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Grundsteuererklärung: 4 Fehler können für Sie richtig teuer werden

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Von: Niklas Kirk

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Noch bis zum 31. Januar kann die Grundsteuererklärungen abgegeben werden. Bei den Angaben sollten diese Fehler vermieden werden, sonst könnte es teuer werden.

Berlin – Bis zum 31. Januar 2023 müssen Eigentümer von Grundstücken, Häusern und Wohnungen bundesweit ihre Grundsteuererklärung abgeben. Ursprünglich lief die Frist bis zum 31. Oktober, wurde aber nochmals verlängert. Die Abgabe ist notwendig, um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2018 umzusetzen. Um teure Fehler zu vermeiden, muss allerdings einiges beachtet werden.

Das Gericht befand das derzeitige System für verfassungswidrig, da es gleichartige Grundstücke unterschiedlich behandele und gegen das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes verstößt. 2019 kam der Gesetzgeber der Verpflichtung nach, eine neue Regelung zu finden, nach der die Grundsteuer übergangsweise bis Ende 2024 weiterhin nach dem alten Modell erhoben wird. Mit der aktuellen Grundsteuererklärung werden die Weichen für die neue Reform ab 2025.

Baustelle mit Neubaugebiet Heimshof Ost am Sachsenring, Heessen, Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Pflicht für Hausbesitzer: Spätestens bis zum 31. Januar soll die Feststellungserklärung abgegeben werden. © Hans Blossey

Grundsteuererklärung 2022: Notwendige Reform durch Urteil des Verfassungsgerichts

Nun müssen sich viele Eigentümerinnen und Eigentümer mit der Erklärung beschäftigen. Damit die Gemeinde den Grundwert für die Berechnung der Grundsteuer zuzüglich des festgelegten Sondersatzes ermitteln kann, müssen in der Regel folgende Angaben gemacht werden:

Grundsteuer 2022: Fristversäumnis und falsche Angaben können teuer werden

Die Erstellung der Erklärungen und die Ermittlung der benötigten Daten kann durchaus kompliziert sein. Die Leidtragenden bleiben dabei stets die Eigentümerinnen und Eigentümer, denn: „Unrichtige Daten fallen dem Eigentümer auf die Füße“, sagte Holger Freitag vom Verband Privater Bauherren (vpb) gegenüber Focus Online.

Um teure Strafen zu umgehen, sollten die folgenden vier Fehler bei der Abgabe der Grundsteuererklärung vermieden werden:

  1. Fehler 1: Stichtag 1. Januar 2022 für Ihre Angaben missachten
  2. Fehler 2: Veraltete Angaben zum Bodenrichtwert machen
  3. Fehler 3: Die Abgabefrist versäumen
  4. Fehler 4: Wohn- und Nutzflächen falsch berechnen

Häufige Fehler bei der Grundsteuererklärung vermeiden

Um zu vermeiden, dass zum Zeitpunkt der Anmeldung veraltete Informationen zu Parametern angegeben werden, sollten Eigentümerinnen und Eigentümer den Stichtag 1. Januar 2022 berücksichtigen. Dieser Stichtag ergibt sich aus einer Erklärung des Bundesfinanzministeriums. Dies bedeutet, dass alle Personen, die zu diesem Zeitpunkt Eigentümerin oder Eigentümer einer Immobilie sind oder waren, eine Steuererklärung abgeben müssen, auch wenn sie es in der Zwischenzeit nicht mehr sind. Der Stichtag gilt auch für die Angaben. Nachträgliche Änderungen müssen nicht berücksichtigt werden.

Der Bodenrichtwert beschreibt jenen Wert für einen Quadratmeter unbebauten Landes in der jeweiligen Kommune und wird unter anderem auch als Parameter zur Wertschätzung von Immobilien eingesetzt. Um diesen richtig anzugeben, sollten Eigentümerinnen und Eigentümer die aktuellen Werte berücksichtigen. Sie sind online über das Bodenrichtwertinformationssystem (BORIS) des jeweiligen Bundeslandes abrufbar.

Sollten veraltete Angaben zu Bodenrichtwerten gemacht werden, droht im schlimmsten Fall ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung – selbst wenn dies unbeabsichtigt geschieht. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg sind von der eigenständigen Erklärung der Bodenrichtwerte nicht betroffen. Dies liegt daran, dass der Bodenwert in der Steuererklärung keine Rolle spielt. In Hessen und Niedersachsen wird dieser Wert von den Finanzverwaltung ermittelt.

Grundsteuer 2022: Abgabefrist und richtige Berechnungsgrundlage bei der Grundsteuererklärung beachten

Außerdem sollten Eigentümerinnen und Eigentümer die Abgabe nicht verzögern oder gar ignorieren. Die Nichteinhaltung der Vorschriften kann zu zusätzlichen Kosten führen. Der Verband Privater Bauherren betont in einer Pressemitteilung im Falle eines Verzugs auf die Gefahr von Behördenschätzungen. Es besteht aber die Möglichkeit, beim zuständigen Finanzamt eine Fristverlängerung zu beantragen. Es gibt jedoch keinen Rechtsanspruch darauf, und die Entscheidung liegt bei der entsprechenden Behörde.

Da die Wohnfläche einen wesentlichen Teil des Wertermittlungswertes ausmacht, ist es ratsam, im Vorfeld zu prüfen, wie die Wohnfläche berechnet wird. Informationen darüber, was zu den Wohn- und Nutzflächen einer Immobilie gehört, können beispielsweise aus dem Kaufvertrag oder den Bauunterlagen entnommen werden. Zur rechtlichen Absicherung sollten die Angaben zur Berechnung der Wohn- und Nutzfläche aus Wohnflächenverordnung (WoFIV) des Bundes herangezogen werden. (nki)

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