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Immer mehr Qualitätsmängel und Rückrufe: Was ist bei Mercedes los?

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Von: Paul Bröker

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Glänzt der Stern noch? Mercedes hat derzeit mit Qualitätsproblemen und Rückrufen zu kämpfen (Symbolbild).
Glänzt der Stern noch? Mercedes hat derzeit mit Qualitätsproblemen und Rückrufen zu kämpfen (Symbolbild). © Sebastian Gollnow/dpa

Mercedes hat gerade erst einen Rückruf von 800.000 Autos hinter sich, da kommt schon der nächste. Büßt die Marke mit dem Stern nun ihr Nobel-Image ein?

Stuttgart – Mercedes-Benz: Die Luxus-Marke, deren Autos den Stern auf der Motorhaube tragen, verspricht Prestige und Zuverlässigkeit. Die besten deutschen Ingenieure arbeiten schließlich an Design und Fahreigenschaften der Nobelkarossen. Dieses Image bekommt jetzt einen Knick: Allein im vergangenen Jahr war laut Informationen des Kraftfahrbundesamtes (KBA) eine siebenstellige Zahl von Mercedes-Fahrzeugen von Rückrufen betroffen.

Ein aktueller Rückruf stammt von Mitte November und betrifft fast alle Modellreihen: Ein Umschaltventil der Abgasrückführung weist einen Defekt auf. In der Folge kann es zu Bränden kommen. Mercedes wandte sich daraufhin an seine Kunden, um 848.517 Fahrzeuge zurückzurufen, 239.832 davon in Deutschland.

UnternehmenMercedes-Benz AG
CEOOla Källenius
HauptsitzStuttgart

Rückruf bei Mercedes-Benz: Mehr als 800.000 Diesel-Modelle betroffen

Laut Angaben von Bild sind Diesel-Modelle der Baureihen GLC, GLE, GLS, C-, E- und S-Klasse, CLS und der G-Klasse mit den Motoren OM 654 oder OM 656 betroffen. Jedoch ausschließlich die Modelle aus dem Produktionszeitraum von Januar 2017 bis Oktober 2021.

Ärgerlich für die Kunden und potenziell gefährlich: Mercedes kann auf der Stelle nicht genügend Ersatzteile in die Werkstätten schaffen. Bis dahin rät Mercedes den Kunden, besonders umsichtig zu fahren „und die Nutzung auf das erforderliche Minimum zu beschränken“, wie es in einem Schreiben heißt, welches der Bildzeitung vorliegt. Kunden sollen ihr Luxusauto also am besten stehen lassen, um sich nicht in Gefahr zu bringen.

Nach Mega-Rückruf: Elektroautos von Mercedes von weiterem Rückruf betroffen

Würde dieser Mega-Rückruf dem Stuttgarter Konzern nicht schon genug schaden, muss Mercedes nun Anfang 2022 noch einen weiteren Rückruf in die Wege leiten: Ausgerechnet die erst kürzlich eingeführte Elektro-Luxuslimousine EQS ist auch davon betroffen.

Warum? Ein fehlerhaftes Ladekabel könnte zum elektrischen Schlag oder zum Fahrzeugbrand führen. Konkret rief das Kraftfahrtbundesamt am 3. Januar 2022 weltweit 1788 Fahrzeuge zurück. Darunter C-Klasse, EQS, GLC und S-Klasse. In Deutschland sind 664 Fahrzeuge betroffen.

Ist das Prestige von Mercedes dahin? Andere Premium-Hersteller von weniger Rückrufen betroffen

Die Rückruf-Aktionen färben schlecht auf das Nobel-Image der Schwaben ab. Der Mega-Rückruf von mehr als 800.000 Autos sticht ins Auge. Doch insgesamt musste Mercedes-Benz allein im Jahr 2021 über 20 Rückrufaktionen starten, wie aus Informationen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) hervorgeht.

Wo steht der Stuttgarter Autokonzern damit im Vergleich zur Konkurrenz? Audi bringt es auf sieben Rückruf-Aktionen für Autos, die auch 2021 gebaut wurden. Der größte Rückruf betrifft weltweit rund 150.000 Fahrzeuge, in Deutschland circa 30.000. Aufgrund von Spannungsrisskorrosion kann es bei unterschiedlichen Baureihen zu erhöhtem Spiel zwischen Achslenker und Radträger kommen. Dadurch ist das Fahrverhalten eingeschränkt.

Der bayerische Konkurrent BMW kommt auf acht Rückrufe für Autos, die auch 2021 gebaut wurden. Der größte Rückruf betrifft den Elektro-SUV IX3. Hier liegt bei weltweit 16.278 Fahrzeugen ein Software-Problem vor, das bei Unfällen zur Beschädigung der Fahrzeugelektronik führen kann. In Deutschland sind davon laut KBA vermutlich 2040 Autos betroffen.

In Kassel prägte lange Zeit ein großer Mercedes-Stern auf einem Hochhaus in der Innenstadt das Stadtbild. Im Dezember wurde der Stern auf Geheiß des Autokonzerns abgebaut. (Paul Bröker)

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