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Freigänger-Katzen sind ein Problem für die Natur: Was Sie dagegen tun können

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Von: Kilian Bäuml

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Katzen sind die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Doch die Stubentiger können gleich auf mehrere Arten gefährlich sein – besonders Freigänger.

Kassel – Die Katze ist ein Star in vielen deutschen Haushalten. Wie könnte man sie mit ihrem weichen Fell und dem Schnurren auch nicht gerne haben? Hierzulande ist sie das beliebteste Haustier, noch vor dem Hund. Rund 16,7 Millionen Katzen soll es in Deutschland geben, berichtet das ZDF. Doch sie sorgen nicht nur für jede Menge Freude bei ihren Besitzern, sondern sorgen auch aus mehreren Gründen für Probleme.

Die Gefahr geht vor allem von Freigänger-Katzen aus. In der Natur können Katzen ihrem Jagdtrieb nachgehen und beeinflussen dadurch ihre Umgebung. Zudem können sie sich beim Erlegen ihrer Beute einige Krankheitserreger einfangen. Davon sind manche sogar gefährlich für den Menschen.

Eine Katze liegt in einem Garten
Wenn Katzen raus dürfen, wirkt sich das auf das Ökosystem in ihrer Umgebung aus. (Symbolbild) © Imago

Ein Problem mit Katzen-Freigängern: Sie können Krankheiten übertragen

Obwohl sich Katzen über den Tag mehrfach putzen, befinden sich gerade in ihrem Maul viele Krankheitserreger. Davon sind einige auf den Menschen übertragbar, beispielsweise die Tollwut. Sie kommt in weiten Teilen der Welt vor und ihr Verlauf endet in aller Regel tödlich. 2021 befand sich das Tollwut-Virus auf Platz zehn der Viren mit dem höchsten Übertragungsrisiko von Wildtieren auf den Menschen, berichtet der MDR.

In einer Statistik des Zentrums für Krankheitsverbreitung und Infektionen durch Zoonosen (NCEZID) aus den USA wurde jedoch beobachtet, dass eine Tollwut-Übertragung von Katzen auf den Menschen nur sehr selten vorkommt. In den USA werden jährlich etwa drei Fälle im Jahr beobachtet. Deutschland gilt laut dem RKI sogar als frei von terrestrischer Tollwut

Wie kann man sich gegen Tollwut schützen?

Wer eine Freigänger-Katze besitzt, kann sie gegen Tollwut impfen lassen. Eine Pflicht gibt es jedoch nicht. Besitzen können sich ebenfalls schützen, da es auch für Menschen eine entsprechende Impfung gibt. Sie wird vom Robert-Koch-Institut RKI allerdings nur für Personen mit erhöhtem Risiko empfohlen. Das sind Personen, die in Tollwut-Gebiete reisen oder Kontakt mit potenziell gefährlichen Tieren, wie Fledermäusen haben.

Freigänger-Katzen auf der Jagd: Gefährlich für den Artenschutz

Der Jagdtrieb der Katzen ist vor allem für ihre Opfer gefährlich, das sind häufig Vögel. Laut dem Naturschutzbund NABU fallen in Deutschland jedes Jahr rund 200 Millionen Vögel den Freigänger-Katzen zum Opfer. Ihre Beliebtheit und die guten Haltungsbedingungen durch den Menschen führen dazu, dass es immer mehr der kleinen Räuber gibt. Die Vielzahl an Katzen kann den Vogelbeständen vielerorts empfindlich schaden. Das liegt daran, dass es kein natürliches Gleichgewicht mehr zwischen Räubern und Beute gibt. Auf Vogelgezwitscher im Garten muss man dann oft verzichten.

Katzen in Deutschland16,7 Millionen
Beute-Vögel200 Millionen
Maßnahme zum SchutzEin Glöckchen am Halsband

In einer Studie, die im US-amerikanischen Wissensmagazin nature veröffentlicht wurde, wird geschätzt, dass frei lebende Hauskatzen im Jahr in den USA sogar zwischen 1,3 und 4 Milliarden Vögel und etwa 22 Milliarden Säugetiere erlegen. Damit seinen sie die größte Todesursache für Vögel und Säugetiere in den USA. Die Studie bezieht jedoch auch verwildert lebende, ehemalige Hauskatzen mit ein, die nach Ansicht der Experten die meisten Vögel und Kleintiere erlegen.

Auch in Deutschland ist der Einfluss der frei laufenden Katze verheerend. Laut MDR beeinflussen sie die Artenvielfalt und die Gesundheit der Ökosysteme. Ihr ökologischer Einfluss soll sogar vier bis zehnmal größer sein als der von Wildkatzen.

Freigänger-Katzen als Problem für die Natur: Was Sie dagegen tun können

Um die Gefahr durch Katzen zu verringern, gibt es mehrere Maßnahmen. Besonders ratsam ist es, Freigänger zu kastrieren oder sterilisieren. „Dies würde dazu führen, dass der Bestand verwilderter Katzen in kurzer Zeit deutlich abnehmen würde, und es gäbe auch keinen ‚Nachschub‘ mehr durch Freigänger, die mit den verwilderten Katzen Nachkommen zeugen. Kastrierte Katzen zeigen übrigens auch deutlich weniger ‚Jagdfieber‘“, äußert sich der Volgelexperte Lars Lachmann gegenüber dem NABU.

Man kann seiner Katze auch ein Glöckchen ans Halsband machen, sodass Beutetiere gewart werden. Im Frühsommer sind Jungvögel besonders in den Morgenstunden unterwegs, zu dieser Zeit sollten Freigänger-Katzen am besten drinnen bleiben. Zudem ist der Jagdtrieb der Stubentiger weniger stark, wenn ihr Besitzer mit ihnen spielt. Der Umgang mit Haustieren ändert sich, auch die beliebtesten Namen von Haustieren haben sich geändert.

Die größte Gefahr geht jedoch nicht von den Katzen, sondern vom Menschen aus, schreibt der NABU weiter. Nur in bewohnten Gebieten werden die Katzen zur Gefahr für die Population ihrer Beute. Die größte Belastung für Vögel und viele andere Arten sind die Verschlechterung ihrer Lebensräume. Die wird von Menschen zum Beispiel durch Abholzung oder Bebauung von Flächen verursacht. (kiba)

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