Kampf um den besten Preis

Preiskrieg zwischen Lidl und Aldi: Das hat negative Folgen

Preis-Krieg zwischen Lidl und Aldi: Die Discounter liefern sich einen Kampf um den besten Preis. Doch das hat Folgen. Es könnten sogar gerichtliche Konsequenzen drohen. Auch Edeka mischt sich ein.

  • Zwischen Lidl* und Aldi* herrscht ein regelrechter Preis-Krieg.
  • Die Discounter Lidl und Aldi schießen mit Werbekampagnen gegeneinander.
  • Jetzt folgen Konsequenzen.

Kassel - Zwischen Lidl und Aldi herrscht ein regelrechter Krieg - und das mit Werbekampagnen und Rabatten um die günstigsten Preise. Die Senkung der Mehrwertsteuer, die die Bundesregierung eingeführt hat, um die Corona-Krise abzufedern, löst zwischen den beiden Discountern einen Preis-Kampf aus. Jetzt drohen Konsequenzen.

Wie alles begann: Aldi Süd* veröffentlichte ein Prospekt, mit dem der Discounter warb, günstiger als die Konkurrenten Lidl, Rewe und Edeka zu sein. Ein prall gefüllter Einkaufswagen zierte die Broschüre mit dem Titel „Der Erfinder von günstig ist Preissieger".

Streit zwischen Lidl und Aldi: Frontaler Angriff auf die Konkurrenz

Der Discounter Lidl startet einen Gegenangriff auf die Konkurrenz Aldi*. In dem Prospekt von Lidl wird ebenfalls ein mit Lebensmitteln gefüllter Einkaufswagen abgebildet. Etwas mehr als 92 Euro soll der Inhalt des Wagens kosten, während er im Vergleich bei Aldi Süd und Nord angeblich für rund 102 beziehungsweise 103 Euro zu haben ist. Im Kleingedruckten ist für den Verbraucher noch zu lesen, in welchen Filialen von Aldi die Lidl-Erhebung durchgeführt wurde.

Allerdings setzt der Discounter noch einen drauf: Lidl schießt mit einem aktuellen Werbespot, der auf dem Märchen Schneewittchen basiert, gegen Aldi. Die Werbekampagne zeigt eine wütende Aldi-Mitarbeiterin mit einem Prospekt von Lidl auf dem Weg zu ihrem Spind. Sie öffnet die Tür, an der ein Zettel mit dem Hinweis „To do - bei Lidl bewerben!“ hängt und spricht zu einem Spiegel.

Preiskrieg zwischen Lidl und Aldi: Edeka mischt sich ein

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Günstige im ganzen Land?“, fragt die augenscheinliche Mitarbeiterin von Aldi. „Aldi, aber hinter den sieben Bergen, da gibt es Lidl - und Lidl ist viel günstiger“, antwortet das Gesicht im Spiegel. In der letzten Szene erscheint der gefüllte Einkaufswagen aus dem Prospekt, und eine Stimme aus dem Off erklärt: „All die anderen erzählen Märchen."

Doch auch der Supermarkt Edeka* mischt sich in die Streitereien ein und wendet sich in einem offenen Brief an die Verbraucher: „Den Weg zum Discounter können Sie sich sparen.“ Edeka könne preislich mithalten und biete mehr als nur günstige Preise.

Preis-Kampf zwischen Lidl und Aldi: Streiterein haben jetzt Konsequenzen

Hintergrund der Streitereien zwischen Lidl und Aldi ist die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung aufgrund der Corona-Krise. Bis zum 31.12.2020 wird die Steuer von 19 Prozent auf 16 Prozent gesenkt. Dabei versuchen die Supermarkt-Ketten, sich gegenseitig mit Rabattaktionen zu überbieten.

Das Anzeigen-Battle der beiden Discounter Lidl und Aldi hat jetzt allerdings Konsequenzen. Mehrere Beschwerden von Verbrauchern und Konkurrenten seien bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs eingegangen, wie watson.de berichtet.

VereinZentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs
Anzahl der Mitglieder800 Verbände und 1200 Unternehmen
SitzBad Homburg vor der Höhe
Gründung1912 bis 1913

Lidl und Aldi: Diesem Discounter könnten gerichtliche Konsequenzen drohen

„Wir haben bisher die Aldi-Werbung aufgegriffen und beanstandet“, erklärt die Wettbewerbszentrale. Auch wenn das Prospekt von Aldi eine Quelle für den Vergleich mit Lidl nennt, wird nicht aufgeführt, welche Waren genau gekauft wurden. Angegeben wurden lediglich die Warengruppen. „Damit wird der Vergleich, der dieser Werbeanzeige zugrunde liegt, für den Verbraucher nicht mehr nachvollziehbar.“

Daraufhin hat die Wettbewerbszentrale zur Unterlassung aufgefordert. Bedeutet: Der Discounter darf mit dem Einkaufswagen aus dem Prospekt nicht mehr werben. Sollte Aldi dem nicht nachkommen, drohen gerichtliche Konsequenzen.

Preis-Kampf zwischen Lidl und Aldi: Werbung könnte auch für Lidl Konsequenzen haben

Aldi hat das Prospekt mittlerweile geändert. In der Online-Ausgabe war die „Preissieger"-Behauptung nicht mehr zu finden. Auch das Layout der Broschüre wurde angepasst. Der Einkaufswagen ist zwar immer noch abgebildet, aber die vergleichenden Behauptungen mit Lidl wurden entfernt.

Gegen die Kampagne von Lidl gab es ebenfalls mehrere Beschwerden - hier drohen Konsequenzen. „Auch gegen die Lidl-Werbung sind bereits Beschwerden eingegangen, die die Wettbewerbszentrale gerade prüft.“

In den sozialen Medien kursiert derzeit eine angebliche Warnung von Aldi. Auf Corona-Plakaten wird vor dem Verzehr von Fleisch gewarnt. Der Discounter wehrt sich und äußert einen Verdacht. (Karolin Schaefer) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch

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