9-Punkte-Plan

Krebs-Risiko senken: Welche Lebensmittel Sie besser meiden sollten

Um das Risiko für eine Krebs-Erkrankung zu senken, kann der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel helfen.
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Um das Risiko für eine Krebs-Erkrankung zu senken, kann der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel helfen.

Hunderttausende Menschen erkranken jedes Jahr an Krebs. Mit einem Neun-Punkte-Plan lässt sich das Risiko jedoch senken – ein wichtiger Punkt ist die Ernährung.

Kassel – Krebs ist zu einer Volkskrankheit geworden. Mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland bekamen im Jahr 2020 eine Diagnose und mehr als 200.000 sterben jährlich infolge einer Erkrankung. Durch vorbeugende Maßnahmen und eine Früherkennung lässt sich das Risiko jedoch minimieren.

Nach aktuellem Forschungsstand sind circa 40 Prozent aller Krebsneuerkrankungen pro Jahr durch Verhaltensänderungen vermeidbar. Krebs- und Präventionsforschende informieren über einen Neun-Punkte-Plan, der individuell ohne großartige Lebensumstellung umgesetzt werden kann.

Krebs-Forschung: Mit diesen neun Punkten senken Sie ihr Risiko zu erkranken

Der Nationalen Dekade gegen Krebs zufolge lasse sich das Risiko für eine ganze Reihe an verschiedenen Krebsarten durch einen gesunderen Lebensstil bereits verringern. Folgende neun Maßnahmen zählen dazu:

1. Übergewicht vermeiden

Neben Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfällen und Herzinfarkten ist auch Übergewicht an der Entstehung von Krebs beteiligt. Das Risiko wird unter anderem für folgende verschiedene Arten massiv erhöht:

  • Darmkrebs
  • Nierenkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Speiseröhrenkrebs
  • Brustkrebs
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Eierstockkrebs
  • Prostatakrebs

Je mehr Übergewicht, desto höher ist auch das Krebs-Risiko. Mit einer richtigen und ausgewogenen Ernährung sowie regelmäßiger Bewegung lässt sich Fettleibigkeit verhindern oder langsam abbauen. Bestimmte Lebensmittel können außerdem beim Abnehmen* helfen, da sie die Fettverbrennung anregen. Zudem können viele Lebensmittel das Herzinfarkt-Risiko senken*.

Regelmäßige Bewegung mindert das Krebs-Risiko

2. Bewegung im Alltag

Viele Menschen sitzen tagtäglich im Büro und starren stundenlang auf den Computerbildschirm. Gesund ist das auf Dauer allerdings nicht. Regelmäßige Bewegung sowie sportliche Betätigungen halten nicht nur fit, sondern können auch vor Krebs schützen. Körperliche Aktivitäten sorgen dafür, dass Krebszellen ausgebremst werden. Nachweislich soll somit das Risiko für einige Krebsarten wie Dickdarmkrebs, Lungenkrebs, Blasenkrebs, Magenkrebs und Leberkrebs gesenkt werden können.

Viel Bewegung und Sport sind gesund und helfen dabei, das Krebs-Risiko zu senken.

Die Intensität der Bewegung und die Sportart spielen laut Präventionsforschung dabei keine Rolle. Jede Form der körperlichen Aktivität könne eine Erkrankung verhindern, egal ob Schwimmen, Turnen, Krafttraining oder Nordic Walking. Sinnvoll sei jedoch mindestens eine halbe Stunde pro Tag. Bewegung lässt sich aber schon einfach in den Alltag integrieren: Laufen Sie Treppen, fahren Sie Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß und unterbrechen Sie stundenlanges Sitzen einmal pro Stunde, um sich ein wenig zu bewegen.

Mit der richtigen Ernährung Krebs vorbeugen - Auf Alkohol besser verzichten

3. Gesunde und ausgewogene Ernährung

Eine optimale Diät gegen Krebs existiert nicht, aber eine Reihe an Lebensmitteln, die man besser vermeiden sollte. Folgende Lebensmittel könnten eine Erkrankung nachweislich fördern:

  • Rotes Fleisch vom Rind, Schwein, Lamm, Pferd - oder Ziege.
  • Verarbeitetes Fleisch in Form von Wurst und Schinken.

