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Lidl testet Vier-Tage-Woche für Beschäftigte in Österreich

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Discounter Lidl vier Tage Woche Österreich
Der Discounter Lidl führt in Österreich die Vier-Tage-Woche ein. Das Angebot richtet sich aber nicht an alle Beschäftige. © Michael Gstettenbauer/Imago

Statt fünf nur vier Tage in der Woche arbeiten: Das will der Discounter Lidl für seine Angestellten in Österreich einführen – jedoch nicht für alle.

Salzburg – Ein längeres Wochenende oder einen Tag in der Woche frei, das wünschen sich viele. Das geht in Belgien, dort wurde die Vier-Tage-Woche* eingeführt. Auch ein britisches Unternehmen führte 2021 die Vier-Tage-Woche ein. Der Discounter Lidl will das nun auch für seine österreichischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ermöglichen. Dort hat Lidl 5800 Beschäftigte.

In seinem Bericht über das Geschäftsjahr 2021 kündigte Lidl Österreich an, eine Vier-Tage-Woche für Angestellte im Büro testen zu wollen, teilt die Lebensmittel-Zeitung mit. Demnach können Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Arbeitszeit von 38,5 Stunden in einer verkürzten Arbeitswoche erbringen. Außerdem bekommen sie Anspruch auf eine sechste Urlaubswoche, in Deutschland ist das für Menschen, die seit 25 Jahren im selben Unternehmen arbeiten, schon länger üblich.

Für Beschäftige in den Lidl-Filialen in Österreich gibt es Angebot der Vier-Tage-Woche aber nicht. Für sie erhöhte der Discounter stattdessen das Mindestgehalt zum 1. März auf 2090 Euro brutto. Was Bürobeschäftigte bei Lidl tun müssten, um das Angebot der Vier-Tage-Woche in Anspruch nehmen zu können, gab Lidl gegenüber der Lebensmittel-Zeitung nicht genau an.

Welche Kriterien Lidl-Beschäftigte für die Vier-Tage-Woche erfüllen müssen, ist unklar

„Als verantwortungsvoller Arbeitgeber bieten wir sehr viel, um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bekommen. Die Liste unserer Incentives ist lang – von Teil- und Gleitzeitmodellen über Sabbaticals bis hin zu Teamevents und betrieblicher Gesundheitsvorsorge. 2022 werden wir unser Angebot erweitern und weiter verbessern. Neben Jobsicherheit und einer fairen Entlohnung wird auch der Wunsch nach flexiblen Arbeitsmodellen immer größer“, hieß es lediglich.

Laut einer Forsa-Umfrage finden 71 Prozent der Deutschen das belgische Modell der Vier-Tage-Woche gut. Unproblematisch ist das System aber nicht: Die tägliche Arbeitszeit erhöht sich in den meisten Fällen auf 10 Stunden. Das sei keine richtige Arbeitszeitverkürzung, sagte Markus Schlimbach vom sächsischen Deutschen Gewerkschaftsbund gegenüber MDR. „Was in Belgien eingeführt wird, ist quasi ein Zehn-Stunden-Tag. Das sehen wir als Gewerkschaften nicht als eine Alternative. Wir sind für richtige Arbeitszeitverkürzungen und wir haben uns mit der 35-Stunden-Woche auf den Weg gemacht, diese Arbeitszeitverkürzungen zu machen.“ (ter) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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