Gesundheit

Krebs bei Frauen: Eine Art ist besonders aggressiv - Was Sie tun können

Eierstockkrebs gehört zu den bösartigsten Tumoren und wird meist spät erkannt. Die Überlebenszeit von Betroffenen ist kurz. Frauen können dem Krebs-Risiko vorbeugen. 

  • Eierstockkrebs ist eine besonders bösartige Krebs-Art.
  • Die Überlebenszeit ist oft begrenzt.
  • Frauen können das Krebs-Risiko beeinflussen.

Kassel - Er wird meist erst spät erkannt und ist sehr aggressiv: Eierstockkrebs gehört zu den bösartigsten Tumoren der Frau. Die Krebs-Art kommt selten vor. Die Überlebenszeit der Betroffenen ist oft kurz.

Rund 7.800 Frauen erkranken pro Jahr in Deutschland an Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Auch wenn der Krebs besonders aggressiv heranwächst, hat die Anzahl der Neuerkrankungen in den vergangenen fünf Jahren um knapp zehn Prozent abgenommen. Das liegt zum einen an der Anti-Baby-Pille.

Aggressive Krebs-Art: Bestimmte Gene fördern Risiko

Durch die Pille findet kein Eisprung mehr statt, sodass die Eierstöcke ruhen können. Normalerweise hat eine Frau ungefähr 400 Mal in ihrem fruchtbaren Lebensabschnitt einen Eisprung. Das wird durch das Medikament deutlich weniger.

Besonders großen Einfluss auf das Krebs-Risiko haben bestimmte Genveränderungen: Sogenannte BRCA-1 und BRCA-2 Genmutationen. Sie können im Zusammenhang mit Eierstockkrebs stehen.

Besonders tödlicher Krebs: Eierstockkrebs wächst oft unbemerkt

Rund 30 bis 60 Prozent der Frauen mit diesen Genmutationen entwickeln im Laufe ihres Lebens Eierstockkrebs, berichtet focus.de.„Viele, die dieses genetische Risiko aufweisen, oder etwa Brustkrebs und diese Genveränderungen haben – was sich mit einem Test prüfen lässt – lassen sich deshalb vorsorglich die Eierstöcke entfernen“, berichtet Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik am Universitätsklinikum München.

Eierstockkrebs bei Frauen ist schwierig vorherzusagen. Denn der Krebs wächst oft unbemerkt und ruft erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome hervor. Deshalb werden etwa 75 Prozent der Tumore spät entdeckt.

Eierstockkrebs bei Frauen: Keine wirksamen Früherkennungsmaßnahmen

Auf der anderen Seite wächst der Krebs schnell und breitet sich im Bauchraum aus. Er kann auch die Lunge betreffen. „Sogar wenn die Frau alle sechs Monate zur Kontrolle geht, kann sich in der Zwischenzeit ein fortgeschrittenes Ovarialkarzinom bilden“, warnt Kiechle.

Zudem gibt es für diese Krebs-Art noch keine wirksamen Früherkennungsmaßnahmen. Ein allgemeines Screening wird nicht empfohlen, da es Studien zufolge nicht als sonderlich effektiv gilt.

Aggressiver Krebs: Unklare Bauchschmerzen sind ein Anzeichen

Frauen über 50 Jahren und Frauen, bei denen Krebs in der Familie vorkommt, sollten unspezifische Symptome abklären lassen. Das sind Anzeichen bei Eierstockkrebs:

  • Bauchumfang nimmt zu, ohne Gewichtszunahme. „Eierstockkrebs braucht viele Kalorien, um zu wachsen“, erklärt Kiechle
  • Unklare Bauchschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Harndrang häufiger als früher

Krebs vorbeugen: Ultraschall-Untersuchungen zuerst

Ultraschall-Untersuchungen können bereits erste Hinweise geben. Genauere Ergebnisse bringen dann verschiedene medizinische Verfahren wie Computertomographie (CT). Damit lässt sich die Ausbreitung des Tumors auf andere Organe darstellen.

Je nach Stadium der Erkrankung legen Ärzte einen Therapieplan fest. „Die erste und entscheidende Behandlung bei Eierstockkrebs ist die Operation“, erklärt die Gynäkologin. Dabei muss das gesamte Tumorgewebe entfernt werden. Dann besteht die Chance auf dauerhafte Heilung. Allerdings nur, wenn sich der Tumor auf die Eierstöcke beschränkt.

Für Krebs-Operationen spezialisierte Zentren aufsuchen

Meist schließt sich an die Operationen eine Chemotherapie an. Aufgrund der aufwändigen Operationen ist es empfehlenswert für die Therapie zertifizierte Zentren aufzusuchen.

Die neue Generation von Medikamenten und Antikörper haben die Therapie von fortscheidendem Eierstockkrebs inzwischen verbessert. „Die Überlebensprognose der damit behandelten Patientinnen hat sich verdoppelt“, so Kiechle. Studien zufolge waren nach drei Jahren 60,4 Prozent der Patientinnen tumorfrei, wenn sie die Therapie erhalten haben.

Sterblichkeit bei ErkrankungenVon 100.000 Frauen
Eierstockkrebs120 von 100.000
Brustkrebs396 von 100.000
Andere bösartige Erkrankungen1.769 von 100.000
Krankenheiten des Kreislaufsystems4.248 von 100.000

Aktive Prävention gegen Krebs möglich

Trotzdem ist die Heilung noch nicht bei allen Fällen in Sicht. Wichtig ist daher gezielte Prävention. Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für Eierstockkrebs. Bestimmte Körperfettregionen stellen Hormone her, die auf die Eierstöcke wirken können.

Trägerinnen der Genmutationen BRCA1 und BRCA2 sollten in Erwägung ziehen, die Eierstöcke nach Abschluss der Familienplanung präventiv entfernen zu lassen. Auch Frauen unter 40 Jahren mit dem genetischen Risiko sollten das in Erwägung ziehen. Wie Studien zeigen, kann die Entfernung das Sterberisiko erheblich reduzieren. Allerdings werden die Mutationen statistisch gesehen zu 50 Prozent an Kinder vererbt. (Karolin Schaefer)

Eine junge Frau bekommt Blutungen und denkt sich zunächst nichts Schlimmes. Eine Untersuchung offenbart dann den schrecklichen Grund der Beschwerden: Krebs.

Rubriklistenbild: © Nick Freund / Panthermedia

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.