Japankäfer

Schädling vernichtet ganze Felder: Experten schlagen Alarm! Japankäfer in Deutschland entdeckt

Ein invasiver Käfer aus Japan hat Deutschland erreicht. Wer das Tier entdeckt, wird gebeten, den Pflanzenschutz zu alarmieren - und den Käfer zu fangen.

Kassel - Nahe der baden-württembergischen Grenze in Basel ist ein invasiver Schädling aus Japan entdeckt worden, der Japankäfer (Popillia Japonica). Pflanzenschützer zeigten sich nach dem Fund alarmiert, denn der Käfer kann starke Fraßschäden anrichten - auch im heimischen Garten.

Der Schädling fresse vorrangig an Apfelbäumen, Steinobstbäumen, Erdbeeren, Garten- und Sojabohnen, Mais, Weinreben, Rosen sowie an vielen anderen Strauch- und Baumarten. Das erklärte das Landwirtschaftliche Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg.

Ein Japankäfer (Popillia Japonica) frisst an einem Blatt.

Die Larven (Engerlinge) würden sich hingegen eher von Graswurzeln ernähren. Treten Japankäfer in einer massiven Anzahl auf, können sie ganze Felder vernichten. Auch Rasen, Wiesen und Weiden sind von der Zerstörung durch die kleinen Tiere betroffen. Darüber berichtete auch das Magazin Obst & Garten. Eine schädliche Wirkung im eigenen Garten haben oft Blattläuse*: Sie können an den Pflanzen irreparable Schäden verursachen - genauso wie Japankäfer auf ganzen Feldern.

Befall durch Japankäfer? Gefährdungslage durch invasiven Schädling verschärft

In einer sogenannten Pheromonfalle am Güterbahnhof Basel fand man Mitte Juli einen männlichen Käfer. Er könnte als „blinder Passagier“ aus einem befallenen Gebiet nahe dem Lago Maggiore (Italien/Schweiz) nach Basel gelangt sein. Die 250 Kilometer hätte der Japankäfer so leicht überwinden können. Das erklärt der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst.

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Wie das LTZ mitteilt, müsse man durch die Einschleppung des Käfers die Gefährdungslage für Baden-Württemberg deutlich verschärfen. Das Risiko, invasive Schädlinge einzuschleppen, sei über den Reise- und Warenverkehr besonders hoch. In diesem konkreten Fall sei eine Einschleppung über die Verkehrsadern am Oberrhein oder die Autobahnen am Bodensee denkbar.

Darüber hinaus werde abgeklärt, „ob es sich um einen Einzelfund oder tatsächlich um einen Befall mit dem Japankäfer handelt“, hieß es vom LTZ. Sollte es sich nicht um einen Einzelfall handeln, könnten unter anderem Einschränkungen beim Pflanzentransport, engmaschige Netze, Insektizide oder Pilze helfen, den Schädling aus Japan zu stoppen. Wie das LTZ mitteilt, sei „die Chance auf eine vollständige Tilgung umso größer, je früher der Japankäfer gefunden wird.“

Japankäfer (Popillia Japonica) in Deutschland entdeckt: Diese Merkmale identifizieren ihn

Der wissenschaftliche Name des Japankäfers lautet Popillia Japonica. Das Tier wird 8-12 mm lang, 5-7 mm breit und hat weiße Haarbüschel an Hinterleibseiten und Abdominalsegment sowie einen grün metallischen Halsschild.

BezeichnungJapankäfer
Wissenschaftlicher NamePopillia Japonica
Aussehen8-12 mm lang, 5-7 mm breit, weiße Haarbüschel an Hinterleibseiten und Abdominalsegment, grün metallisches Halsschild
Entwicklung (Vom Ei bis zum erwachsenen Käfer)Ein bis zwei Jahre
AusbreitungHaupsächlich durch Verschleppung; natürliche Ausbreitung liegt zwischen drei und 24 km pro Jahr
Quelle: Waldwissen.net

Die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Käfer dauert ein bis zwei Jahre, abhängig von der Temperatur, in welcher der Käfer überleben muss. Die Ausbreitung des Japankäfers erfolgt hauptsächlich durch Verschleppung. Eine natürliche Ausbreitung ist dennoch gegeben, diese liegt zwischen drei und 24 Kilometer pro Jahr.

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Hinweise zum Japankäfer in Deutschland gehen an den Pflanzenschutzdienst

Das LTZ ruft die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands dazu auf, bei der Überwachung des japanischen Schädlings zu helfen: „Sollten Sie einen Japankäfer an Pflanzen, Fahrzeugen, an der Kleidung oder Gepäckstücken entdecken, fangen Sie den Käfer (tot oder lebendig) und bewahren ihn sicher auf.“

Die Aufbewahrung kann bei toten Tieren unter anderem durch Einfrieren bei minus 18 Grad erfolgen. Nach der Sichtung und/oder Sicherstellung des Japankäfers sollten Betroffene den Pflanzenschutzdienst informieren. Das kann mit einem Foto und dem Vermerk zum Fundort geschehen. Hierfür genügt eine Mail an pflanzenschutz-insekten@ltz.bwl.de. (jey/dpa) *Hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Edwin Remsberg/Imago

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