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Drohende Stromausfälle: Bundesnetzagentur will Beschränkungen für bestimmte Autofahrer durchsetzen

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Von: Johannes Nuß

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Weil durch E-Autos das Stromnetz zu überlasten droht, will die Bundesnetzagentur Besitzer von E-Autos beim Laden einschränken. Auch Wärmepumpen machen Ärger.

Bonn – Eigentlich sollten E-Autos und Wärmepumpen einen ganz erheblichen Teil zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen. Doch jetzt werden die gefeierten Heilsbringer zur Bedrohung der Infrastruktur und könnten das Stromnetz überlasten. Davor warnt Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur in Bonn, die Verbraucher, wie kreiszeitung.de berichtet.

Drohende Stromausfälle: Bundesnetzagentur will Laden von E-Autos beschränken

„Wenn weiter so viele neue Wärmepumpen und Ladestationen installiert werden, dann sind lokale Strom-Ausfälle im Verteilnetz zu befürchten, falls wir nicht handeln“, sagte Müller der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er soll bereits durch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) damit beauftragt worden sein, sich diesem Problem anzunehmen, heißt es in dem Bericht.

Robert Habeck (l, Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, unterhalten sich.
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) soll den Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller bereits mit der Lösung des Problems beauftragt haben. © Soeren Stache/dpa/Archiv

Wie es heißt, soll die Bundesnetzagentur sogar in Erwägung ziehen, das Laden von Elektroautos zu beschränken. Dafür könnte es laut dem Bericht eine zeitliche Einschränkung bei der Nutzung von Ladestationen geben. Aber von einer kompletten Abregelung für E-Autos will Müller nichts wissen. „Wir wollen eine Mindestversorgung jederzeit garantieren“, sagte der Chef der Bundesnetzagentur.

Drohende Stromausfälle: Bundesnetzagentur will Laden von E-Autos beschränken

Konkret könnte das bedeuten, dass Haushalten nur noch Strom für drei Stunden für die Aufladung von E-Autos zur Verfügung gestellt wird – täglich. Laut dem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung soll dieses Kontingent dann für etwa 50 Kilometer Reichweite reichen. In dem Entwurfspapier wird der 1. Januar 2024 als Starttermin genannt.

Heftige Kritik kommt aus der Automobil-Industrie. „Wenn das Laden zu Hause nur eingeschränkt möglich wäre, würden erhebliche Komforteinbußen drohen“, so Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobil-Industrie. Krasser ist es schon in der Schweiz: Dort wird über ein Fahrverbot für E-Autos diskutiert. (Johannes Nuß)

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