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Lidl darf Kassenschlager nicht im Original verkaufen – Discounter muss Veränderungen vornehmen

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Von: Sandra Kathe

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Nach Klage von Vorwerk: Ein Düsseldorfer Gericht hat entschieden, dass Lidl technische Änderungen an seiner Thermomix-Alternative vornehmen muss.
Nach Klage von Vorwerk: Ein Düsseldorfer Gericht hat entschieden, dass Lidl technische Änderungen an seiner Thermomix-Alternative vornehmen muss. © Marijan Murat/dpa

Änderungen bei Lidl: Seit Monaten streiten Vorwerk und der Discounter vor Gericht über die günstige Thermomix-Alternative Monsieur Cuisine.

Düsseldorf/Neckarsulm – Elektronische Kochgeräte wie der Thermomix von Vorwerk oder die Lidl-Alternative Monsieur Cuisine haben viele Fans. Denn sie bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die das Kochen erleichtern. So können sie digital auf Rezepte zugreifen und auf Anleitung Schritt für Schritt Zutaten abwiegen, kleinschneiden und im selben Gefäß auch noch kochen. Doch zwischen den Herstellern brodelt seit Anfang 2021 ein Streit um Patentrechte.

Die beanstandete Patentrechtsverletzung wegen zu großer Ähnlichkeiten der Heizelemente der Geräte von Vorwerk und der Lidl-Marke Silvercrest war zunächst vor einem spanischen Gericht in Barcelona verhandelt worden. Wie das Wirtschaftsmagazin Businessinsider.com berichtet, hatte das spanische Gericht zugunsten von Vorwerk entschieden. Demnach verletze die Technologie des Lidl-Geräts eingetragene Vorwerk-Patente. Damit durfte es in der bisherigen Form nicht mehr verkauft werden.

Thermomix-Alternative von Lidl: Gericht verbietet Monsieur Cuisine Connect

Auch vor der deutschen Gesetzgebung unterlag Lidl nun, obwohl der Discounter in einem erstinstanzlichen Urteil Recht bekommen hatte. Damit darf die Thermomix-Alternative in der Original-Form von Lidl nicht mehr verkauft werden. Doch es gibt bereits eine Lösung, um das Problem zu umgehen.

In seinem Online-Shop bewirbt Lidl statt des Modells Monsieur Cuisine Connect nun den Monsieur Cuisine Connect Trend – mit dem Zusatz „mit geändertem Heizelement“. Statt der bisher verbauten Dickschichtheizungs-Technologie, die auch Vorwerk für seinen Thermomix verwendet, kommt dabei wohl ein abgewandeltes Heizelement zum Einsatz. Laut Berichten des Technik-Magazins Chip.de handle es sich bei dem Vorwerk-Patent um eine Technologie, die neben gleichmäßigem Erhitzen des Topfs auch ein Reinigen in der Spülmaschine ermöglicht.

Streit zwischen Vorwerk und Lidl: Lidl muss Technik in Thermomix-Alternative abwandeln

Es sei vorerst fraglich, ob die abgewandelte Thermomix-Alternative weiterhin gewohnt positive Testergebnisse erzielen und dem Original von Vorwerk so weiterhin die Kundschaft streitig machen könne, berichtet Chip.de. Der Preisunterschied zwischen den beiden Produkten ist immerhin immens. Während Lidl sein Alternativen-Modell mit geändertem Heizelement aktuell für 399 Euro verkauft, liegt der Original-Thermomix TM6 von Vorwerk aktuell bei über 1300 Euro.

Für das 1883 gegründete Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk ist das Berufungsurteil eine erstes positive Botschaft im Rechtsstreit mit Lidl. Wie der Spiegel berichtet machte Vorwerk mit dem elektronischen Kochtopf mit zahlreichen Extrafunktionen allein im Jahr 2020 einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und damit etwa 50 Prozent seines Gesamtgeschäfts. (ska)

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