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Bakterien, Schimmel, tote Würmer: Ekel-Funde in unseren Lebensmitteln

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Von: Kilian Bäuml

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In Deutschland gibt es ein strenges System zur Lebensmittelüberwachung. Trotzdem gibt es immer wieder Ekel-Funde und Rückrufe von Nahrungsmitteln.

Kassel – Obwohl die Ansprüche für Lebensmittelhersteller sehr hoch sind und die Produktion streng überwacht wird, kommt es immer wieder vor, dass sogar verpackte Lebensmittel für Ekel sorgen. Wenn sich beispielsweise Schimmel gebildet hat.

Häufig kommt dies durch Produktionsfehler oder unterbrochene Lieferketten zustande. In solchen Situationen werden Verbraucher gewarnt und die entsprechenden Produkte zurückgerufen.

Voller Pestizide - Ekel-Funde auf Früchten und Fruchtprodukten

Pestizide werden in der industriellen Landwirtschaft verwendet, um den größtmöglichen Ertrag sicherzustellen. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass Insekten nicht an die Nutzpflanzen gehen. Das Insektengift ist aber auch für Menschen schädlich, deshalb sollte es nicht in die Nahrungskette gelangen. Erst kürzlich waren jedoch gefrorenen Kirschen mit Pestiziden belastet und wurden deshalb zurückgerufen.

Hierbei handelt es sich um keinen Einzelfall, Pestizide gelangen gelegentlich in die Lebensmittelproduktion. Ein weiteres Beispiel von Pestiziden im Produkt ist Apfelmus und Mark. Ökotest prüfte im September 26 Produkte mit bedenklichem Ergebnis: Gleich zwei der getesteten Apfelprodukte waren mit Pestiziden belastet. Im Jahr 2021 kam es zu zahlreichen XXL-Rückrufen für diverse Produkte in denen Sesam enthalten war. Grund dafür war das Pflanzenschutzmittel Ethylenoxid, das im Sesam nachgewiesen wurde.

Verschimmelte Früchte
Schimmlige, verdorbene Lebensmittel sollte nicht gegessen werden. (Symbolbild) © imago

Gefährliche Bakterien und Schimmel in alltäglichen Lebensmitteln - Ekel-Funde auf dem Teller

Durch mangelnde Hygiene in der Produktion oder beispielsweise eine unterbrochene Kühlkette können Bakterien und Schimmel die Lebensmittel befallen. Das kann richtig gefährlich werden. Ein besonders gefährliches Bakterium wurde in einer Bauernbratwurst nachgewiesen. Gefunden wurden die E. Coli-Bakterien, in der Wurst eines hessischen Herstellers. Die Bakterien können zu schweren Erkrankungen führen und Bauchkrämpfen bis hin zu Nierenversagen auslösen.

Weniger gefährlich, aber nicht weniger ekelhaft sind Salmonellen. Diese Bakterien lösen Magen-Darm-Beschwerden aus und wurden vor kurzem in gleich fünf ihrer Müsli-Sorten des Herstellers Minderleinsmühle GmhH sichergestellt.

Auch Schimmel ist ein echter Ekel-Fund, den man in seiner ausgeprägten Form leicht an seine Farbe und dem Geruch erkennen kann. Der Verzehr von schimmelbefallenen Lebensmitteln ist äußert gefährlich und kann bis zum Nierenversagen führen. Trotzdem gab es im vergangenem Jahr einen großen Rückruf von Apfelmark des Supermarktes Rewe. Deutschlandweit wurde in Rewe-Filialen das Apfelmark verkauft, dass wegen möglichem Verderb des Produktes durch Schimmel oder Hefebildung vor Erreichen der angegebenen Mindesthaltbarkeit, zurückgerufen wurde.

Häufig von Schimmelpilzgiften befallen ist auch Tomatenmark, das ergab eine Untersuchung von Ökotest. Festgestellt wurde, dass von den 20 überprüften Produkten fast die Hälfte mit Schimmelpilzgift belastet war. In einigen Produkten wurden zusätzlich auch Pestizide gefunden.

Ekel-Fund in Fisch: Ökotest findet tote Würmer in Lachs

Vegane Ernährung wird immer beliebter, deswegen werden auch für immer mehr tierische Produkte vegane Alternativen hergestellt. Bei einer dieser veganen Alternativen stand jedoch infrage, ob es wirklich ein veganes Produkt ist. Passiert ist dies unter anderem einem Hersteller von Zaziki. Die Chargen wurden falsch durchmischt, wodurch nicht ausgeschlossen werden konnte, dass herkömmlicher Zaziki als vegan deklariert wurde.

Ekel-Funde gab es auch bei Lachs: Ökotest untersuchte im Jahr 2021 20 Räucherlachse und konnte in drei der getesteten Produkte Nematoden sicherstellen, das sind tote Würmer, die so klein sind, dass das menschliche Auge sie nicht erkennt. Eine Gesundheitsgefahr geht allerdings nicht von ihnen aus. (Kilian Bäuml)

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