1. Startseite
  2. Verbraucher

Heizung entlüften: So klappt es auch ohne Schlüssel

Erstellt:

Von: Caspar Felix Hoffmann

Kommentare

Um Heizkosten zu sparen, störende Geräusche zu vermeiden und die Wärme optimal zu nutzen, empfiehlt es sich, regelmäßig die Heizung zu entlüften.

Kassel – Die meisten Heizungsanlagen leiten heißes Wasser durch Heizkörper, um Räume zu beheizen. Nach längerer Betriebsdauer gelangt aber häufig Luft in die Heizung, erklärt der Verbraucherzentrale Bundesverband. Das heiße Wasser könne dadurch nicht mehr richtig zirkulieren. Das merke man daran, dass die Heizkörper störende Geräusche von sich geben und nicht mehr richtig warm werden. Dies führt zu höheren Heizkosten, weil man mehr heizen muss, damit es in Räumen warm wird.

Deshalb sollte man die Heizkörper ab und zu reinigen und gegebenenfalls die Luft daraus ablassen, am besten Anfang Oktober zu Beginn der Heizperiode – und das geht je nach Heizkörper sogar ohne Schlüssel.

So viel Geld sparst Sie, wenn Sie Ihren Heizkörper entlüften
Es ist ganz einfach, die Heizung zu entlüften – auch ohne Schlüssel. © Marcus Brandt/dpa

Heizung entlüften: Was man dazu braucht

Um Heizkörper richtig entlüften zu können, braucht man zunächst ein Tuch, eine Schale und normalerweise einen Vierkantschlüssel, auch Entlüftungsschlüssel genannt, oder auch eine Rohrpumpenzange – je nach Heizkörper.

Besitzt man jedoch keinen Entlüftungsschlüssel, kann man versuchen, das Ventil mithilfe eines oder auch zweier Schlitz-Schraubendreher, einer Maulzange oder einer (spitzen) Kombizange zu öffnen, berichtet das Verbraucherportal Chip.

Heizung ohne Schlüssel entlüften: So geht’s

  1. Heizkörper vorbereiten: Bevor man die Heizkörper entlüftet, schaltet man besser die Umwälzpumpe ab. Sie befindet sich meist im Keller, nahe der Heizungsanlage. Damit sich die Luft in den Heizkörpern sammeln kann, sollte man etwa 30 bis 60 Minuten warten, bevor man die Heizkörper entlüftet. Dann stellt man die Thermostate an allen Heizkörpern auf die höchste Stufe.
  2. Entlüftungsventil ohne Entlüftungsschlüssel öffnen: Danach dreht man das Entlüftungsventil des Heizkörpers gegen den Uhrzeigersinn auf – eine halbe Drehung reicht dabei oft schon aus. Sieht man einen Schlitz im Ventil, kann man es mit dem herkömmlichen Schraubendreher versuchen, schreibt Chip.

    Sollte allerdings kein Schlitz vorhanden sein, könne man auch versuchen, das Ventil mit zwei kleinen Schraubenziehern zu greifen und mit genügend Druck zu öffnen. Funktioniert auch das nicht, braucht man einen Entlüftungsschlüssel. Das austretende Wasser fängt man übrigens mit der Schale auf.
  3. Heizkörper entlüften: Den Heizkörper entlüftet man nun so lange, bis nur noch Wasser austritt und keine Luftgeräusche mehr zu hören sind. Nach dem Entlüften kann man das Ventil wieder schließen.
  4. Umwälzpumpe einschalten: Zuletzt schaltetet man die Umwälzpumpe wieder ein und prüft dabei auch den Wasserdruck der Heizungsanlage. Ist er zu niedrig, muss Wasser ins System nachgefüllt werden.

Heizung im Mehrfamilien lieber nicht selbst entlüften

Heizungsanlagen in Einfamilienhäusern kann man in der Regel einfach selbst entlüften. In Mehrfamilienhäusern dagegen geht das nicht so leicht, warnt die Fachinnung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Kassel: Zum einen könne die Umwälzpumpe meist nicht ohne Weiteres abgeschaltet werden, zum anderen könne der Wasserdruck der Heizungsanlage abfallen – und darum kümmere sich dann erst mal niemand. Bewohner von Mehrfamilienhäusern wenden sich darum lieber an ihre Hausverwaltung oder an ihren Hausmeister.

(cas)

Auch interessant

Kommentare