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Preise für Strom, Heizung und Benzin steigen: Was 2022 alles teurer wird

Unter anderem die Spritpreise werden 2022 weiter steigen. Vor allem Diesel-Fahrer müssen dann tief in die Tasche greifen.
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Unter anderem die Spritpreise werden 2022 weiter steigen. Vor allem Diesel-Fahrer müssen dann tief in die Tasche greifen.

Bald beginnt ein neues Jahr. Das bedeutet einige Preissteigerungen, vor allem bei Benzin, Strom und Heizkosten. Wir zeigen im Überblick, was 2022 alles teurer wird. 

Kassel – Ab dem 1. Januar 2022 wird sich in Deutschland wieder einiges ändern. Einige Neuerungen sind dabei vor allem durch die Folgen der Corona-Pandemie bedingt und oft geht es vor allem ums Geld. Und auch, wenn beispielsweise der Mindestlohn steigt und ein steuerfreier Corona-Bonus für die Arbeitnehmer kommen soll, geht es bei vielen Änderungen im Jahr 2022 vor allem darum, dass wir mehr bezahlen müssen. Die wichtigsten Preissteigerungen im Überblick: Hier wird es teurer.

So sorgt unter anderem eine Erhöhung der CO₂-Bepreisung dafür, dass sowohl die Spritpreise als auch die Heizkosten im Jahr 2022 für den Verbraucher teurer werden. Statt 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid sind ab dem 1. Januar dann 30 Euro fällig. Für die Kraftstoffpreise bedeutet das wieder einen Anstieg. Nach Berechnungen des ADAC werden Benzin und Diesel 2022 allerdings nur ein bis eineinhalb Cent teurer als im Vorjahr. 2021 betrug der Anstieg etwa sieben bis acht Cent.

Video: Benzin kann 2022 noch einmal bis zu 40 Cent teurer werden

Laut einer noch unveröffentlichten Prognose des Umweltbundesamtes wird der Verkehrssektor 2022 rund 20 Millionen Tonnen CO₂ zu viel ausstoßen. Werden diese Zahlen im Frühjahr durch den Klimabericht bestätigt, hat die Bundesregierung drei Monate Zeit, um die Maßnahmen anzupassen. Die CO₂-Bepreisung könnte in diesem Zuge noch einmal drastisch erhöht werden, was sich dann wiederum auf die Spritpreise auswirkt.

Unabhängig vom CO₂-Preis könnte 2022 vor allem auch der Diesel teurer werden. Denn die Ampel-Koalition plant, die Energiesteuer für Diesel an die für Benzin anzupassen. Dieselkraftstoff wird derzeit mit 47,04 Cent pro Liter besteuert, Benzin mit 65,45 Cent pro Liter. Sollte die Angleichung stattfinden, würde der Diesel noch einmal rund 18 Cent pro Liter teurer werden. Und der Spritpreis ist nicht alles, was sich 2022 für Autofahrer ändert. So müssen Autofahrer zum Beispiel künftig zwei Corona-Masken in ihrem Verbandskasten dabeihaben.

Heizkosten steigen: Vor allem Heizöl wird 2022 deutlich teurer

Auch auf die Preise der fossilen Brennstoffe Heizöl und Erdgas wirkt sich die Steigerung des CO₂-Preises aus. Denn auch hier geben die Energiebetreiber die höheren Kosten an die Kunden weiter. Laut der Verbraucherzentrale wird der Liter Heizöl ab dem 1. Januar um insgesamt 9,5 Cent teurer und die Kilowattstunde Erdgas kostet 0,65 Cent mehr.

Aber auch die Kosten für Strom und Gas können für einige Verbraucher 2022 deutlich steigen. Nachdem die Preise bereits im Jahr 2021 enorm gestiegen waren und aktuell auf einem Rekordhoch liegen, berichteten die Vergleichsportale Check24 und Verivox nun, dass zahlreiche Versorger Preiserhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt haben. Das sei unter anderem auf steigende Netznutzungsentgelte, deutlich teurere Stromerzeugung mit Gas- und Kohlekraftwerken und die durch die Pandemie gebeutelten Weltmärkte zurückzuführen, so Verivox.

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Bus und Bahn in Hessen: Fahrkarten werden 2022 teurer

Auch das Bus- und Bahnfahren wird 2022 wieder teurer. Ab dem 1. Januar werden die hessischen Verkehrsverbünde ihre Preise anpassen. Im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) werden die Fahrpreise durchschnittlich um 1,5 Prozent steigen. Und auch im Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) wird es teurer: Die Preise steigen hier um rund 1,4 Prozent. So sollen Kostensteigerungen ausgeglichen werden, wie die Verbünde mitteilten.

Nicht von der Preissteigerung betroffen sind das Seniorenticket und das Schülerticket Hessen. Die Jahreskarten sollen weiterhin 365 Euro kosten. Das „Hessenticket“ kostet auch 2022 noch 36 Euro. Damit können bis zu fünf Personen einen Tag lang durch ganz Hessen fahren.

85 Cent für einen Brief: Post erhöht 2022 das Porto

Ähnlich wie die Verkehrsbetriebe in Hessen plant auch die Deutsche Post angesichts steigender Löhne und Kosten eine Preissteigerung zum 1. Januar. Für Verbraucher steigt demnach das Porto. So sollen künftig für einen Standardbrief 85 statt wie bisher 80 Cent und für eine Postkarte 70 statt 60 Cent fällig werden.

Die Deutsche Post erhöht zum 1. Januar 2022 noch einmal das Briefporto. Der Standardbrief kostet dann 85 Cent.

Pfandpflicht in Deutschland: Diese Getränke werden 2022 teurer

Zum 1. Januar wird die Pfandpflicht für Getränke in Plastikflaschen ausgeweitet. Diese Änderung betrifft sämtliche Supermärkte und Discounter – egal ob Aldi, Lidl, Rewe oder auch Edeka. Waren bisher etwa Frucht- und Gemüsesäfte vom Einweg-Pfand von 25 Cent ausgenommen, gilt dieser künftig auch für sie. Auch hier müssen Verbraucher zunächst einmal tiefer in die Tasche greifen.

Zusätzlich werden sämtliche Getränkedosen, auch beispielsweise mit alkoholischen Mischgetränken, ohne Ausnahme pfandpflichtig. Die einzige Ausnahme bleiben Molkereiprodukte, wie zum Beispiel Milch in PET-Flaschen.

Änderungen 2022: Die wichtigsten Preissteigerungen im Überblick

Tanken Benzin+ 1,4 Cent pro Liter
Diesel + 1,5 Cent pro Liter
HeizenHeizöl + 9,5 Cent pro Liter
Erdgas + 0,65 Cent pro Kilowattstunde
Energie Strom+ 7 Prozent (durchschnittlich)
Gas+ 21 Prozent (durchschnittlich)
ÖPNVBahntickets NVV+ 1,4 Prozent
Bahntickets RMV+ 1,5 Prozent
Deutsche PostStandardbrief+ 5 Cent
Postkarte + 10 Cent
Einkaufen Pfand + 25 Cent auf bislang pfandfreie Getränke

(iwe)

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