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Mieter aufgepasst: Diese Kosten muss der Vermieter ab 2023 übernehmen

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Von: Karolin Schäfer

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Ab 2023 müssen sich Vermieter an der Klimaabgabe beteiligen. Das entlastet vor allem Mieter, die in schlecht isolierten Häusern wohnen.

Kassel – Mieterinnen und Mieter wurden bislang allein zur Kasse gebeten, um die sogenannte CO2-Abgabe für die Wohnung zu zahlen. An den Kosten sollen sich künftig aber auch Vermieterinnen und Vermieter beteiligen. Ein entsprechendes Gesetz hat die Bundesregierung am Donnerstag, dem 10. November, verabschiedet. Der Bundesrat hat diesem zudem am Freitag, dem 25. November, abschließend zugestimmt.

Seit 2021 wird auf Öl und Gas eine zusätzliche Abgabe erhoben, um den klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß zu senken. Das erfolgte bislang lediglich auf Kosten der Mietparteien. Nach einem Stufenmodell wird der CO2-Preis ab 2023 nun zwischen beiden Parteien aufgeteilt. Das „Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz“ soll am 1. Januar 2023 in Kraft treten. 

Vermieterinnen und Vermieter müssen sich ab 2023 ab der CO2-Abgabe beteiligen.
Vermieterinnen und Vermieter müssen sich ab 2023 ab der CO2-Abgabe beteiligen. © Ekaterina Yakunina/imago

Änderung ab 2023: Vermieter muss sich an Klimaabgabe beteiligen

Demnach gilt: Je weniger klimafreundlich das Haus ist, desto mehr muss die Vermieterin oder der Vermieter übernehmen. Schließlich ist der auch für den energetischen Zustand des Hauses verantwortlich. Denn nicht nur das Heizverhalten entscheidet, wie viel CO2 ausgestoßen wird, sondern auch, wie gut ein Haus isoliert ist, welche Heizung und welche Fenster eingebaut sind.

Ziel des Gesetzes ist, Anreize für Energieeinsparungen und energetische Sanierungen zu schaffen. „Dazu werden die Kohlendioxidkosten abgestuft entsprechend dem Kohlendioxidausstoß des Gebäudes pro Quadratmeter Wohnfläche und damit anhand der energetischen Qualität des Gebäudes verteilt“, hieß es. Bei Wohngebäude mit besonders hohem Treibhausgas-Ausstoß pro Quadratmeter sollen Vermieterinnen und Vermieter 95 Prozent des CO2-Preises übernehmen. Ist ein Gebäude klimafreundlicher, sinkt der Anteil.

Kohlendioxidausstoß pro Quadratmeter Wohnfläche und JahrKostenanteil
Weniger als 12 KilogrammMieter 100 Prozent – Vermieter 0 Prozent
12 bis 17 KilogrammMieter 90 Prozent – Vermieter 10 Prozent
17 bis 22 KilogrammMieter 80 Prozent – Vermieter 20 Prozent
22 bis 27 KilogrammMieter 70 Prozent – Vermieter 30 Prozent
27 bis 32 KilogrammMieter 60 Prozent – Vermieter 40 Prozent
32 bis 37 KilogrammMieter 50 Prozent – Vermieter 50 Prozent
37 bis 42 KilogrammMieter 40 Prozent – Vermieter 60 Prozent
42 bis 47 KilogrammMieter 30 Prozent – Vermieter 70 Prozent
47 bis 52 KilogrammMieter 20 Prozent – Vermieter 80 Prozent
Mehr als 52 KilogrammMieter 5 Prozent – Vermieter 95 Prozent
Quelle: Gesetzesentwurf zur Aufteilung der CO2-Kosten (Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz – CO2KostAufG)

Diese Änderung kommt auf Mieter und Vermieter zu – „Ein faires Modell“

Bauministerin Klara Geywitz (SPD) ist zufrieden mit dem neuen Gesetz. Dies sorge für eine Entlastung aller Mieterinnen und Mieter in Deutschland, sagte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Jetzt haben wir ein faires Modell, das auch die Vermieter in die Pflicht nimmt. Damit leisten beide Seiten einen Beitrag für den Klimaschutz.“

Der aktuelle CO2-Preis liegt bei 0,5 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Eine Familie müsste demnach bei jährlich 20.000 Kilowattstunden in einem klimafreundlichen Haus 128,40 Euro CO2-Abgabe zahlen, in einem schlecht isolierten nur noch 6,32 Euro, rechnet das Vergleichsportal Check24 rechnet vor. Den Rest muss ab dem 1. Januar 2023 der Vermieter tragen.

Bei jedem Haus muss nun ermittelt werden, wie viel Kilogramm CO2 pro Jahr ausgestoßen wird. Das müssen Vermieterinnen und Vermieter künftig selbst berechnen. Laut Bundesregierung sollen sie zur Unterstützung entsprechende Daten erhalten.

Vermieter müssen sich ab 2023 mehr beteiligen: Union mit Kritik

Bei Geschäften und Bürogebäuden sollen die Kosten jeweils zur Hälfte aufgeteilt werden, solange es nicht anders im Mietvertrag vereinbart wurde. Ausnahmen gibt es beispielsweise für denkmalgeschützte Wohnhäuser. Hier können Vermieterinnen und Vermieter nicht einfach sanieren. Dementsprechend könnte der Anteil auf die Mietparteien höher ausfallen.

Kritik am neuen Gesetz gab es von der Union. Die „gewollte Lenkungswirkung des CO2-Preises“ verpuffe, sagte Baupolitiker Jan-Marco Luczak (CDU). Ihm zufolge hänge das Verbrauchsverhalten von Mietern und vom Wetter ab. „Richtig wäre stattdessen, durchgeführte Sanierungen und entsprechende Einsparungen an CO2 zu belohnen.“ Man bestrafe einerseits sparsame Mieterinnen und Mieter, aber auch Familien mit vielen Kindern und ältere Menschen, die häufig mehr heizen. Mietervertreter befürchten dagegen, dass die Kosten einer Sanierung am Ende an die Mietparteien weitergegeben werden könnten. Mit ein paar Tricks lässt sich viel Energie und Geld im Alltag sparen. (kas/dpa)

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