Ballaststoffe in Nahrungsmitteln können das Wachstum von Krebszellen abbremsen und eine ausreichende Vitaminzufuhr vor einer Erkrankung schützen. Empfohlen werden pro Tag mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse sowie 30 Gramm Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

4. So wenig Alkohol wie möglich

In alkoholischen Getränken wie Bier, Wein, Sekt und Schnaps befindet sich Ethanol. Dieses ist besonders krebserregend. Bereits eine geringe Dosis am Tag steigere beispielsweise das Risiko für Speiseröhrenkrebs um ein Drittel. Wer mehr als vier solcher Getränke täglich zu sich nimmt, hat ein fünfmal so hohes Krebsrisiko als Menschen, die gar keinen Alkohol trinken. Am besten ist es daher, auf den Konsum zu verzichten oder ihn erheblich zu drosseln.

Tabakkonsum größter Krebs-Faktor - Krebserregende Stoffe und Strahlung meiden

5. Nicht rauchen

Der mit Abstand größte Krebs-Faktor ist der Tabakkonsum. Rund 19 Prozent aller Erkrankungen lassen sich Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft zufolge auf regelmäßiges Rauchen zurückführen - außerdem sterben Raucher doppelt so häufig wie Nichtraucher. Nicht nur der Tabak enthält krebserregende Stoffe, sondern auch der Rauch. Aus diesem Grund sei bereits passives Rauchen extrem schädlich. Am häufigsten erkranken rauchende Menschen an Lungenkrebs, aber auch Mundkrebs, Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs können diagnostiziert werden. Viele Zigaretten sind zudem viel ungesünder*, als die Hersteller angeben.

6. Krebserregende Stoffe meiden

Neben Tabak enthalten unter anderem Feinstaub und Abgase krebserregende Inhaltsstoffe. All diese könnten beim Einatmen die Lungenzellen schädigen. Um einer Feinstaubbelastung so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, sollten man beispielsweise viel befahrende Straßen meiden, was besonders in Großstädten allerdings schwierig ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert darüber, wie hoch die Konzentration in ihrer Gegend ist. Auch ist von regelmäßigen Untersuchungen unter Strahlung, wie beim Röntgen oder MRT, abzuraten.

7. Schützen Sie sich vor UV-Strahlung

Kaum ist der Sommer da, lässt der Sonnenbrand bei vielen Menschen nicht lange auf sich warten. Dieser kann aber vor allem das Hautkrebsrisiko erheblich steigern. Aus diesem Grund sollte man sich immer gut mit Sonnencreme einschmieren, um die Haut vor der schädlichen UV-Strahlung ausreichend zu schützen. Auch auf langes Sonnenbaden sollte möglichst verzichtet werden: Man wird zwar schön braun, schadet aber auch seiner Haut und lässt sie vorzeitig altern.

Sich mit Impfungen und Früherkennung vor einer Krebs-Erkrankung schützen

8. Impfen gegen Krebs

Obwohl Krebs nicht ansteckend ist, lassen sich manche Formen durch eine Impfung vorbeugen. Beispielsweise begünstigen einige Infektionskrankheiten eine Tumorerkrankung, darunter Hepatitis B und sexuell übertragbare Humane Papillomviren (HP). Letztere können beispielsweise Krebsarten in Intimbereichen auslösen.

9. Angebote der Krebsfrüherkennung nutzen

Eine frühe Erkennung einer Krebserkrankung kann bei der Heilung von Vorteil sein. Bei Vorsorgeuntersuchungen können zudem bedenkliche Vorstufen rechtzeitig entfernt werden, damit sich Krebs gar nicht erst weiterentwickeln kann. Je nach Alter gibt es verschiedene Früherkennungsangebote in Deutschland, die wahrgenommen werden können. Folgende zählen dazu:

  • Frauen ab 20 Jahren: Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung durch Abstrich, Untersuchung der Scheide und des Gebärmuttermundes sowie Abtasten der Brüste.
  • Männer und Frauen ab 35 Jahren: Hautkrebsscreening.
  • Männer ab 45 Jahren: Prostatauntersuchung und Abtasten der Hoden.
  • Frauen ab 50 Jahren: Mammografiescreening.
  • Für Frauen ab 50 und Männer ab 55 Jahren: Darmspiegelung.

Zusätzlich sollten Sie ihren Körper stetig selbst untersuchen. Damit können bereits früh Veränderungen erkannt und anschließend ärztlich behandelt werden. In der Krebs-Forschung macht außerdem eine Studie von Biontech große Hoffnung. (Alina Schröder) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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