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EC-Karte vor Aus: Bank versendet ungefragt neue Karten - das steckt dahinter

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Von: Alexander Eser-Ruperti, Sarah Neumeyer

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Ab Juli 2023 gibt es keine neuen EC-Karten mit Maestro Symbol. Kunden von einer Bank bekommen aktuell neue Karten zugesendet.

Update vom Donnerstag, 13. Oktober,17.55 Uhr: Die EC-Karte könnte in Deutschland bald größtenteils der Vergangenheit angehören. Einige Banken in Deutschland versenden nun offenbar ohne Vorwarnung neue Bankkarten an ihre Kunden, berichtet die Berliner Zeitung. Auch Kunden der Targobank hätten demnach ungefragt Ersatzkarten zugesendet bekommen. Dem widerspricht eine Pressesprecherin der Targobank. Girocard-Bestandskundinnen und -kunden würden seit einigen Monaten sukzessive angeschrieben, sie hätten jedoch stets die Wahl und könnten sich auch dafür entscheiden, bei der Girocard zu bleiben, so die Targobank.

Grund dafür, dass Kunden eine Ersatzkarte angeboten oder zugeschickt bekommen, ist, dass Mastercard das Maestro-System einstellt – im Ausland sind diese EC-Karten daher bald nicht mehr einsetzbar. Ab dem 01. Juli 2023 werde keine neuen Karten mit Maestro-Symbol mehr ausgegeben. Als Alternative können Kunden eine Debitkarte bekommen, diese wird allerdings nicht überall in Deutschland als Zahlungsmittel akzeptiert.

Eine Bankkundin hebt mit ihrer Girokarte Bargeld von einem Geldautomaten ab.
Die EC-Karte steht in Deutschland vor dem Aus. © Fabian Sommer/dpa

EC-Karte vor Aus: Maestro-Kunden stehen vor Problemen und Kosten

Erstmeldung vom Montag, 10. Oktober: Berlin – Steht die EC-Karte vor dem Aus? Bereits jetzt befindet sie sich bei den meisten Kreditinstituten auf dem absteigenden Ast. Doch was genau hat sich verändert, wieso gibt es mit Girokarten künftig auch für Sparkassen-Kunden Probleme bei Auslandsreisen und vor allem: Was kommt danach? Alle wichtigen Details zum (vermeintlichen) Ende der altbekannten Bankkarte hat die Kreiszeitung in einer Übersicht zusammengefasst.

EC-Karte vor dem Aus: Kunden von Sparkassen und Co. stehen vor Problemen

Über hundert Millionen Girokarten sind in ganz Deutschland im Umlauf, eine erstaunliche Zahl: Es sind mehr Karten, als Einwohner. Seit fünfzig Jahren gibt es die Girokarte in Deutschland, dennoch steht die EC-Karte jetzt vor dem Aus – zumindest teilweise. Der entscheidende Grund: Mastercard stellt die Maestro-Funktion ein. Was unspektakulär klingt, ist für Kunden von Sparkasse und Co. folgenreich: Es ist eben jener Dienst, der die EC-Karte zum Bezahlen im Ausland nutzbar macht. Ab 01. Juli 2023 werde keine neuen Karten mit Maestro-Symbol ausgegeben. Im Ausland werden die meisten Karten damit auf Sicht unbrauchbar.

Die gute Nachricht für Kartenbesitzer: Die EC-Karten behalten bis zu ihrem Ablaufen ihre Funktion und Gültigkeit bei – vorausgesetzt diese geht nicht über das Jahresende 2027 hinaus. Vorerst kann die Karte also auch im Ausland weiterhin gebraucht werden, wenngleich die Zeit der Girokarte für Zahlungen außerhalb der Landesgrenzen eindeutig abläuft. Bei Mastercard selbst gibt man Kostengründe als Ursache für die Einstellung des Dienstes an. Experten halten das für glaubwürdig: Die Hälfte aller Maestro-Transaktionen findet in Deutschland statt, der Dienst wird also sehr begrenzt genutzt.

EC-Karte vor dem Aus: Sparkassen und Co. verändern ihr Angebot – einige erheben Gebühr für Girokarten

Inzwischen sind viele Banken dazu übergegangen, Gebühren für EC-Karten zu erheben, was wiederum in einigen Fällen Kündigungen nach sich zieht. Die ING Deutschland etwa verlangt für die Girokarte seit März 99 Cent monatlich. Ein weiterer Nachteil der Girocard: Onlinezahlungen sind mit ihr bisher nicht möglich. Viele Banken verändern ihr Angebot – so auch die Sparkasse.

Trotzdem: Ganz von der Bildfläche verschwinden werden EC-Karten wohl kaum, dafür sorgt schon alleine der überwältigende Anteil an Karten in Deutschland. Wer im Ausland mit Karte zahlen will, muss jedoch bald umsteigen – oder sich ergänzend eine weitere Karte anschaffen. Laut ZDF gibt es aktuell rund 250.000 Akzeptanzstellen, die nur EC-Karten-Zahlung zulassen, hier bringt die Debitkarte also wenig. Das heißt: Die EC-Karte steht vor dem Aus, was ihre Dominanz angeht, wegen Auslandszahlungen etwa, doch sie wird grundsätzlich erhalten bleiben.

EC-Karte vor dem Aus: Sparkassen und Volksbanken mit Kompromiss „Co-Badge“

Auf die Frage: „Steht die EC-Karte vor dem Aus“ gibt es also eine Antwort: Offenbar nicht ganz. Trotzdem müssen sich Banken Wege einfallen lassen, um Karten auch weiter im Ausland nutzbar zu halten. Sparkassen und Volksbanken haben sich in diesem Zuge auch für einen „Co-Badge-Kompromiss“ entschieden. Bedeutet: Es werden Girokarten mit Funktion von Mastercard oder Visacard angeboten.

Der Nachteil dabei ist, dass wohl doppelt Gebühren anfallen, die Gebühr für die Girokarte dürfte dabei jedoch gering ausfallen. Bei ihrer Sparkassen-Card plant die Sparkasse im Übrigen eine weitere Neuerung – zusammen mit Payback. Alternativ zur „Co-Badge-Lösung“ kann es eine Überlegung wert sein, sich zwei verschiedene Karten zu beschaffen: Eine EC-Karte und eine Debitkarte von Visa oder Mastercard.

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