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„Mogelpackung des Jahres 2022“ gekürt: Rama für dreisteste versteckte Preiserhöhung abgestraft

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Von: Momir Takac

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Die Verbraucherzentrale Hamburg kürt die „Mogelpackung des Jahres“. Das Votum der Verbraucher ist klar: Eine Margarine ist das dreistete Produkt.

Hamburg – Wegen des Ukraine-Kriegs wird die Inflation angeheizt. Neben Strom und Gas verteuern sich auch Nahrungsmittel. Die Preisspirale dreht sich seit dem vergangenen Jahr in Supermärkten und Discountern, wo sich die Preise für Lebensmittel stetig erhöhen. Bitter ist dies für Kunden, wenn sie die Preiserhöhung gar nicht wahrnehmen, etwa wenn Unternehmen tricksen.

„Mogelpackung des Jahres“: Verbraucherzentrale Hamburg verklagt Rama-Hersteller Upfield

Entlarvt werden die Konzerne oft erst durch Verbraucherzentralen. Öffentlichkeitswirksam macht dies die Beratungsstelle in Hamburg, die jährlich die „Mogelpackung des Jahres“ kürt. Den peinlichen Preis räumte in diesem Jahr Upfield ab. Der multinational agierende Lebensmittelhersteller aus den Niederlanden zeichnet für pflanzliche Brotaufstriche wie Lätta, Becel, Sanella und Rama verantwortlich. Und Rama ist zur „Mogelpackung des Jahres 2022“ ausgezeichnet worden, berichtet merkur.de.

„Rama“ ist zur „Mogelpackung des Jahres“ 2022 gekürt worden.
„Rama“ ist zur „Mogelpackung des Jahres“ 2022 gekürt worden. © Verbraucherzentrale Hamburg, Unsplash und Canva.com

Der Grund: Seit letztem Jahr verkauft Upfield das Streichfett - wie auch Sanella - nur noch mit 400 statt 500 Gramm Inhalt. Der Preis und die Verpackung sind allerdings gleichgeblieben, was das Produkt 25 Prozent teurer macht. „Wenn der Inhalt schrumpft, die Packung aber nicht, haben Verbraucherinnen und Verbraucher kaum eine Chance, die Weniger-drin-Trickserei zu bemerken“, sagte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ein Kunde will auch bei Edeka eine vermeintliche Mogelpackung ausgemacht haben.

„Mogelpackung des Jahres“: Verbraucherschützer fordert Politik zum Handeln auf

Besonders dreist sei das Vorgehen deshalb, da Streichfett ein oft gekauftes Lebensmittel sei, das überwiegend in 500-Gramm-Bechern verkauft werde. Die Verbraucherzentrale hätte nie zuvor so viele Beschwerden zu einem Produkt erhalten, sagte Valet. Auch die Zahl der Hinweise auf Mogelpackungen habe sich im zurückliegenden Jahr „deutlich“ erhöht.

„Wenn im identischen Becher ohne besonderen Hinweis aber plötzlich 100 Gramm weniger Streichfett sind, ist das eindeutig Irreführung“, erklärte Valet, der auch bestätigte, Klage gegen Upfield eingereicht zu haben. Zugleich forderte der Verbraucherschützer vom Gesetzgeber „zügig strengere Regelungen“. Vor zwei Jahren wurde eine Paprika-Sauce zur „Mogelpackung des Jahres“ gewählt.

Rama ist „Mogelpackung des Jahres“: Auch Gummibärchen und Chips unter den „Preisträgern“

„Rama“ gewann das Mogelpackung-Votum mit 41,7 Prozent der abgegebenen Stimmen klar vor „Leerdammer“ von Lactalis (28,7 Prozent). Der Inhalt der Käse-Packung verkleinerte sich von 160 auf 140 Gramm, obwohl „dauerhaft eine Scheibe mehr“ versprochen war. Dritter im Ranking wurde „Calgon“ von Reckit Benckiser (11,3 Prozent). Der Preis für den Waschmaschinen-Wasserenthärter stieg um 42 Prozent.

Platz vier belegen „Goldbären“ (10 Prozent) des Gummibärchen-Produzenten Haribo. Weil inzwischen weniger in der Packung enthalten ist, beträgt die Preiserhöhung 14 Prozent. Auf Platz fünf wählten Verbraucher die Kellog‘s-Chips „Pringles“ (8,3 Prozent). Hier wurde die Dose um 15 Gramm leichter, der Preis aber stieg gleichzeitig um 25 Prozent. Im Mai 2021 hatte bei der Wahl zur „Mogelpackung des Monats“ Nestlé gleich mit sechs Produkten abgeräumt. (mt)

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