Neue Studie

Krebsforschung: Wissenschaftler entdecken Zusammenhang zwischen Videospielen und Schmerzen

Kind spielt mit Xbox
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Eine Studie aus Spanien legt nahe, dass an Krebs erkrankte Kinder von Videospielen profitieren können. (Symbolfoto)

Eine spanische Studie legt nahe, dass an Krebs erkrankte Kinder von Videospielen profitieren können. Mediziner äußern sich optimistisch.

  • Eine Studie zeigt wie an Krebs erkrankte Kinder von Videospielen profitieren können.
  • Das Spielen soll bei der Chemotherapie helfen.
  • Über die Studie und ihre Ergebnisse wurde auch eine Dokumentation gedreht.

Kassel - Nicht erst seit der Corona-Pandemie können Videospiele vielen Menschen durch schwere Zeiten helfen. Auch im Falle von schweren Krankheiten kann es hilfreich sein, Menschen mit Spielen abzulenken und ihnen so eine Beschäftigung zu bieten. Nun offenbart eine neue Studie, dass an Krebs erkrankte Kinder massiv von Videospielen profitieren können.

So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen der Juegaterapie-Stiftung, dass Kinder weniger Schmerzen spüren, wenn sie Videospiele spielen. Beobachtet wurde das Phänomen bei Kindern, die an Mukositis, einer schmerzhaften Nebenwirkung der Chemotherapie, leiden.

Krebs-Therapie: Kinder benötige weniger Schmerzmittel dank Videospielen

Laut der Studie benötigen Kinder, die Videospiele spielen können, etwa 20 Prozent weniger Schmerzmittel als krebskranke Kinder, denen diese Art der Beschäftigung nicht möglich ist. Darüber hinaus war offenbar ein Anstieg des „parasympathischen Tons“ zu vernehmen, was der körperlichen Erholung zugutekommen soll.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Videospiele bei der Behandlung der Krebs-Mukositis als eine Art Ersatzmittel für Schmerzmittel eingesetzt werden könnten. Seitens der Forscher hofft man nun, dass Videospiele weiter in den Fokus von Behandlungsempfehlungen rücken und als valide Behandlungsoption betrachtet werden. Zudem ruft die Stiftung dazu auf, eventuell nicht mehr benötigte Spielkonsolen an Krankenhäuser zu spenden.

Videospiele gegen Kinder-Krebs: Mediziner sind angetan von Studienergebnisse

Francisco Reinoso-Barbero, Leiter der Schmerztherapie im Kinderkrankenhaus La Paz in Madrid, argumentiert, dass „Videospiele Teil eines nicht-medikamentösen, therapeutischen Plans gegen Krebs-Mukositis“ sein könnten.

Mario Alonso Puig, Mediziner und Kurator der Juegaterpia-Stiftung, beschreibt die Situation für krebskranke Kinder als „herausfordernd“ und erklärt, dass Angst und Druck dafür sorgen können, dass er ohnehin schon schwache Körper stark leidet. Sei ein Kind aber erst einmal in ein Videospiel versunken, sollen Ängste und Schmerzen vorübergehend verschwinden, da dadurch der Parasympathikus, eine der drei Komponenten des vegetativen Nervensystems, aktiviert werden soll.

Dokumentarfilm zu neuer Studie: Videospiele können kranken Kindern helfen

Zu der Studie gibt es auch einen Dokumentarfilm, der die Forschung und ihre Ergebnisse behandelt. Im Original trägt der Film den Titel „La Quimio Jugando se pasa Volando“, was auf Deutsch etwa so viel bedeutet wie „Die Chemo vergeht beim Spielen wie im Flug“. Laut der Pressemitteilung soll die Dokumentation eigentlich bei Amazon Prime Video verfügbar sein - finden konnten wir sie in der deutschen Amazon-Videothek jedoch nicht. Diese Symptome deuten auf Leberkrebs hin, während diese Anzeichen Zungenkrebs bedeuten können. (Nail Akkoyun)

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