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Neue Heizkostenregelung: Welche Kosten bestimmte Vermieter dann übernehmen müssen

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Von: Linus Prien

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Beim Thema Heizkosten stehen Änderungen an. (Symbolfoto)
Beim Thema Heizkosten stehen Änderungen an. (Symbolfoto) © Marijan Murat/dpa

Wer fossil heizt, soll den CO₂-Ausstoß ausgleichen. Eine Regelung, die bereits besteht. Was sich jedoch ändern soll, ist, wer bezahlt: der Vermieter - und zwar bis zu 90 Prozent der Kosten.

Berlin - Das Heizen mit fossilen Brennstoffen, wie etwa Öl oder Gas, wird seit 2021 mit dem sogenannten CO₂-Preis belegt. Dabei gilt: Wer mehr Brennstoffe verbraucht, der muss auch mehr darauf bezahlen. Derzeitig zahlen Eigentümer die Abgabe direkt mit den Heizkosten beim Versorger. Im Anschluss werden die Kosten dann an den Mieter mit der Nebenkostenabrechnung weitergegeben.

Mit Beginn des neuen Jahres können Vermieter den CO₂-Preis nicht mehr in jedem Fall komplett auf ihrer Mieter abwälzen. Das geht nur noch, wenn ihre Immobilie besonders hohe energetische Standards erfüllt (EH 55). Je schlechter die energetische Qualität des Gebäudes, desto höher ist der Kostenanteil, den Vermieter tragen müssen - bis hin zu 90 Prozent, berichtet Merkur.de. Das gilt für Abrechnungszeiträume ab dem 1. Januar 2023.

Heizen mit fossilen Brennstoffen: So heizt Deutschland

Diese neue Regelung wird viele Menschen in Deutschland betreffen. Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge nutzen „48,2 Prozent der 40,6 Millionen Wohnungen in Deutschland Erdgas als Energieträger. Das sind 19,6 Millionen Wohnungen.“ Die zweitbeliebteste Heizart, heißt es weiter, ist ebenfalls eine fossile: „Auf dem zweiten Platz landet das Heizen mit Öl - etwa für Zentralheizungen und Ölöfen. Rund ein Viertel (25,6 %) und damit 10,4 Millionen aller deutschen Wohnungen werden so beheizt.“ Die Daten der vorangegangenen Einordnung stammen von 2019, es dürfte jedoch davon ausgegangen werden, dass es keine erheblichen Veränderungen in der Zwischenzeit gegeben hat.

Heizen mit Öl und Gas: Vermieter müssen spezifischen CO₂-Ausstoß angeben

Nach der neuen Regelung müssen Vermieter auf der jährlichen Heizkostenabrechnung den spezifischen CO₂-Ausstoß ihres Gebäudes in Kilogramm Kohlenstoffdioxid pro Quadratmeter Wohnfläche angeben: „Anhand dieses Wertes erfolgt dann die Einteilung in eine der zehn Stufen, die festlegen, welche Partei welchen Anteil der CO₂-Kosten zu tragen hat“, sagt Florian Munder, Energieexperte des Verbraucherzentrale-Bundesverbands.

Heizen mit Öl- und Gasheizungen: Mieter dürfen Belegeinsicht beim Vermieter verlangen

Ob der Vermieter die Einstufung richtig vorgenommen hat, können Mieter prüfen, indem sie sie mit dem Stufenmodell des Bundeswirtschaftsministeriums abgleichen. Wer nachprüfen will, ob überhaupt der spezifische CO₂-Ausstoß korrekt berechnet wurde, kann bei seinem Vermieter eine Belegeinsicht verlangen.

„Die Energieversorgungsunternehmen sind dazu verpflichtet, in ihren Rechnungen die nötigen Angaben zum CO₂-Wert ihrer Lieferung zu machen“, so Munder. Teilt man den CO₂-Gesamtwert durch die Wohnfläche des Gebäudes, ergibt sich der spezifische CO₂-Ausstoß. (dpa/lp)

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