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Netto entschuldigt sich bei Kunden: „Wir haben einen Fehler gemacht“

Nach dem Aus der umstrittenen „Pinky“ Gloves hat nun auch Netto reagiert und sich via Facebook bei seinen Kunden entschuldigt. (Symbolbild)
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Nach dem Aus der umstrittenen „Pinky“ Gloves hat nun auch Netto reagiert und sich via Facebook bei seinen Kunden entschuldigt. (Symbolbild)

Nach dem Aus der „Pinky“ Gloves hat sich Discounter Netto bei seinen Kunden entschuldigt. Auf Facebook kocht die Diskussion bei den Nutzern aber erneut hoch.

Kassel - Es war der bislang umstrittenste Deal der aktuellen Staffel der Vox-Sendung „Die Höhe der Löwen“. Der „Pinky“ Glove, ein Menstruationshandschuh, der vor allem in den sozialen Netzwerken hitzige Diskussionen auslöste. Zahlreiche Nutzer riefen auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. zum Boykott des Produktes auf.

Einige weitere schossen deutlich über das Ziel hinaus und bedrohten Gründer Eugen Raimkulow und seinen Mitgeschäftsführer Andre Ritterswürden. Bereits bevor die beiden Initiatoren gemeinsam mit ihrem Investor Ralf Dümmel das Ende der „Pinky“ Gloves verkündeten, nahmen auch erste Drogeriemärkte und Discounter das Produkt aus ihrem Sortiment. Die Supermarkt-Kette Netto, Tochterunternehmen von Edeka, ging jedoch sogar noch einen Schritt weiter.

Nach dem „Pinky“-Aus: Supermarkt-Kette Netto entschuldigt sich bei Kunden

Via Facebook gab Netto nicht bloß bekannt, dass auch der Discounter die umstrittenen „Pinky“ Gloves aus „Die Höhle der Löwen“ aus ihren Regalen verbannt hat. Auf einem Bild mit pinkfarbenem Hintergrund ist in roten Lettern zu lesen: „Wir haben einen Fehler gemacht“. Damit entschuldigt sich die Supermarkt-Kette auf direktem Wege bei ihren Kunden.

Außerdem heißt es in dem Facebook-Posting von Netto: „Weil ihr uns wichtig seid, nehmen wir uns eure Worte zu Herzen. Und den „Pinky“ Handschuh wieder aus dem Sortiment.“ Damit reagiert auch der Discounter auf die vehementen Diskussionen über den Handschuh, der laut Aussage der Gründer zum hygienischen Wechseln und Entsorgen von Tampons und Binden während der Periode beitragen sollte. „Wir hätten ihn gar nicht erst aufnehmen sollen. Doch wir alle lernen dazu. Wir begegnen euch mit Respekt. Und eine Haltung ist größer als ein Produkt. Daran habt ihr uns erinnert und dafür sind wir dankbar“, heißt es in dem Beitrag weiter.

Name Netto Marken-Discount
RechtsformStiftung und Co. KG
BrancheLebensmitteleinzelhandel
Gründung 1928
Mitarbeiterzahl75.000
SitzMaxhütte-Haidhof (Bayern)

Doch die Debatte um die pinken Handschuhe erhitzt weiter die Gemüter. Die Entschuldigung von Netto via Facebook erhielt innerhalb kürzester Zeit mehr als 1500 Likes und beinahe 1000 Kommentare. Einige Kunden lobten die Supermarkt-Kette für ihren Beitrag. So schrieb eine Nutzerin: „Ich finde es super, dass ihr Fehler einsehen könnt und euch entschuldigt. Ist ja heute leider eher selten.“ Ebenfalls ist in den Kommentaren zu lesen: „Super Netto Marken-Discount. Einfach richtig gemacht. Solch (zusätzlichen) Müll braucht keiner.“

Nach Netto-Entschuldigung: Debatte um die „Pinky“-Gloves geht weiter

Andere wiederum reagierten mit Unverständnis auf die Entschuldigung seitens Netto und die Verbannung der „Pinky“ Gloves aus den Regalen des Discounters. „Netto kann es gerne im Sortiment haben. Man ist als Frau nicht gezwungen diese Handschuhe zu kaufen“, schreibt eine Nutzerin. Eine weitere gibt zu verstehen: „Ach naja für den einen ist es unnötig, für den anderen die Erfüllung... Da gibt es weitere Produkte...“.

Zwar bekundeten einige Nutzerinnen unter dem Beitrag sogar ausdrücklich Interesse an den „Pinky“ Handschuhen, jedoch überwog die Kritik an dem zusätzlichen Plastikmüll, den das Produkt verursacht. Nur selten äußerten User Kritik an der Produktfarbe oder den beiden Gründern, denen nach der Ausstrahlung der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ Sexismus und die Tabuisierung eines natürlichen Prozesses, der Periode, vorgeworfen wurde.

Nach Netto-Entschuldigung: Facebook-Nutzer reagieren mit Unverständnis auf die „Pinky“-Debatte

In zahlreichen Reaktionen auf die Entschuldigung des Discounters Netto äußerten Nutzerinnen und Nutzer auch rege ihr Unverständnis über die entfachte Debatte. „Es ist immer wieder schön zu wissen das wir Menschen keinen anderen Probleme haben als uns über pinke Handschuhe maßlos aufzuregen (sic)“ oder „Armes Deutschland. Leben und leben lassen. Hätten die ja kaufen können die es gut finden und der Rest einfach weitergehen. Die Diskussion ist komplett überzogen“, ist zu lesen. Die Gründer sowie Investor Ralf Dümmel haben ihre Lehren aus der Diskussion gezogen. Via Instagram verkündeten sie unisono: „Wir hören auf mit #Pinky.“

Erschreckend ist jedoch, dass die Gründer und sogar deren Angehörige in den sozialen Netzwerken „einer massiven Welle an Hass, Mobbing und Gewaltandrohung, bis hin zu Morddrohungen“ ausgesetzt waren, wie sie selbst in ihrer Stellungnahme bei Instagram berichten. Infolgedessen richteten die Gründer den eindringlichen Appell an die Community: „Bitte hört damit auf, uns, unsere Familien und Unterstützer:innen anzugreifen und zu bedrohen.“ (yw)

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