Facebook-Daten gestohlen

Google verbannt Apps aus Play Store: Experten nennen Details

Google hat reagiert und beliebte Apps aus seinem Play Store geworfen, die Facebook-Daten ausspioniert haben. Für viele Nutzer kommt das zu spät.

Kassel – Apps auf dem Smartphone sind oftmals nützlich und sehr praktisch. Für fast jedes Anliegen gibt es Anwendungen, mit denen Fotos bearbeitet, der eigene Körper gestählt und Reisen gebucht werden können. Doch manchmal können Apps auch für die Anwender gefährlich werden.

Wegen Sicherheitslücken und Datenklau hat Google nun mehrere Android-Apps aus seinem Play Store verbannt. Wie Arstechnica.com berichtet, hatten die neun aussortierten Programme Zugangsdaten zum sozialen Netzwerk Facebook von Nutzern abgegriffen und diese an Cyberkriminelle weitergeleitet. Sicherheitsexperten hatten Google zwar den Betrug gemeldet – doch für viele Verbraucher kam die Warnung zu spät: Noch immer befinden sich die betroffenen Apps auf unzähligen Smartphones.

Google reagiert auf Facebook-Datenklau

Betroffen sind Anwendungen, die mehrere millionenmal heruntergeladen wurden, wie Arstechnica.com berichtet. Zu ihnen zählen unter anderem zwei Bildbearbeitungs-Apps. „Processing Photo“ und „PIP Photo“. Letztere wurde insgesamt 5,8 Millionen mal heruntergeladen.

Nach einem Facebook-Datenklau hat Google reagiert und neun beliebte Apps aus dem Play Store entfernt. (Symbolfoto)

Ebenfalls betroffen vom Daten-Klau sind laut Arstechnica.com „Rubbish Cleaner“, „Inwell Fitness“, „Horoscope Daily“, „App Lock Keep“, „Lockit Master“, „Horoscope Pi“ und „App Lock Manager“.

Die Gemeinsamkeit der Programme besteht darin, dass Nutzer sich mit ihrem Facebook-Account anmelden können, um Werbeeinblendungen zu deaktivieren. Im Zuge dessen laden die Nutzer zwar die Facebook-Anmelde-Seite, allerdings öffne sich im Hintergrund eine weitere Seite, die die Daten abgreife, erläutert Arstechnica.com. Die Anmeldedaten werden gespeichert und an den Herausgeber der jeweiligen App weitergegeben.

Apps greifen Facebook-Zugangsdaten ab - Google wirft Apps aus Play Store

Die Sicherheitsexperten raten Nutzern, die Apps umgehend zu löschen, auch wenn sie sich nicht mit den Facebook-Zugangsdaten angemeldet haben. Darüber hinaus sollten Betroffene einen Virencheck auf ihrem Smartphone durchführen und schauen, ob sie Unregelmäßigkeiten entdecken, ob etwa Nachrichten in ihrem Namen verschickt wurden.

Betroffene sollten ihre Facebook-Zugangsdaten ändern, raten die Experten. Zudem sollten Nutzer in Zukunft Vorsicht walten lassen. Es sei davon auszugehen, dass die Betrüger sich unter anderen Namen neue Accounts anlegen, um so an die Daten der User zu gelangen. Daher raten Sicherheitsexperten auch zu einer Zwei-Faktor-Authentifizierung, die deutlich sicherer als ein einfaches Passwort sei.

Dass Kriminelle Apps manipulieren, um Daten abzugreifen ist keine Seltenheit. Insbesondere in der Corona-Zeit sind noch mehr Kriminelle im Netz aktiv als zuvor und versuchen unter anderem DHL-Kunden übers Ohr zu hauen. Betrüger hatten darüber hinaus vor Kurzem Whatsapp-Nutzer in eine Falle gelockt. (uf)

Rubriklistenbild: © Joko/imago

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