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Klebstoff an der Haustür? Warum Sie umgehend die Polizei rufen sollten

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Von: Lia Stoike

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Die Polizei warnt: Kriminelle markieren Haustüren, um herauszufinden, ob jemand zu Hause ist.

Berlin - „Vorsicht Einbrecher“ steht mit gefetteten Buchstaben auf einem Flyer der Polizei Berlin. An diversen Orten in der Hauptstadt können Anwohner zurzeit diese Warnhinweise finden: überall, wo Spuren auf eine mögliche Einbruch-Markierung hingewiesen haben. Während der Corona-Pandemie befanden sich die Zahlen der Einbrüche in Deutschland auf einem Rekordtief. Viele arbeiteten wegen der Ansteckungsgefahr im Homeoffice. Jetzt schlagen Kriminelle zu und das mit schlauen Tricks.

Name:Berlin
Fläche:891,8 km²
Bevölkerung:3,645 Millionen (2019)
Bürgermeisterin:Franziska Giffey
Vorwahl:030

Berliner-Polizei: „Einbrecher-Trick ist nicht neu, tritt aber seit den Sommerferien auffallend häufig auf“

„Kriminelle bringen unter anderem dünne Klebstofffäden oder Kunststoffstäbchen zwischen Türrahmen und Wohnungstür an“, sagt Patricia Brämer, Pressesprecherin der Polizei Berlin, exklusiv im Interview mit Ippen.Media. In Alt-Stralau sei dies zuletzt der Fall gewesen. Die Einbrecher prüfen so, ob die Wohnung regelmäßig betreten werde oder nicht: Sei die Markierung nicht durchtrennt, gehen sie davon aus, dass keiner zu Hause ist oder die Wohnung nicht genutzt wird.

Ein kleiner Plastikstreifen klemmt oberhalb des Schlosses zwischen Haustür und Rahmen. Mit diesem Trick testen Einbrecher, welche Häuser in der Urlaubszeit leer stehen.
Ein kleiner Plastikstreifen klemmt oberhalb des Schlosses zwischen Haustür und Rahmen. Mit diesem Trick testen Einbrecher, welche Häuser in der Urlaubszeit leer stehen. © Polizei Mainz/dpa

Polizei appelliert an Berliner: „Markierungen der Kriminellen auf keinen Fall berühren“

Das sei nicht neu, trete aber seit den Sommerferien des vergangenen Jahres auffallend häufig auf, weiß Brämer. Die Markierungen sind nur mit der Taschenlampe erkennbar, heißt es auf dem Warn-Flyer. Wichtig: Vermeintliche Markierungen, wie zum Beispiel durch Klebstofffäden, sollten auf keinen Fall berührt werden, berichtet Merkur.de.

Einbruchzahlen während Corona-Pandemie

„Die Zahl der versicherten Einbrüche ist 2021 auf ein historisches Tief gesunken“, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit. „Die deutschen Versicherer zählten rund 60.000 Wohnungseinbrüche, ein Viertel weniger als im Jahr zuvor.“ Das sei der niedrigste Wert seit 1998. Millionen Menschen haben während der Corona-Pandemie überwiegend im Homeoffice gearbeitet. Das wirkte abschreckend auf Einbrecher, weil dadurch das Risiko erwischt zu werden zu hoch war.

Diese können von Kriminaltechnikern als Spuren sichergestellt werden. Anwohner sollen deshalb jetzt ihre Sinne schärfen, sagt Brämer. Komme ihnen etwas komisch vor, soll umgehend die Polizei informiert werden. „Wenn Sie Veränderungen an der Wohnungstür feststellen, alarmieren Sie die Polizei“, appelliert die Pressesprecherin.

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