Gourmet-Produkt mit „ungenügend“ getestet

Kaffee im Test: Vorsicht! Schadstoffe in beliebten Supermarkt-Produkten gefunden

Öko-Test nimmt Kaffeemarken unter die Lupe – und zieht bei vielen beliebten Marken ernüchternde Bilanz. (Symbolbild)
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Öko-Test nimmt Kaffeemarken unter die Lupe – und zieht bei vielen beliebten Marken ernüchternde Bilanz. (Symbolbild)

Für viele gehört ein guter Kaffee zum Start in den Tag. Öko-Test hat kürzlich mehrere gemahlene Kaffee-Sorten getestet. Das Ergebnis sorgt für Erschrecken.

Kassel – Öko-Test hat 20 gemahlene Kaffees, die in (Bio-)Supermärkten und Discountern verkauft werden, getestet. Dabei hat das Magazin besonders absatzstarke Marken berücksichtigt und jeweils Varianten mit den mittleren Stärken drei oder vier ausgewählt.

In Laboren wurde unter anderem geprüft, wie hoch der Gehalt der krebsverdächtigen Substanzen Acrylamid und Furan in den Kaffees ist. Die beiden Stoffe können während der Röstung entstehen. Ersterer erhöht sogar potenziell das Krebsrisiko. Ein wichtiger Bestandteil des Tests seien aber auch Fragen nach Anbaubedingungen und Transparenz.

Weitere wichtige Prüfpunkte waren:

  • Können die Anbieter ihre Lieferkette nachvollziehen und legen sie diese offen?
  • Fordern sie in einem Verhaltenskodex von ihren Zulieferern das Verbot von Kinderarbeit, von Zwangsarbeit und Diskriminierung ein?
  • Können die Unternehmen konkrete Maßnahmen für Farmarbeiter und Kleinbauern wie Gewerkschaftsfreiheit belegen?
  • Unternehmen die Anbieter Schritte in Richtung existenzsichernder Löhne?
  • Wie schneiden die Kaffees geschmacklich ab? (Säure, Aroma)

Öko-Test nimmt Kaffeemarken unter die Lupe – und zieht ernüchternde Bilanz

Knapp die Hälfte des gemahlenen Kaffees im Test ist durchgefallen. Das hat vor allem diese zwei Gründe: enthaltene krebsverdächtige Schadstoffe und fehlende Bemühungen um Menschenrechte und Umweltschutz in den Produktionsländern.

Mit der Note „gut“ schnitt einzig der „Gepa Faires Pfund Bio Kaffee“ aus Fairem Handel ab (8,49 Euro pro 500 Gramm). Beim Testergebnis des Anbaus und der Transparenz gab es von Öko-Test sogar ein „sehr gut“. Auch in Sachen Geschmack und Inhaltsstoffe konnte der Kaffee überzeugen.

Die Belastung mit Acrylamid und Furan beziehungsweise Methylfuran sollte in Kaffees so niedrig wie möglich gehalten werden. In 13 Produkten wurde der Gehalt jedoch als erhöht bewertet. Auch beim Testergebnis der Sensorik sind etliche Kaffees mit „befriedigend“ oder „ausreichend“ nur im Mittelfeld gelandet. Hier geht es Öko-Test meist um jeweils mehrere kleine Kritikpunkte, wie etwa dem Zusammenspiel von Aroma und Säure des aufgebrühten Kaffees.

Norma-Eigenmarke im Test durchgefallen: Kaffee riecht laut den Testern alt und hat kein Aroma

Durchgefallen ist die Norma-Eigenmarke „Rösta Classic Kräftig“ Röstkaffee gemahlen mit dem Testergebnis „mangelhaft“. Er habe alt gerochen, schmeckte zu derb und habe kein Aroma, so Öko-Test. Mehr als die Hälfte der Kaffees im Test schmeckte den Testern aber „gut“ oder „sehr gut“.

Nach allen Kritikpunkten steht eine erschreckende Bilanz im Testergebnis: Insgesamt gab es achtmal ein „mangelhaft“ in der Gesamtbewertung der Kaffeesorten. Neben dem Norma-Produkt betrifft das unter anderem auch beliebte Markenprodukte wie „Jacobs Krönung“, „Dallmayr Classic“, „Idee Kaffee - der Menschenfreundliche“ und „Mövenpick - der Himmlische“. Vor allem beim Testpunkt Kaffee-Anbau und Transparenz gab es schlechte Noten der Tester.

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Testergebnis bei Öko-Test „ungenügend“: Für diese Kaffee hagelte es schlechte Noten

Der „Eilles Kaffee Gourmet“ ist mit der Note „ungenügend“ der eindeutige Testverlierer. Bei dem Produkt wurden zusätzlich zu den schlechten Noten beim Testpunkt Kaffee-Anbau zudem auch erhöhte Acrylamid- und Furan-Werte festgestellt, während der Geschmack ebenfalls nur als mittelmäßig beurteilt wurde.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Verkauf von Seife explodiert. Im Test von Öko-Test fallen beliebte Seifen-Produkte durch. Auch Seifen von Aldi, Lidl und Co. wurden getestet. (Luisa Weckesser)

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