50 Sorten analysiert

Lieber keine Cornflakes zum Frühstück? Öko-Test findet Krebs-Erreger in beliebten Sorten

Im Test von Öko-Test sind 14 Produkte durchgefallen. In einigen wurden krebserregende Inhaltsstoffe gefunden. (Symbolbild)
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Im Test von Öko-Test sind 14 Produkte durchgefallen. In einigen wurden krebserregende Inhaltsstoffe gefunden. (Symbolbild)

Wer gerne Cornflakes zum Frühstück isst, sollte besser vorsichtig sein: Die Experten von Öko-Test haben gefährliche Inhaltsstoffe entdeckt. Auch Kellogg‘s betroffen.

  • Öko-Test* hast Cornflakes getestet und kommt zu einem alarmierenden Ergebnis.
  • 14 Produkte sind im Test durchgefallen, unter anderem wurden krebserregende Stoffe gefunden.
  • Bio-Cornflakes schnitten im Test jedoch nicht automatisch besser ab.

Kassel - Für viele gehören sie genauso zum Start in den Tag, wie ein heißer Kaffee: Cornflakes mit Joghurt oder Milch. Die knusprigen Frühstückflocken bestehen aus Getreide und sind oft in Müsli-Mischungen enthalten.

Das Verbraucherportal Öko-Test hat jetzt 50 verschiedene Cornflakes-Sorten genauer untersucht und kommt zu einem alarmierenden Ergebnis. Ganze 14 der Cornflakes-Sorten fallen im Test durch. Viele enthalten unter anderem krebserregende Inhaltsstoffe.

Öko-Test: Gleich 18 Cornflakes-Sorten enthalten krebserregendes Acrylamid

Traditionell bestehen Cornflakes aus Mais, Öko-Test hat jedoch auch Frühstücksflocken aus anderen Getreidesorten untersucht, darunter Dinkel-, Buchweizen- und Mehrkornflakes. Für die Herstellung von Mais-Cornflakes wird der Mais traditionell gekocht und anschließend breit gewalzt und getrocknet. Oft werden die Cornflakes dann noch mit einer Zuckerschicht überzogen. Bei den von Öko-Test getesteten Produkte handelt es sich jedoch um Cornflakes ohne „Frost“, also ohne die oberflächlich aufgebrachte Zuckerschicht.

Bei der Herstellung werden die Cornflakes meist unter hohen Temperaturen getrocknet. Dabei kann sich aus Zucker und der in Getreide enthaltenen Aminosäure Asparagin Acrylamid bilden. Dieses erhöht laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) bei allen Altersgruppen potenziell das Krebsrisiko. In 18 Produkten kritisiert Öko-Test den Acrylamidgehalt, in vier Produkten davon ist er gemessen am EU-Richtwert „stark erhöht“.

Cornflakes im Test: Experten von Öko-Test finden Schimmelpilzgifte

Öko-Test warnt jedoch, dass auch geringe Mengen Acrylamid schädlich sein könnten: „Ein Grenzwert, ab dem Acrylamid gar kein Risiko birgt, lässt sich nach heutigem Wissensstand nicht festlegen“, so die Experten. Untersucht wurden die Cornflakes auch auf eine mögliche Belastung mit Pestiziden, Schimmelpilzgiften und Mineralölbestandteilen.

In vier Cornflakes-Produkten fanden die Experten von Öko-Test Schimmelpilzgifte. Diese können das Immunsystem schwächen. Gefunden wurden die Giftstoffe Deoxinivalenol (DON) und T-2-/HT-2-Toxine. Sie entstehen schon vor der Ernte. Auch ein „stark erhöhter“ Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) wurde in zwei Cornflakes festgestellt. Außerdem waren die problematischeren aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) in den Cornflakes nachweisbar. „Zu dieser Stoffgruppe können auch krebserregende Verbindungen gehören“, so Öko-Test.

Video: Fünf Geheimnisse über Cornflakes

Öko-Test: Cornflakes von einigen Discountern schneiden gut ab

In vier Cornflakes-Sorten wurden Spuren von bedenklichen Pestiziden gefunden. Die im Test festgestellte Menge ist für Verbraucher nicht akut gefährlich, erklärt Öko-Test, die Verwendung gefährde jedoch die Artenvielfalt. Bei 28 getesteten Produkten handelt es sich um Bio-Produkte.

Die Bio-Cornflakes schnitten im Test jedoch nicht automatisch besser ab. Vier Cornflakes-Sorten bekamen die Note mangelhaft, drei fielen sogar mit ungenügend durch. Einige günstige Produkte vom Discounter erhielten hingegen die Note sehr gut.

Öko-Test: 14 Produkte fallen im Test durch – Cornflakes nicht essen

Mit ungenügend wurden im Test neun Produkte bewertet, darunter auch beliebte Marken-Produkte von Nestlé und Kellogg sowie einige Bio-Cornflakes. Fünf weitere Produkte fallen mit der Note „mangelhaft“ ebenfalls durch den Test. Die folgenden Produkte wurden von Öko-Test mit „ungenügend“ bewertet:

Cornflakes-SorteAnbieter
Kellogg‘s Special K ClassicKellogg
Nestlé Fitness 58% VollkornNestlé
Nestlé Go Free Corn Flakes Gluten FreeNestlé
Schär Gluten Free Corn FlakesDr. Schär
Schär Gluten-Free Cereal FlakesDr. Schär
Wurzener Crisp & Cross Cornflakes, ohne ZuckerzusatzWurzener Nahrungsmittel
Davert Vollkorn Cornflakes glutenfrei, ohne Zucker- und SalzzusatzDavert (Bio)
Spielberger Mühle Dinkelflakes ungesüßtSpielberger (Naturwarenladen) (Bio)
Vitabella Mehrkorn Flakes, glutenfreiMolino Nicoli (Bio)

Cornflakes im Test: Experten bewerten zugesetzte Vitamine kritisch

Im Test wurden zudem zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sowie der Salz- und Zuckergehalt untersucht. Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe werden von Öko-Test kritisch bewertet, vor allem Eisen sollte laut dem Verbrauchermagazin nicht zugesetzt werden, denn eine dauerhaft zu hohe Aufnahme erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, Lebensmittel mit Eisen anzureichern.

Zu den am besten bewerteten Cornflakes-Sorten im Test gehören Produkte von Aldi*, Lidl*, Netto und Norma. Die Eigenmarken der genannten Supermärkte schnitten jeweils mit der Note „sehr gut“ ab. Bei Edeka* wurden zwei Cornflakes-Produkte der Eigenmarke getestet, die „Gut & Günstig Cornflakes“ wurden von Öko-Test mit „sehr gut“ bewertet, die „Gut & Günstig Best Flakes Classic“ von Edeka mit „gut“. Vor kurzem haben die Experten von Öko-Test Spaghetti getestet, mehr als die Hälfte der Produkte fiel durch. (Sarah Neumeyer) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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