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Immer mehr Geldautomaten verschwinden: Wie Sie auch künftig an Bargeld kommen

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Von: Max Schäfer

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Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland geht zurück. Wo können Verbraucher auch weiterhin kostenlos Bargeld abheben?

Kassel – Banken in Deutschland schließen immer mehr Filialen. Wo es früher normal war, dass es in jedem Ort eine Filiale gab, werden inzwischen auch Automaten abgebaut, an denen Bargeld abgehoben, eingezahlt oder auch überwiesen werden kann. Im Jahr 2020 sind nach Angaben des Bankenverbandes und der Deutschen Bundesbank ungefähr 1500 Geldautomaten abgebaut worden.

Aber nicht nur in kleinen Gemeinden werden Bankfilialen und Geldautomaten abgebaut, sondern auch in Innenstädten. Die Commerzbank will bis Ende 2022 knapp 2020 Standorte schließen, die Deutsche Bank plant bis 2023 200 Filialen der Postbank, und 100 eigene Standorte dichtzumachen. Und auch die Sparkassen schließen zahlreiche Standorte.

Bargeld abheben: Deshalb verschwinden immer mehr Geldautomaten

Der Betrieb der Geldautomaten lohnt sich für die Banken nicht mehr. Geldtransportunternehmen erhöhen die Kosten, zudem seien die Systeme veraltet, was zu hohen Wartungskosten führe, berichtete der Focus unter Berufung auf Branchenkenner. Zu der niedrigen Profitabilität kommt die Konkurrenz durch neue Anbieter von Finanzdienstleistungen. Außerdem nehmen Automatensprengungen zu, sodass die Versicherungsgebühren steigen.

Vorsicht, es gibt immer weniger Geldautomaten, doch bei Geräten anderer Banken können Gebühren anfallen. (Symbolbild)
Vorsicht, es gibt immer weniger Geldautomaten, doch bei Geräten anderer Banken können Gebühren anfallen. (Symbolbild) © Jürgen Ritter/Imago

Das Verhalten der Kunden ändert sich ebenfalls und wirkt sich auf die Strategien der Banken aus. Immer mehr Menschen sparen sich den Weg zur nächsten Bankfiliale oder zum Bankautomaten und nutzen die Möglichkeiten des Online-Bankings oder bezahlen vor Ort mit Karte. Doch die bargeldlosen Alternativen bieten auch Risiken, berichtet RUHR24.

Geldautomaten verschwinden: Wo Sie kostenlos Bargeld abheben können

Wenn gerade keine Filiale und kein Automat der eigenen Bank in der Nähe ist, können Verbraucher in Supermärkten Bargeld abheben*. Der sogenannte Cash-Back-Service macht das möglich. Kunden können bei der Kartenzahlung an der Kasse den gewünschten Betrag nennen, der dann bar ausgegeben wird.

Beim Geldabheben in Supermärkten gibt es jedoch eine Obergrenze in Höhe von 200 Euro. Es ist kostenlos, jedoch muss in den meisten Supermärkten für eine bestimmte Summe eingekauft werden. Die Mindestbeträge und weitere Bedingungen der Ketten im Überblick:

Aldi Südab 5 Euro
Lidlab 5 Euro
EdekaZwischen 10 und 20 Euro
Reweab 10 Euro
Pennyab 10 Euro
Nettoab 5 Euro
Normaab 10 Euro
Kauflandab 10 Euro
MarktkaufZwischen 10 und 20 Euro
dmEinkauf, ohne Mindestbetrag
Müller DrogerieEinkauf, ohne Mindestbetrag
RossmannEinkauf, ohne Mindestbetrag
Obiab 20 Euro
Toomab 10 Euro
Hagebauab 20 Euro

Auch an Shell-Tankstellen können Kunden der Postbank und Banken der Cash-Group laut Focus bis zu 1000 Euro abheben. Bei Aral-Standorten können Kunden der ING Diba an Bargeld kommen.

Bei der Suche nach einem Geldautomaten, wo Verbraucher kostenlos Bargeld abheben können, sollten sie sich auch informieren, zu welchem Verbund die eigene Bank gehört. Das Geldabheben an Automaten des eigenen Verbundes ist in der Regel kostenlos. In Deutschland gibt es vier große Bankenverbunde:

Grundsätzlich müssen Verbraucher beim Geldabheben Gebühren zahlen, wenn sie den Geldautomaten einer Bank nutzen, die einem anderen Verband angehört. Außerdem gibt es Automaten von Euronet, Cardpoint und IC Cash, die häufig an Bahnhöfen und zentralen Haltestellen zu finden sind. Auch hier fallen beim Abheben Gebühren an.

Wie viel das Geldabheben an den Automaten einer anderen Bank oder eines der Anbieter kostet, hängt von der Bank, dem Anbieter, der gewünschten Summe und dem Standort ab. Die Gebühren liegen zwischen 1,95 und 9 Euro. Die Kosten werden den Nutzern jedoch angezeigt, sodass sich der Auszahlvorgang noch abbrechen lässt, wenn die Summe zu hoch ist.

Geldautomat: Wann fallen Gebühren für das Bargeld an?

Wenn Verbraucher mit der Anzahl der Filialen und Geldautomaten der eigenen Bank, wo sie kostenlos Bargeld abheben können, nicht einverstanden sind, bietet sich auch ein Wechsel an.

Das Konto zu wechseln sei inklusive Preisvergleich zwar ein gewisser Aufwand, aber Kunden müssten sich nicht mehr ärgern, erklärte David Riechmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegenüber Tagesschau.de. Wenn die Filiale vor Ort schließe, sei das manchmal die beste Option. (ms) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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