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Nachfolger des 9-Euro-Ticket: Was das dritte Entlastungspaket vorsieht

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Von: Alexander Gottschalk

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Der Bund legt einen Vorschlag für die Nachfolge des 9-Euro-Tickets vor. Viele Fragen sind noch offen. Klar scheint nur: Das neue Angebot kostet mehr.

Kassel/Berlin - Leicht zu verstehen, schnell umsetzbar, Millionen Profiteure: Das 9-Euro-Ticket gilt als einer der Erfolge des zweiten Entlastungspaketes, das der Bund angesichts von Energiekrise und Inflation im Frühjahr verabschiedete. Noch bevor die zeitlich befristete Billig-Fahrkarte für Bus und Bahn Ende Augst auslief, waren die Rufe nach einem Nachfolgemodell unüberhörbar.

Nach wochenlangem Zögern reagierte die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP am Sonntag (4. September) mit einem ersten Vorschlag. In ihrem dritten Entlastungspaket, das ein Gesamtvolumen von 65 Milliarden Euro hat, finden sich die Eckpunkte zu einem neuen vergünstigen, bundesweiten Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Nachfolge für 9-Euro-Ticket: Bund bietet Milliarden-Zuschuss an

Das 9-Euro-Ticket, das man im Juni, Juli und August kaufen konnte und das monatsweise gültig war, sei von den Bürger:innen „gut angenommen worden“ und habe ihre „Ausgaben für Mobilität deutlich gedämpft“, hieß es im Beschlusspapier des Koalitionsausschusses. Daher solle ein „bundesweites Nahverkehrsticket eingeführt werden“. 49 bis 69 Euro im Monat soll es kosten.

Derzeitiger NameBundesweites Ticket im Öffentlichen Nahverkehr
Geplante Preisspanne49 bis 69 Euro im Monat
Geplante VerfügbarkeitBundesweit digital buchbar im Abo
Geplanter StartpunktNoch unbekannt

Der Bund ist bereit, zum Nachfolge-Angebot für das 9-Euro-Ticket jährlich 1,5 Milliarden Euro zuzuschießen. Voraussetzung ist, dass die Länder mindestens den gleichen Betrag zur Verfügung stellen. Die Finanzierung der vergünstigten Fahrkarten war zuletzt der größte Streitpunkt zwischen der Ampel in Berlin und den Landesregierungen. Gerade in der FDP herrschte Uneinigkeit.

Nachfolge für 9-Euro-Ticket: „Zeitnahes“ Konzept soll folgen

Die Verkehrsminister:innen von Bund und Ländern sollen jetzt „zeitnah“ ein gemeinsames Konzept für ein „bundesweit nutzbares, digital buchbares Abo-Ticket“ erarbeiten. Es würden dazu „dazu verschiedene Modelle diskutiert“, hieß es. Der preisliche Rahmen von 49 bis 69 Euro gehe aus Vorschlägen von verschiedenen Verbänden und der Wissenschaft hervor.

Fahrkartenautomat
Ein Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn steht an einem Bahnhof. © Jan Woitas/dpa/Symbolbild

Erste Ende August hatte die Verkehrsministerkonferenz der Länder das Kabinett von Kanzler Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, einen Vorschlag für eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets vorzulegen. In Hessen sprach sich etwa Tarek Al-Wazir (Grüne) für ein 69-Euro-Ticket aus. In Berlin preschte die SPD mit einer Idee für ein regional begrenztes Angebot vor.

Nachfolge für 9-Euro-Ticket: Gute Fahrgastzahlen und Schwarzfahr-Aufruf

Noch offen ist, wann das neue vergünstigte Ticketangebot an den Start gehen könnte. Der Druck ist immens. Viele Verkehrsbünde wie der NVV aus Kassel berichteten zuletzt von einem Anstieg der Fahrgastzahlen. Eine neue Aktion ruft aus Unzufriedenheit über das Ende des 9-Euro-Tickets neuerdings öffentlich zum Schwarzfahren auf – und bietet einen Kostenausgleich an. (Alexander Gottschalk mit dpa und AFP)

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