungen auf dem benutzten Besteck und Geschirr ist, ist jedoch ungesund im menschlichen Körper. Denn die Zellschicht des Darms, die den Darm vor Fremdkörper schützen soll, wird angegriffen. Ist die Schicht beschädigt, öffnet das der neuen Studie zufolge Tür und Tor für allerlei Krankheiten, von Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten bis hin zu einer Leberzirrhose und Multipler Sklerose. Sogar chronische Depressionen und Alzheimer könnten dadurch ausgelöst werden.

Gesundheitsrisiko für den Magen-Darm-Trakt: Bisher nur am künstlichen Darm getestet

Besonders häufig blieben die schädlichen Rückstände der Studie nach bei professionellen Geschirrspülmaschinen, wie sie vor allem in der Gastronomie eingesetzt werden. Das Problem: Dadurch, dass die Maschinen dort häufig nur für eine kurze Zeit, dafür aber mit hoher Temperatur und hohem Druck laufen, wird deutlich weniger Wasser verbraucht. Der Extra-Spülvorgang, der den Klarspüler und damit auch die Schadstoffe abwaschen soll, entfällt meist.

Warum wir Bakterien in unserem Darm brauchen

Bakterien – im Volksmund werden sie gerne auch als Übeltäter von fiesen Krankheiten verstanden. Das stimmt nur halb. Im Darm, zum Beispiel, brauchen wir Bakterien. Sie schützen vor Krankheitserreger und fördern das körpereigene Immunsystem. Zumindest, sofern es sich dabei um die „guten“ Bakterien handelt. Denn es muss zwischen guten und schlechten unterschieden werden. Zu den wünschenswerten Bakterien in unserem Darm zählen Bifidobakterien und Milchsäurebakterien (Lactobazillen), die für einen sauren Gehalt im Darm sorgen und somit schlechte Darmbakterien abwehren. Außerdem tragen sie zu einer gesunden Verdauung bei. Auf Kolibakterien und Clostridien könnte ein gesunder Darm dagegen getrost verzichten. Sie können zu Entzündungen im Trakt oder Durchfallerkrankungen führen.

Quelle: STADA Arzneimittel AG

Bei der Studie verwendeten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen einen im Labor künstlich gezüchteten Mini-Darm. Das Darm-Modell ersetzt Tierversuche. Dadurch fehlen dem Forschungsteam aber in-vivo-Daten, also aussagekräftige Untersuchungen am lebendigen Organismus. Um das Gesundheitsrisiko zu minimieren, müsse man die exakten Folgen von Alkoholethoxylaten weiter erforschen und unbedenkliche Alternativen finden, fordern die Forschenden. (Romina Kunze)

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