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Heizung ist aus: Weshalb Sie trotzdem zahlen müssen

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Auch wer die Heizung ausschaltet, muss Heizkosten zahlen: Denn der Verbrauch macht nur einen Teil der Abrechnung aus. Welche Kosten anfallen, hier auf einen Blick.

Kassel – In vielen Haushalten wird in diesem Winter wohl weniger geheizt. Denn es drohen hohe Strom- und Gaskosten. Einige Verbraucher drehen ihre Heizungen wahrscheinlich sogar weit runter, in der Hoffnung, dass ihnen die Nebenkosten erspart bleiben. Aber ganz so einfach ist es nicht.

Obwohl die Heizung ausgeschaltet ist, fallen Heizkosten an. (Symbolbild)
Obwohl die Heizung ausgeschaltet ist, fallen Heizkosten an. (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago

Heizung gar nicht an: Darum muss man trotzdem Heizkosten zahlen

Denn ein Blick auf eine Heizkostenabrechnung zeigt, dass zwar der tatsächliche Verbrauch den größten Teil der Kosten ausmacht, es zudem aber auch jährliche Kosten gibt, die nicht mit dem Verbrauch zusammenhängen. Gemäß der Heizkostenverordnung (§ 7, Abs. 2) sind diese umlagefähigen Betriebskosten unabhängig vom Wärmeverbrauch:

Diese Kosten machen in der Regel 30 bis 40 Prozent der Heizkosten aus. Der Rest ist der verbrauchsabhängige Teil der Heizkosten.

Wie der Deutsche Mieterbund informiert, werden solche Betriebskosten nach einem Verteilerschlüssel auf die einzelnen Mietparteien verteilt. Für Heizkosten gelte demnach: Mindestens 50 Prozent und höchstens 70 Prozent der Kosten müssten nach Verbrauch verteilt werden. Hierzu seien alle Wohnungen mit Erfassungssystemen, wie Heizkostenzähler, ausgerüstet, die dann einmal im Jahr abgelesen würden. Die restlichen 30 bis 50 Prozent der Heizkosten würden nach einem verbrauchsunabhängigen Maßstab verteilt, meistens nach Quadratmetern – also der Wohnfläche. Dazu lege der Vermieter den konkreten Verteilerschlüssel, etwa 50 zu 50, einmalig fest.

Heizung runterdrehen: So schützen Sie sich vor fehlerhaften Heizkostenabrechnungen

Aber auch eine falsche Heizkostenabrechnung kann die Heizkosten in die Höhe treiben: In einer Studie hat die Verbraucherzentrale fast 1500 Heizkostenabrechnungen aus Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein untersucht – und ist zu einem alarmierenden Ergebnis gekommen: Etwa zwei Drittel der Rechnungen seien fehlerhaft gewesen oder hätten zumindest einer weiteren Klärung bedurft. Es ist daher ratsam, die eigenen Heizkostenabrechnungen sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls rechtzeitig anzufechten.

Insbesondere sollte darauf geachtet werden, ob die Verbrauchswerte mit denen des Vorjahres vergleichbar sind. Starke, unerklärliche Abweichungen sollten lieber hinterfragt werden. Darüber hinaus sollten Informationen über den Verbrauchszeitraum, die Höhe der gezahlten Abschläge, die berechneten Kostenpositionen und die Kosten für den Energieeinkauf auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

Generell ist es ratsam, die Nebenkostenabrechnungen genau zu prüfen, um unberechtigte Abrechnungen rechtzeitig zu erkennen. Im Zweifelsfall können Verbände wie die Verbraucherzentrale oder der Mieterschutzbund helfen, Unklarheiten zu beseitigen. Heizen wird also immer teurer. Doch mit ein paar Tricks können die Kosten gesenkt werden. So sparen Verbraucher nicht nur Geld, sondern auch Energie. (cas)

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