1. Startseite
  2. Verbraucher

Millionen Kunden betroffen: Strom-Versorger kündigt saftige Preis-Erhöhung an

Erstellt:

Von: Jan-Frederik Wendt

Kommentare

Stromleitungen in der Nähe des Umspannwerks Brauweiler in Pulheim-Brauweiler
EnBW will die Preise für Strom erhöhen (Symbolfoto). © Manngold/Imago

Die Energie-Krise in Deutschland verschärft sich weiter. Ein großer Strom-Anbieter will die Preise nun deutlich anziehen.

Kassel - Strom-Kunden der EnBW müssen ab Oktober fast ein Drittel mehr für ihren Haushaltsstrom bezahlen. Das kündigte das Unternehmen in Karlsruhe an. Grund für die höheren Preise seien gestiegene Beschaffungskosten – unter anderem infolge des Ukraine-Konflikts. Als weiteren Grund nannte EnBW die gedrosselten Gas-Lieferungen aus Russland. Die Preise würden im Grundversorgungstarif im Durchschnitt um 31,1 Prozent steigen.

„Berücksichtigt man die Entlastung, die sich aus der Weitergabe des Wegfalls der EEG-Umlage ergibt, liegt das Preisniveau um 15,2 Prozent über Vorjahr“, teilt EnBW mit. Die Tarife jenseits der Grundversorgung erhöhen sich den Angaben nach in ähnlichem Umfang. Die Preisanpassung der EnBW bewege sich im Marktmittelfeld. Beim Wärmestrom sei derzeit keine Preisanpassung geplant.

EnBW hatte Strom-Preise zweimal gesenkt

Der EnBW sei klar, dass diese Preis-Erhöhung eine finanzielle Belastung für Kunden und Kundinnen darstelle, sagte die für den Vertrieb zuständige Vorständin Colette Rückert-Hennen. „Dennoch ist es für uns nicht möglich, unsere derzeitigen Preise beizubehalten. Grund dafür sind die massiv erhöhten Kosten am Energiemarkt.“ Seit 2020 hatte die EnBW die Strom-Preise zweimal gesenkt.

Aber: Finanziell schwer belastete Haushalte werde man nicht die Strom- und Gaszufuhr zudrehen, sagte Rückert-Hennen. „Denn wir möchten verhindern, dass sie durch Sperrungen in eine zusätzliche Notlage geraten“. Das Unternehmen arbeite mit politischen Mandatsträgern an gemeinsamen Lösungen.

EnBW plant Gas-Sparprämie für Kunden

Zudem plane der Strom-Versorger eine Gas-Sparprämie. Bestandskunden könnten einmalig 100 Euro erhalten. Die Bedingung: Kunden müssten im Vergleich zu Heizperiode des Vorjahres mindestens zehn Prozent weniger Gas verbrauchen. So unvorhersehbar die Lage auf den Energie-Märkten sei, „kann ich leider nicht ausschließen, dass sie weitere Anpassungen nötig machen wird“, sagte Rückert-Henne der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. (Jan Wendt)

Nicht in allen Fällen sind Preis-Erhöhungen für Strom und Gas rechtens. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich gegen unrechtmäßige Steigerungen wehren. Zudem sollte man die teuersten Stromfresser im Haushalt identifizieren.

Auch interessant

Kommentare