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Aldi und Lidl: Drohen bald leere Regale? Lieferant steht kurz vor Insolvenz

Drohen nun leere Regale bei Waschmitteln? Ein wichtiger Produzent, der unter anderem Lidl und Aldi beliefert, steht vor der Insolvenz. (Archivfoto)
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Drohen nun leere Regale bei Waschmitteln? Ein wichtiger Produzent, der unter anderem Lidl und Aldi beliefert, steht vor der Insolvenz. (Archivfoto)

Ein großer Handelsmarkenhersteller aus Deutschland muss Insolvenz anmelden. Die Produkte werden aktuell bei Lidl und Aldi verkauft. Drohen leere Regale?

Neunkirchen-Seelscheid/Kassel – Für den deutschen Reinigungsmittelproduzenten Thurn Germany ist Schluss. Das Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen begründet die kürzlich angemeldete Insolvenz mit dem harten Wettbewerb, explodierende Rohstoffpreise und auch mit der Corona-Pandemie.

„In den kommenden zwei Wochen“ soll die Produktion in Neunkirchen, Seelscheid, Genthin sowie im niederländischen Kerkrade jedoch weiterlaufen, sagte Peter Schoof, geschäftsführender Gesellschafter bei Thurn Germany gegenüber der Lebensmittel Zeitung. Aktuell suche man zudem nach Investoren, um die Geschäfte am Leben zu erhalten. Verkauft werden die Produkte derzeit bei Aldi und Lidl.

Lieferant Thurn Germany produziert aktuell mehrere Produkte für Aldi und Lidl

Aufgrund der Corona-Krise sei insbesondere das Geschäft in den Bereichen Freizeitsport, Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen weggebrochen, erklärte Schoof weiter. Dies seien 20 bis 30 Prozent der Umsätze. Finanzielle Hilfe habe es vom Staat nicht gegeben, erläuterte Schoof gegenüber der Rhein Sieg Rundschau, da man „nicht ins Raster gepasst“ habe. Corona-Hilfen bekämen lediglich Betriebe, die direkt durch den staatlichen Eingriff betroffen seien, wie etwa Hotels die durch Schließungen keine Einnahmen mehr haben.

Thurn Germany, welches aktuell rund 200 Angestellte beschäftigt, ist bereits der zweite große Reinigungsmittelproduzent, der in diesem Jahr Insolvenz anmelden musste. Zuvor hatte Sopronem, wie Thurn Germany 2018 aus der insolventen Thurn Produkte GmbH hervorgegangen, seine Zahlungsunfähigkeit bereits Anfang Juni angemeldet.

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Während Sopronem zuletzt die Herstellung von flüssigem Waschmittel übernahm, konzentrierte sich Thurn hingegen auf Pulverprodukte. Beide produzierten in erster Linie für Lidl (Formil, Maxitrat und W5) und Aldi (Alio und Tandil).

Aldi, Lidl und Co.: Viele Produkte in den Discountern sind teurer geworden

Hersteller von Aldi- und Lidl-Produkten: Zukunft von Thurn Germany ist ungewiss

Könnten Kunden von Aldi und Lidl also bald vor leeren Regalen stehen? Das scheint eher unwahrscheinlich, da laut Schoof derzeit nicht mit Lieferausfällen zu rechnen sei. Man habe „klare Vorstellungen“ bezüglich der Zukunft des Unternehmens. Nähere Informationen gibt es bislang allerdings noch nicht.

Derweil geht die Lebensmittel Zeitung von Bewegung am Waschmittel-Markt aus: Die Fachzeitschrift hält es für möglich, dass die beiden großen Handelsmarkenhersteller Dalli und McBride künftig übernehmen. Vor allem das britische Unternehmen McBride habe demnach Interesse an einer Produktionsstätte in Deutschland signalisiert. Ob sich in diesem Fall auch etwas für Lidl- und Aldi-Kunden ändern würde, ist vorerst aber ungewiss. (Nail Akkoyun)

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