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Giftige Spinne breitet sich in Deutschland aus: So gefährlich ist ihr Biss wirklich

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Von: Svenja Wallocha

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Die giftige Ammen-Dornfingerspinne sorgt in Deutschland für Unbehagen. Doch wie gefährlich ist sie wirklich?

Kassel – Bei giftigen Tieren denken viele zunächst an Spinnen und Schlangen aus tropischen Regionen. Doch auch hierzulande gibt es ein paar unangenehme Vertreter. Einer davon ist der Ammen-Dornfinger. Er zählt zu den giftigsten Tieren in Deutschland. Ein Biss ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann für Menschen auch gefährlich werden. Einige Dinge sollte man deshalb beachten.

Der Ammen-Dornfinger, häufig auch nur Dornfinger genannt, ist laut dem Nabu Brandenburg „die einzige heimische Spinne, die in der Lage ist, die menschliche Haut mit ihren Kieferklauen zu durchdringen“ und so ihr Gift zu injizieren. Beißt die Spinne zu, kann das auch für Menschen recht unangenehm sein. Schon seit den 50er Jahren ist die Spinnenart in Deutschland ansässig. Seitdem nimmt ihre Population zu, was auch mit steigenden Temperaturen zusammenhängt. Denn eigentlich ist der Ammen-Dornfinger im Mittelmeer-Raum zuhause.

Wie gefährlich ist der Ammen-Dornfinger? Giftspinne in Deutschland – Population nimmt zu

Vor allem auf Waldlichtungen, Äckern und Wiesen ist der Ammen-Dornfinger zu finden – wenn auch eher selten. Denn die giftige Spinne gilt als äußerst scheu und beißt nur zu, wenn sie massiv gestört wird. Kommt es dennoch dazu, soll der Biss laut Betroffenen ähnlich schmerzhaft sein, wie ein Wespenstich.

Das berichtet auch Arachnologe Dr. Peter Jäger gegenüber dem MDR. „Die kommen sehr wohl und gut durch unsere Haut. Da ist es tatsächlich so, dass so ein Schmerz bis zu zwei Tage anhalten kann, dann aber ohne Nachwirkungen wieder verschwindet“, beschreibt der Spinnenforscher den Biss der Spinne. Neben Schmerzen und Schwellungen an den betroffenen Stellen, kann es in seltenen Fällen auch zu Symptomen wie Fieber, Kreislaufversagen, Schwindel, Schüttelfrost oder Erbrechen kommen. Spätestens nach drei Tagen sollten diese aber vollständig verschwunden sein. Generell gilt: Wer sich nach einem Stich oder Biss eines Tieres unwohl fühlt, sollte immer mit einem Arzt Kontakt aufnehmen.

Ammen-DornfingerCheiracanthium punctorium
OrdnungWebspinnen
KörperlängeBis zu 1,5 Zentimeter
Farbegrün-orange-braun

Ammen-Dornfinger: Wo die Spinne zu finden ist und was man beachten sollte

In Panik braucht man beim Ammen-Dornfinger allerdings nicht zu fallen. Man muss die Spinne schon sehr ärgern, bis sie zubeißt. Denn ihr Gift nutzt sie eigentlich nur für die Jagd oder Verteidigung, erklärt der Nabu Baden-Württemberg. Zudem lebt die Spinne sehr zurückgezogen und ist nachtaktiv, wie auch br.de berichtet. Meist versteckt sich die etwa 1,5 Zentimeter große Spinne in hohem Gras, wo auch ihre Gespinste zu finden sind. Denen sollte man nicht zu nahe kommen und sie auf keinen Fall zerstören.

Wer vor allem im Hochsommer im hohen Gras unterwegs ist, sollte also Ausschau nach den etwa hühnereigroßen geschlossenen Brutgespinsten halten und einen großen Bogen um sie machen. Zudem ist der Biss der giftigen Spinne zwar schmerzhaft und kann unangenehme Folgen haben, aber laut Nabu sind bisher keine gravierenden Schäden bei Betroffenen bekannt.

Eine Ammen-Dornfinger-Spinne (Cheiracanthium punctorium) krabbelt durch eine Wiese in Briesen (Brandenburg). (Archivbild)
Eine Ammen-Dornfinger-Spinne (Cheiracanthium punctorium) krabbelt durch eine Wiese in Briesen (Brandenburg). (Archivbild) © Patrick Pleul/dpa

Giftiger Ammen-Dornfinger: Spinne breitet sich Deutschland aus

Erkennen kann man den Ammen-Dornfinger an seiner grün-orange-braunen Farbe. Auffällig sind zudem die beiden Kieferklauen. Mit etwa 1,5 Zentimetern Körperlänge ist die Spinnenart allerdings relativ klein. Zum Vergleich: Eine Vogelspinne kann zwischen fünf bis zehn Zentimeter groß werden.

Auch die Lebenszeit der giftigen Spinne ist recht kurz. Sie lebt laut Nabu nur ein Jahr. Männchen trifft man von Juni bis September und Weibchen von Juli bis November an. Nach dem Paarungsakt stirbt das Männchen. Das Weibchen kann bis zu 165 Eier legen. Neben dem Ammen-Dornfinger gibt es auch noch weitere giftige Tiere in Deutschland*. Darunter etwa die Wasserspinne oder die Aspisviper. (svw) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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