Experten äußern sich

Hochwasser: Keller unter Wasser? Vermeiden Sie diese gefährlichen Fehler

Ein Hochwasser sorgt schnell für einen überfluteten Keller. Experten erklären, welche Fehler man dann unbedingt vermeiden sollte.

Kassel – Die dramatische Hochwasser-Serie in vielen Teilen Deutschlands zeigte auf, was alles im Falle eines verheerenden Unwetters passieren kann. Gerade Hausbesitzer machen sich seitdem vermutlich Gedanken, inwieweit das eigene Heim in einer ähnlichen Katastrophe standhalten würde und ob etwa auch der Keller, der für Hochwasser besonders anfällig ist, gut geschützt wäre.

Für einen überfluteten Keller braucht es aber oft nicht einmal starke Überschwemmungen wie in Nordrhein-Westfalen oder in Rheinland-Pfalz*, sondern lediglich Starkregen. Steht der Keller dann erst mal unter Wasser, sollte man jedoch nicht übereilt handeln, sondern mit Bedacht und Geduld. Grobe Fehler können nämlich schnell gefährlich werden.

Hochwasser im Keller: Dieser Fehler kann tödlich enden

Auf gar keinen Fall sollte man den Keller oder andere überflutete Räume betreten, bevor nicht sicher ist, dass die Hauptsicherung der Stromversorgung ausgeschaltet ist. Selbst Schutzeinrichtungen kann man laut den Experten der Initiative Elektro+ nicht immer trauen, da diese meist nicht mehr wirksam seien, sobald sie mit Wasser in Berührung kämen. Ein Fehler, der schlimmstenfalls tödlich enden könnte.

Ein Hochwasser sorgt schnell für einen überfluteten Keller. Experten erklären, welche Fehler dann unbedingt vermieden werden sollten.

Ist der Strom sicher abgeschaltet, kann man sich allerdings sicher einen Überblick verschaffen. An dieser Stelle empfiehlt es sich, den Schaden schnellstmöglich zu dokumentieren und Fotos zu machen. Kommt es zur Schadensbeseitigung, sei es häufig besser, Experten wie etwa Statiker oder Bausachverständige um Rat zu fragen, heißt es weiter. Oft werde der Schaden durch Abpumpen des Wassers nämlich sogar vergrößert.

Gegebenenfalls könne es dann ratsam sein, den Keller zu fluten, erklärt Prof. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Ist man das Hochwasser aber erst einmal los, sollte man so schnell wie möglichen hinterbliebenen Schlamm entfernen, da dieser sonst hart wie Beton werde.

Beliebter Fehler: Elektrogeräte nach einem Hochwasser vor Nutzung fachgerecht prüfen lassen

Generell sei eine Ansammlung von Schlamm des Öfteren ein Grund zur Sorge. Wie Gebekken erklärt, sei Schlamm ein Alarmzeichen dafür, dass die Statik des Hauses beeinträchtigt sein könnte. Vor allem, wenn der Schlamm nicht durch Fenster oder Türen, sondern von unten mit dem Hochwasser ins Gebäude gedrückt wurde – etwa durch Abflüsse, die Kanalisation oder durch die Bodenplatte.

Da auch die Elektroinstallation des Gebäudes geschädigt oder gestört werden kann, sei es wichtig, diese nach den ersten Aufräumarbeiten zu überprüfen und wenn nötig reparieren zu lassen, rät die Initiative Elektro+. Sinnvoll sei es, sich dafür an einen eingetragenen Elektrofachbetrieb oder den örtlichen Energieversorger zu wenden. Erst im Anschluss sollte die Anlage wieder in Betrieb genommen werden.

Ein häufiger Fehler ist es auch, einst durchnässte Haushaltsgeräte ohne eine fachgerechte Reinigung und Prüfung wieder zu nutzen. Denn hier bestehe die Gefahr eines elektrischen Schlages, so die Initiative Elektro+.

Keller nach Hochwasser überflutet: Bloß keine Fehler beim Trocknen machen

Ist das Gebäude erst einmal von Hochwasser, Schlamm und Schmutz befreit, bleibt meist noch Feuchtigkeit in den Räumen. An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob man sich als Betroffener ein Trockengerät aus dem Baumarkt leiht, oder doch lieber einen Profi ans Werk lässt.

Wie Prof. Norbert Gebbeken erläutert, seien Lufttrockner aus Baumärkten ein probates Mittel. Ein Fehler wäre das also schon mal nicht. Müssen jedoch versteckte Baumaterialien getrocknet werden, wie beispielsweise Estrich oder Trockenbauwände, sollte man einen Profi beauftragen, da diese Arbeit recht heikel sein könne. Zudem sollte ein Experte die Trittschalldämmung beurteilen, so Gebekken weiter.

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Zu guter Letzt sollte man sichergehen, dass beim Bau verwendetes Holz gut trocknen kann. Demnach sollten die Bewohner dafür sogen, dass Tragwerke eines abgedeckten Daches und verkleidete Holzdecken vollständig trocknen können. Schwere Folgeschäden, die auch erst Monate später in Erscheinung treten könnten, seien sonst die Folge. (Nail Akkoyun mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Klümper/dpa

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